Anleihen werden für eine Neuinvestition immer attraktiver. So ist der Anschein, wenn Sie einige Beiträge dieser Tage lesen. 10jährige Staatsanleihen können Ihnen mehr als 10% Rendite (jährlich) bringen. Allerdings gilt diese schöne Rendite nur dann, wenn alles gut geht. Die einzelnen Staaten aber stehen im Feuer.
Rendite von 10jährigen höher als bei kürzerlaufenden Anleihen
Die Rendite von Anleihen ermittelt sich aus dem Zins, den Sie bei einer Investition jährlich kassieren sowie aus dem Kurs, den Sie zahlen. Da der Zins fest steht, etwa bei 5%, ist der Kurs für Ihre jährliche Rendite entscheidend. Wer etwa nur 95% Kurswert für seine Anleihe zahlen muss und eine Laufzeit von 5 Jahren hat, gewinnt grob kalkuliert noch einmal 1% Rendite zum Zins hinzu, kann also mit 6% Rendite kalkulieren.
Dabei gilt die Faustregel: normalerweise bieten Anleihen mit einer längeren Laufzeit höhere - jährliche - Renditen. Je länger die Laufzeit, desto höher ist das Risiko, am Ende doch nicht 100% Rückzahlungsbetrag zu erhalten. Daher erhalten Sie als Investor einen entsprechenden Zins- und Renditeaufschlag.
Aktuell bieten Ihnen verschiedene 10jährige Staatsanleihen sogar Renditen von mehr als 10%. Diese Renditen jedoch decken Ihr Risiko oft nicht hinreichend ab.
Renditen zeigen, wie der Markt denkt
Ein weiteres Risiko bei Anleihen und vor allem den länger laufenden Staatsanleihen besteht darin, dass Sie während der Laufzeit nicht immer zu den Kursen handeln können, die Sie für attraktiv halten. Wollen Sie Ihren Liquiditätsbedarf decken und etwa eine Griechenland-Anleihe verkaufen, müssen Sie aktuell für die Anleihe einen Kurs in Höhe von knapp 60% akzeptieren. Ein schlechtes Geschäft, wenn Sie selbst 100% gezahlt haben.
Renditen wie die von Griechenland zeigen daher, wie der Markt denkt: bei Griechenland rechnen die wenigsten damit, dass der Staat seine Anleihen in (knapp) 10 Jahren wieder ablöst. Zumindest wird die Rückzahlung nicht in voller Höhe stattfinden.
Daher müssen Sie gerade bei 10jährigen Anleihen kalkulieren, a) wie der Markt denkt und b) wie lange Sie Kursdellen aussitzen können. Hier ein Überblick über die Rendite verschiedener 10jähriger Staatsanleihen:
- Australien: 4,5%
- Belgien: 4,1%
- Dänemark: 2,5%
- Deutschland: 2,2%
- Finnland: 2,7%
- Frankreich: 3,1%
- Großbritannien: 2,5%
- Hongkong: 2,0%
- Italien: 10%
- Japan: 1,1%
- Kanada: 2,3%
- Neuseeland: 4,5%
- Niederlande: 2,6%
- Norwegen: 2,6%
- Österreich: 2,9%
- Polen: 5,8%
- Portugal: 10,6%
- Schweiz: 1,1%
- Spanien: 5,1%
- Südafrika: 7,9%
- USA: 2,2%
- Griechenland: 15,2%
GeVestor meint: Gerade bei 10jährigen Staatsanleihen jedoch gehen Sie derzeit eine erhebliche Crash-Gefahr ein. Sicher sind die Anleihen nicht, auch nicht für Deutschland. Die Rendite ist daher für die meisten Anleihen deutlich zu gering. Achtung: Ihr Risiko bei Anleihen erhöht sich, wenn diese nicht aus der Eurozone kommen. So ist etwa die Rendite der südafrikanischen Anleihe mit 7,9% nur teilweise ein Ersatz dafür, dass Sie in südafrikanischem Rand abrechnen.
Wir empfehlen zumindest: bleiben Sie in Europa.



