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3 Szenarien wann sich freiwillige Rentenbeiträge lohnen können

Fast alle Menschen in Deutschland beziehen einen Teil ihrer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung erfolgt bei einer Festanstellung automatisch über den Arbeitgeber und der Rentenversicherungsbeitrag wird dann vom Lohn einbehalten und abgeführt. Es ist jedoch auch möglich freiwillige Rentenbeiträge zu zahlen, was sich unter bestimmten Umständen sogar ganz besonders lohnt.

Wann lohnt es sich, freiwillig Rentenbeiträge zu zahlen?

Wer schon in die Kassen eingezahlt hat und aus welchem Grund auch immer seine Festanstellung aufgibt, läuft Gefahr, Ansprüche und Anwartschaften zu verlieren, da beispielsweise die fünf Jahre Wartezeit noch nicht gesammelt sind.

Es kann sich daher lohnen, freiwillig in die gesetzliche Rente einzuzahlen, auch um die Versorgung bei einer eventuellen Erwerbsminderung oder die Versorgung der Angehörigen im Todesfall sicherzustellen.

Gründe, aus denen eine freiwillige Versicherung sinnvoll ist, gibt es einige. Diese 3 Szenarien sind besonders häufig:

1. Selbstständigkeit

Aus einem versicherungspflichtigen Job auszuscheiden und sich mit einer nicht versicherungspflichtigen Tätigkeit selbstständig zu machen, bedeutet, die Krankenversicherung und Altersvorsorge ab diesem Zeitpunkt selber regeln zu müssen. Wenn vorher in die Rentenkasse eingezahlt wurde, lohnt es sich, diese Beiträge freiwillig weiterzuzahlen, da sonst die Ansprüche auf eine eventuelle Erwerbsminderungsrente verloren gehen. Auch wird die Rentenausschüttung durch fortlaufende Zahlungen erhöht.

2. Wartezeit erfüllen

Um die nötige Wartezeit für die Hinterbliebenenrente zu erfüllen, die Angehörige im Todesfall finanziell unterstützt, müssen mindestens fünf Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt worden sein.

3. Nach kurzer Zeit wieder aus dem Job ausgeschieden

Ob die Geburt eines Kindes, eine Auszeit oder eine längere Krankheit – wer nur für kurze Zeit berufstätig war und noch nicht lange eingezahlt hat, der sollte besonders über die freiwillige Zahlung von Rentenbeiträgen nachdenken. Falls noch keine fünf Jahre Wartezeit zusammenkommen, sollte zumindest diese Zeit erreicht werden, um Ansprüche auf die Regelaltersrente zu erwerben. Kindererziehungszeiten werden in die rentenrechtliche Wartezeit mit eingerechnet.

So zahlen Sie freiwillige Rentenbeiträge

Ab dem 16. Lebensjahr ist es möglich sich freiwillig zu versichern – dafür muss sich entweder der Wohnsitz in Deutschland befinden (unabhängig von der Staatsbürgerschaft) oder bei Wohnsitz im Ausland die deutsche Staatsbürgerschaft vorhanden sein.

Freiwillig Versicherte bestimmen die Anzahl und die Höhe ihrer Rentenbeiträge selbst. Bis zu zwölf Monatsbeiträge können im Jahr gezahlt werden, die Höhe kann dabei zwischen dem Mindestbeitrag von monatlich 84,15 € (Stand 2016) und dem Höchstbeitrag von 1.159,40 € (Stand 2016) festgelegt werden.

Lohnt die Zahlung freiwilliger Rentenbeiträge?

Bis zum 31. März können rückwirkend Beiträge für das vergangene Jahr eingezahlt werden. Um Versicherungszeiten zu erfüllen, ist die Anzahl der Beiträge entscheidend. Wenn es um die Höhe der Rente geht, entscheidet die Höhe des jeweiligen Beitrags. Die Anmeldung der freiwilligen Zahlungen erfolgt beim Versicherungsträger, dort ist ebenfalls eine Beratung zu diesem Thema möglich.

Ob sich die Zahlung freiwilliger Rentenbeiträge lohnt, ist persönliche Ermessenssache. Für Hausfrauen oder Selbstständige können die Zahlungen als Maßnahme für die Altersvorsorge sinnvoll sein, erst recht wenn Wartezeiten noch erfüllt werden müssen, um überhaupt einen Anspruch auf Altersrente zu haben. Massive Steigerungen der Rentenhöhe sind über die freiwilligen Zahlungen jedoch nicht möglich, wodurch jeder für sich abwägen muss, ob es sich lohnt.

30. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.