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3 Instrumente, mit denen Zentralbanken den Goldpreis steuern

Zentralbanken wollen das Vertrauen in ihre Währungen stärken und Inflationsängsten vorbeugen. Es liegt in ihrem Interesse, dass Gold nicht bzw. nicht unkontrolliert steigt. Vor allem gilt dies bei Finanzmarktkrisen. Es stabilisiert die Märkte, wenn Gold schwach ist.

In solchen Marktphasen ergeben sich oft gute Einstiegschancen für Anleger. Doch welche Instrumente setzen die Zentralbanken ein, um Einfluss auf den Goldpreis zu nehmen?

Überblick über die Instrumente

Um den Goldpreis zu steuern, setzen Zentralbanken drei verschiedene Instrumente ein:

  1. Direkte Verkäufe von Gold
  2. Goldleihe
  3. Interventionen über den Terminmarkt.

Verkäufe aus dem physischen Bestand

Verkäufe sind das nächstliegende Mittel, um den Anstieg des Goldpreises zu erschweren. Dabei verkauften die Zentralbanken in den letzten Jahrzehnten bis über 600 Tonnen Gold pro Jahr aus ihren Beständen. Diese Menge muss man in Relation zum aktuellen Jahresverbrauch von etwa 2.400 Tonnen sehen.

Ohne Zweifel sind Verkäufe in dieser Größenordnung eine erhebliche Belastung für den Goldpreis. Er wäre ohne diese Verkäufe deutlich höher gewesen.

Das zweite Instrument, das die Zentralbanken anwenden, um den Goldpreis zu steuern, ist die Goldleihe. Dabei gibt es zwei Varianten:  Zum einen die Goldleihe an Minen und zum anderen sogenannte Gold-Carry-Trades.

Goldleihe an Minen

Bei der Goldleihe an Minen wird Gold, das in den Tresoren der Zentralbanken lagert, an Goldminen verliehen. Ähnlich wie bei einem normalen Kredit fungieren dabei Banken als Mittler und erhalten dafür eine Provision. Die Banken verkaufen das von den Minen geliehene Gold am Markt.

Den Erlös, das eigentliche Ziel der ganzen Aktion, verwenden die Minen, um Investitionen in ihre Förderanlagen vorzunehmen. Diese Investitionen versetzen die Minen in die Lage, das Gold zu fördern, mit dem sie später ihre Goldschuld bei der Zentralbank begleichen.

Gold-Carry-Trades

Beim Gold-Carry-Trade leiht sich eine Privatbank Gold von der Zentralbank, verkauft es am Markt und legt den Erlös zu einem höheren Zins an als dem, den sie für die Goldleihe bezahlt. Zu einem fest vereinbarten Termin muss die Privatbank das Gold an die Zentralbank zurückliefern.

Deshalb haben die beteiligten Privatbanken Interesse daran, dass der Goldpreis sinkt. Denn je billiger sie das Gold zurückkaufen können, umso besser für sie. Das zusätzliche Angebot von Gold auf dem Markt durch die Goldleihe erhöht das Angebot und drückt den Preis.

Interventionen über den Terminmarkt

Weitere Interventionen erfolgen über den Terminmarkt. Dabei ist der klassische Terminmarkt eine feste Vereinbarung über eine künftige Warenlieferung zu einem bestimmten Preis.

Nun ist es am Terminmarkt möglich und auch üblich, den Vertrag selbst weiter zu veräußern. So kann man an der zwischenzeitlichen Preisentwicklung teilhaben, ohne die Ware physisch zu bewegen.

Der Goldpreis fällt besonders oft während der Handelszeit des wichtigsten Terminmarkts, der New York Comex (heute Teil der CME Gruppe). Die Preisrückgänge erfolgen dabei oft schockartig. Was ist der Zweck dieser Interventionen?

Gold ist vor allem ein Anlagemetall und Anlageentscheidungen  sind sehr stark von der Preisentwicklung abhängig. Das gilt vor allem für Gold, das keine laufenden Erträge wie Dividenden oder Zinsen abwirft. Gold als Anlage wird nur gehalten, weil man von einem steigenden Preis ausgeht.

Somit wird Gold als Anlage weniger interessant, wenn sein Preis fällt. Und genau darauf zielen die Interventionen der Zentralbanken über den Terminmarkt. Indem der Goldkurs plötzlich und massiv fällt, werden Investoren zu Verkäufen veranlasst und Interessenten abgeschreckt.

Damit werden die schockartigen Verkäufe über den Terminmarkt eine dritte wichtige Säule der Interventionen am Goldmarkt, neben den Verkäufen und der Goldleihe.

Einstiegschancen für Anleger

Doch die Rückgänge des Goldpreises durch Interventionen der Zentralbanken stellen für den Privatanleger immer wieder günstige Kaufgelegenheiten dar, um am langfristigen Anstieg des Goldpreises seit dem Jahr 2001 zu partizipieren. Seitdem ist der Goldpreis von zuvor knapp  400 US-$ auf deutlich über  1.000 US-$ je Feinunze gestiegen.

Dabei kann es für Anleger durchaus sinnvoll sein, den Goldbestand bei zwischenzeitlichen Hochs  zu verkaufen, um später günstig wieder einzusteigen. In der Spitze lag der Goldpreis in 2011 bereits bei über 1.900 US-$ je Feinunze.

13. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.