Heute schreibe ich Ihnen noch einmal direkt aus Vancouver.
Im Mittelpunkt steht noch einmal die große Rohstoffmesse im neuen Convention Centre.
Keine Frage: Die meisten Kanadier sind optimistisch für die Branche. Doch speziell in Sachen Euro-Krise war auch einiges an Skepsis zu spüren.
Fast hatte ich den Eindruck hier in Nordamerika, dass viele Kanadier und US-Amerikaner fest vom Untergang Europas überzeugt sind. Doch mein GeVestor-Kollege Heiko Seibel, der auf der Messe einen Ausblick auf den europäischen Markt gegeben hat, konnte seine Zuhörer doch vom Gegenteil überzeugen.
Vor allem beim Gold sieht Seibel in den nächsten Monaten noch viel Potenzial. Der Angriff auf ein neues Rekordhoch ist sehr gut möglich in der ersten Jahreshälfte.
Für das zweite Halbjahr 2012 ist Seibel speziell beim Gold etwas skeptisch. Die Begründung liefert für ihn hier das saisonale Verhalten des Goldpreises in US-Wahljahren. Wie Sie wissen finden Anfang November US-Präsidentenahlen statt.
Und in solchen Jahren hat der Goldpreis in der Vergangenheit häufiger einen Preisrückgang zu verkraften gehabt. Nach mittlerweile elf Jahren mit steigenden Goldpreisen auf Jahresbasis ist das auch gut möglich.
Das Jahr des Drachen in Hongcouver hat begonnen
Aber Vancouver ist mehr als nur Rohstoffe. Augenscheinlich ist auch der große Anteil asiatischer Bewohner. Daher hat sich mittlerweile auch schon der Spitzname „Hongcouver“ eingebürgert. Und dieses Jahr verspricht viel Gutes.
Im zwölfjährigen Zyklus des chinesischen Kalenders gilt das Jahr des Drachen als besonders erfolgversprechend.
Kinder die in diesem Jahr geboren werden, gelten als besonders stark. Auch für die Aktienmärkte waren diese Jahre in der Vergangenheit, speziell in Asien, ein Erfolg. Und auch zum Goldpreis lässt sich daraus eine Prognose ableiten:
In diesen Jahren werden besonders viele Kinder geboren und diese Kinder erhalten zur Geburt – speziell in China – physisches Gold. Daraus folgt eine deutlich steigende Nachfrage nach Gold aus China. Muss deshalb automatisch der Goldpreis steigen? Wohl kaum – aber es ist auf jeden Fall ein Indiz.
Seltene Erden immer noch im Trend
Was mir beim Gang über die Messe auffiel, war die große Anzahl an Seltenen Erden Firmen. Viele Namen kannte ich schon von der Recherche für mein Buch „Seltene Erden – Der wichtigste Rohstoff des 21. Jahrhunderts“. Doch es gab auch viele neue Firmen. Das zeigt mir, dass dieser Trend noch nicht vorbei ist.
Aber oft gilt hier: Wer als Trittbrettfahrer erst spät bei einem Trend aufspringt zieht noch etwas Aufmerksamkeit auf sich. Aber die wirklich spannenden und auch aussichtsreichen Firmen sind in der Entwicklung schon deutlich weiter.
Zudem werden an der Börse schon neue Trends in Position gebracht. Graphit gehört auf jeden Fall dazu. Was es damit auf sich hat, werde ich Ihnen in einer weiteren Ausgabe in dieser Woche noch vorstellen.



