von Janne Joerg Kipp

3 Dax-Aktien zum August-Einstieg

Zugreifen heißt die Devise

Chefanalyst Janne Joerg Kipp macht sich keine Sorgen angesichts der Kursverluste an den Aktienbörsen. Wer Fakten mag, kommt jetzt auf seine Kosten

In der zurückliegenden Woche sind die Kurse an den Aktienbörsen vor allem in den vergangenen Tagen unter Druck geraten. Die Angst macht sich breit.Vor einer Pleite in den USA, vor dem Griechenland-Desaster und sogar vor weiteren Daten der Rating-Agenturen. Ich meine: Gerade jetzt im Wochenrückblick fallen mir sofort 3 Sachwerte auf, die Ihre Vorsorge direkt langfristig, sehr langfristig unterstützen werden. Lehnen Sie sich entspannt zurück, auch wenn das Wochenende wegen der USA-Einigung turbulent wird.

Daten aus den USA: hier kommt nur die Hälfte an

Es scheint bei uns jedoch keine Rolle zu spielen, welche Daten in den USA tatsächlich anfallen. Achtung: noch immer richtet sich der Dax weitgehend an dem aus, was der Dow Jones Index in den USA macht. Oder was der S&P 500 macht. Die wahren Fakten spielen keine Rolle. Wenn Sie investieren, um für sich vorzusorgen, für Ihre Familie, für Ihren Kapital- und Vermögensschutz, kann dieses Umfeld nicht das richtige sein - Kurzfristinvestitionen sind für die Vorsorge auch nach dieser Woche eindeutig der falsche Ratgeber.

Jenseits vom Streit der Republikaner und Demokraten um die neue Schuldenobergrenze türmen sich jetzt bereits neue Probleme auf, die hier in Deutschland keiner registriert, wenn Sie in die großen Medien blicken.

Ein Beispiel: Das so genannten Handelsbilanzdefizit in den USA steigt und steigt. Ein absolutes Alarmzeichen. Es steht bei -50,227 Milliarden Dollar. Sie werden Ihre Konsequenzen daraus ziehen, wenn Sie die Probleme hier sehen.

USA kaufen fleißig weiter ... auf PUMP  - die Wahrheit dieser Woche

Es sieht ja so aus, als würden die USA über einen schwachen Dollar endlich ihren Export ankurbeln. Dies hatte US-Präsident Barack Obama schon vor 1,5 Jahren angekündigt. Sie können das in die Lebenswirklichkeit übersetzen:

Damit will  oder soll die USA für andere Staaten produzieren. Ein Handelsbilanzüberschuss signalisiert, dass eine Volkswirtschaft für Andere arbeitet und selbst den Überschuss daraus anspart. Schön wäre es, wenn der weltweit größte Krisenstaat dies angesichts der Fakten auch machen würde.

Allein: in der abgelaufenen Woche habe ich erfahren, dass das neue Handelsbilanzdefizit so hoch ist wie zuletzt vor fast 3 Jahren. Mit anderen Worten: die Wahrheit dieser Woche ist, dass die USA nach einer kurzen Pause einfach so weiter machen wie bislang.

Daher schwanken die Kurse in den USA - und der Dax trödelt einfach hinterher.

Die zweite Wahrheit dieser Woche: Öldurst der USA treiben die Preise weiter

Ich habe eine zweite Zahl zur US-Wirtschaft erhalten, die das gesamte Dilemma deutlich werden lässt. Die USA importieren weiter fleißig Öl. Die Konjunktur springt zwar nicht wie erwartet oder erhofft in starkem Ausmaß an - aber der Hunger ist weiter groß. Das heißt: in den vergangenen Tagen habe ich erneut gesehen, wie abhängig die USA vom Öl sind.

Eine schlechte Nachricht, wenn Sie sich auf die USA verlassen müssten. Rund 45% des Handelsbilanz-Defizits macht alleine der Überschuss beim Rohölimport gegenüber dem Rohölexport aus. Sehen Sie sich die Entwicklung der Kosten dafür an:

März 2011: die USA zahlen für Rohölimporte 21,54 Milliarden US-Dollar.
April 2011: die USA zahlen 26,03 Milliarden US-Dollar.
Mai 2011: die USA zahle 29,92 Milliarden US-Dollar.

Das sind die Daten aus der vergangenen Woche, die jetzt "fix" wurden. Also investieren Sie nicht in den USA, investieren Sie nicht in US-Anleihen oder in hohe Dollarpositionen. Auf der anderen Seite wird das Geld, das die USA dort vergraulen, in andere Richtungen fließen. Garantiert. Auch dafür gibt es in der zurückliegenden Woche Belege.

Gelegenheit macht Sieger

Damit ist dies Alles unter langfristigen Gesichtspunkten eine gute Nachricht. Der Dax und seine Werte sind im wirtschaftlichen Sinne grundlos in den Strudel der USA geraten. Ich hatte Ihnen schon geschrieben, dass in dieser Woche etliche Quartalsberichte veröffentlicht würden. Die Ergebnisse sind nunmehr da.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt über den gesamten Dax betrachtet aktuell bei nur noch 9,51. Damit ist der Dax sehr günstig bewertet. Sehen Sie sich die Vergleichsdaten aus den USA und Asien an:

Der S&P 500 hat eine KGV-Wert in Höhe von 13,4. Der Hang Seng aus China notiert bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,1. Der japanische Nikkei 225 kommt akutell auf ein KGV von 16,6. Wenn Sie sich die Wahl stellen: ein Investment in Deutschland ist auch aus der Sicht großer Adressen vom Weltmarkt zur Zeit sehr günstig.

Die Zahlenanalyse geht weiter. Der Gewinn je Aktie ist in den vergangenen 3,5 Jarhen gegenüber dem S&P 500-Index und dessen Unternehmen sehr deutlich gestiegen. Während die S&P - Unternehmen mehr als 15% Verlust bei den Unternehmensgewinnen hinlegen, schafft der Dax mit seinen Unternehmen nach den jüngsten Zahlen dieser Tage ein Plus von ungefähr 5,8% gegenüber 2008.

Wert Nummer eins: Dax einfach

Daher empfehle ich ganz einfach, dass Sie für Ihre Langfristvorsorge in den Dax investieren können. Der Dax hat bei diesem KGV für die nächsten Jahre noch erheblichen Spielraum. Nebenher erwirtschaften Sie über die Dividendenrendite von 3,30% auch eine Rendite, die über der Umlaufrendite deutscher Anleihen liegt.

Dort beträgt der Zins aktuell weniger als 2,5%. Sie haben allein über die Ausschüttung einen Zinsvorteil in Höhe von 0,8%-Punkten.

Das ideale Investment nach dieser Woche ist daher ein einfacher börsenhandelbarer Fonds auf den Dax, ein "ETF". Die WKN-Angaben dazu finden Sie in unseren Diensten wie dem "Deutschen Wirtschaftsbrief" oder dem "Neuen Deutschen Geldanlagebrief".

Weg Nummer zwei: Jahrhundertunternehmen

Aber auch in der abgelaufenene Woche  bewährt sich aus meiner Sicht der Blick auf ein Phänomen: die erfolgreichsten, besten und größten Unternehmen der Welt. Der Kurs der Aktien dieser Unternehmen mag gelegentlich etwas schwanken, dies jedoch ist angesichts der Top-Bewrtungen an den Börsen vollkommen gleich.

Ich spreche von den wertvollsten Unternehmen der Welt. Dies sind Unternehmen wie Exxon Mobile, die 415,61 Milliarden Dollar wert sind. Allein seit Jahresbeginn hat Exxon schon wieder um 16,60% zugelegt.

Ein Gewinner dieser Tage ist auch Apple. Apple steht nach dieser Rangliste inzwischen nur noch knapp hinter Exxon und schaffte in diesem Jahr bereits +25,00% Wertzuwachs. Auch in diesen Tagen sind die Nachrichten wieder bestens.

Ein weiteres Unternehmen unter den Top-20, die ich analysiert habe, ist die amerikanische "Berkshire Hathaway". Dies ist das Beteiligungsunternehmen von Warren Buffett, das seit langem auf unseren Empfehlungslisten steht. Das Unternehmen ist die Nummer 16 in der Rangliste und gerade in der vergangenen Woche für uns noch einmal interessant geworden.

Den Stürmen trotzen...

Münchener Rück gehört zu mehr als 10% bereits diesem Unternehmen, das wir aus den USA als eies der wenigen zum Kauf empfehlen. Die Rückversicherer wie Münchener Rück aber oder Hannover Rück präsentieren aktuell in diesen Tagen sehr gute Zahlen. Die Risiken und Schäden aus "Japan" sind verdaut.

Dies wird also auch Berkshire nutzen - und langfristig Ihnen, wenn Sie die Aktie kaufen. Sie trotzt langfristig jedem Sturm, da die Beteiligungen von Warren Buffett ausschließlich auf einer sehr gründlichen Bilanzanalyse beruhen - und nicht der Marktmeinung.

Zwei weitere der Jahrhundert-Aktien sind ebenfalls genau in diesen Tagen wieder positiv aufgefallen. Die Schweizer Nestlé löst, so schreiben es inzwischen auch Analysten in den jüngsten Studien, jedes neue Nahrungsmittelproblem weltweit zu seinen Gunsten. Die Stimmng dreht sich zugunsten von Nestlé. Meine Empfehlung: investieren Sie.

Der zweite Wert ist Royal Dutch. Der Ölkonzern hat in dieser Woche seinen Geschäftsbericht vorgelegt. Die Zahlen waren sehr gut, denn: Royal Dutch hat seinen Gewinn fast verdoppelt. Zudem bestätigen Analysten, dass die Schätzungen genau getroffen wurden. Noch belohnt die Kursentwicklung Investoren nicht. Aber: dies ist ein gutes Zeichen. Kaufen Sie, der Kurs wird weiter steigen.

Sachwert-Chance Nummer drei dieser Woche; Immobilien

Bereits gestern schrieb ich Ihnen vom neuen Run auf Immobilien. Daher wiederhole ich mich nach der zurückliegenden Woche nur kurz: Immobilien sind und bleiben die Sachwertchance in der Krise. Die Zinsen sind niedrig, die Preise ebenfalls - noch.

Die Baugeldzinsen werden jedoch bald wieder anziehen. Daher empfehle ich: Investieren Sie im Zweifel in ein so genanntes Forward-Darlehen. Damit können Sie sich aktuell die Zinsen für einen späteren Bedarf sichern. Mehr als drei Jahre jedoch sollte die Laufzeit nicht betragen - sonst werden die Kosten für die Zinssicherung zu hoch.

Daher haben Sie ein entspanntes Wochenende und entspannte Tage vor sich:

  • Die Dax-Berichte waren gut bis sehr gut, die Börsen werden dies noch honorieren.
  • Die Jahrhundert-Aktien auf unseren Empfehlungslisten haben gute Nachrichten gebracht und sind als Schwergewichte an den Börsen derzeit nicht umzustoßen.
  • Immobilien in Deutschland erleben einen regelrechten Run. Allein in dieser Woche sind die Baugeldzinsen erneut gefallen. Sichern Sie sich Ihren Anteil.

Dax und Andere bringen Ihnen daher bereits direkt im August beste Chancen - allerdings konzentrieren Sie sich damit auf Sachwerte. Geldvermögen in Form von Anleihen kann ich Ihnen auch in dieser Woche nicht empfehlen. Die Staaten in Europa und die USA produzieren ein Problem nach dem nächsten.

PS: Falls Sie doch in "Zinspapiere" investieren wollen, bevorzugen Sie einen Genussschein wie den von Bertelsmann mit gut 7% Rendite. Die Laufzeit hilft über viele Jahre hinweg. Auch dies ist eine Langfristinvestition für Ihren Vermögensschutz und -Aufbau.

 
 
Bildquelle: Gina Sanders - Fotolia

Autor:

Janne Joerg Kipp

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage. Aktuelle Hinweise und Empfehlungen zur Vorsorgeoptimierung erhalten Unternehmer und Entscheider im kostenlosen Newsletter Wirtschaft Vertraulich.