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3 problematische Konsequenzen der Deflation

Wenn man sich mit seiner Altersvorsorge, einer Geldanlage oder dem eigenen Gehalt/der eigenen Rente beschäftigt, so stößt man früher oder später auf den Begriff Inflation.

„Ihre Kaufkraft beträgt nach Abzug der Inflation so und so viel.“ Wenn man zum Beispiel eine Lebensversicherung mit 2,5% Verzinsung abschießt, fällt die Rendite nach Abzug der Inflation geringer aus. Doch wer nun meint, die Inflation zu verteufeln, der tut gut daran sich die Konsequenzen des Gegenteils, der Deflation genauer anzuschauen.

Die wirtschaftlichen Folgen einer Deflation

Eine Deflation wird in der Volkswirtschaftslehre als Rückgang des allgemeinen Preisniveaus definiert. Das bedeutet, dass zum Beispiel Preise von Nahrungsmitteln, Dienstleistungen, Strom, Benzin etc. sinken. Was sich für den Normalverbraucher im ersten Moment paradiesisch anhört, hat mittel- und langfristig katastrophale Folgen.

Zu Anfang freut man sich vielleicht über die sinkenden Preise für Milch und Äpfel, wundert sich, warum die Strompreise günstiger werden und der Besuch des Wellnesshotels in der Eifel so billig ist wie noch nie. Doch genau hier liegt der Irrtum eines vermeintlichen Vorteils. Denn sinkende Preise sind, so paradox das klingen mag, Gift für eine Volkswirtschaft wie wir sie kennen.

1. Konsequenz: Mitarbeiterfreisetzung um Kosten zu senken

Da Löhne und Gehälter vertraglich geregelt sind, sind sie daher auch entsprechend unflexibel. Kann ein Unternehmen nun seine Marge nicht aufrecht zu erhalten weil die Preise sinken, ist es gezwungen ebenfalls seine Kosten zu senken.

Den größten Kostenanteil machen in fast jedem Unternehmen die Personalkosten aus. Dadurch wird an dieser Schraube zuerst gedreht: Auslaufende Verträge werden nicht verlängert, Probezeiten zu Kündigungen genutzt und betriebsbedingte Kündigungen könnten ausgesprochen werden. Für den Staat sinkt dadurch die Einnahme über die Lohnsteuer.

2. Konsequenz: Mehr Arbeitslose, weniger Konsum

Durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit geraten viele Leute in Geldnöte und scheuen sich vor größeren Anschaffungen oder Ausgaben. Urlaube werden gestrichen, die Autoreparatur muss warten etc. Hierdurch sinkt für den Staatshaushalt u.a. die Einnahme über die Mehrwertsteuer.

Die Abwärtsspirale bewegt sich nun immer schneller. Durch den sinkenden Konsum setzen Unternehmen auch immer weniger Produkte ab und müssen weitere Arbeitnehmer entlassen.

3. Konsequenz: Warten auf noch günstigere Preise, kein Konsum

In der Gesellschaft ist die Deflation mittlerweile das Thema Nummer 1. Größere Käufe werden zurückgestellt, da der Normalverbraucher auf weiterhin sinkende Preise spekuliert.

Für den Einzelnen sieht das in dem Moment wie ein Vorteil aus, Gesamtwirtschaftlich sind die Folgen der Deflation jedoch verheerend. Der Konsum stagniert, die Gewinne der Unternehmen brechen weg, Arbeiter werden entlassen, es kommt zu immer mehr Arbeitslosigkeit. Jetzt ist die Wirtschaftsphase der Rezession im vollen Gange.

Ursachen für eine Deflation und Maßnehmen zur Bekämpfung

Als Ursache für eine Deflation können viele Aspekte in Frage kommen. Wenn sich z.B. die aktuelle Wirtschaftslage etwas verschlechtert sind die Menschen im Regelfall vorsichtiger und konsumieren weniger. Dafür wird mehr gespart und die Unternehmen verdienen weniger. Auch der Staat kann dazu beitragen, dass es zu einer Deflation kommt, in dem die Ausgaben (Staatskonsum) massiv gesenkt werden. Somit entsteht eine Nachfragelücke und es kommt zum Preisverfall.

Um eine Deflation zu bekämpfen bedarf es einer großen Anstrengung. Da es an der Nachfrage nach Konsumgütern mangelt sowie eine hohe Arbeitslosenquote existiert, müssen Banken den Unternehmen günstige Kredite zur Verfügung stellen um die Investition anzukurbeln. Hierzu bedarf es einer Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Mehr Arbeitsplätze sorgen wiederum für mehr Vermögen in der Bevölkerung und einem steigenden Konsum.

21. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.