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3 wichtige Aspekte zur Beantragung einer Pflegestufe

Laut dem Statistischen Bundesamt steigt die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland kontinuierlich. Lag die Zahl 1995 noch bei 1,06 Mio., wurden Ende 2012 schon 2,54 Mio. Menschen als pflegebedürftig eingestuft.

Pflegebedürftige und ihre pflegenden Angehörige sind jedoch nicht auf sich allein gestellt. Die Pflegekasse unterstützt mit Geld- und Sachleistungen den Pflegeaufwand, sobald eine Pflegestufe beantragt wurde. Vorbereitung heißt hier das Zauberwort, denn von der Einstufung in die richtige Pflegestufe hängt die Höhe der Zahlungen und Aufwendungen ab.

1. Pflegestufe beantragen

Wird über einen Zeitraum von 6 Monaten Hilfe und Pflege zur Bewältigung des täglichen Lebens benötigt, liegt eine Pflegebedürftigkeit vor. Der Antrag auf Pflegebedürftigkeit wird direkt der Pflegekasse vorgelegt, die der jeweiligen Krankenkasse angegliedert ist.

Um Pflege zu beantragen, genügt ein Anruf bei der Pflegekasse, Verbraucherzentralen raten jedoch zu einem schriftlichen Antrag, um den Antragsprozess für etwaige Nachfragen dokumentieren zu können.

Die Pflegekasse beauftragt nun den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zur Erstellung eines Gutachtens. Dieses Gutachten legt fest, in welche Pflegestufe der Pflegebedürftige eingeordnet wird.

In Deutschland existieren 3 Pflegestufen: je nach Zeitaufwand der Hilfe zur täglichen Grundversorgung werden Pflegebedürftige der Pflegestufe 1 (erheblich pflegebedürftig), der Pflegestufe 2 (Schwerpflegebedürftig) oder der Pflegestufe 3 (Schwerstpflegebedürftig) zugeordnet. Die Pflegestufe 0 kommt für Pflegebedürftige mit „erheblichen Einschränkungen der Alltagskompetenz“ (§ 45a SGB XI) zum Tragen, z.B. Demenzkranke, die somit auch ohne die Einordnung in eine Pflegestufe Hilfe beantragen können.

2. Erstellung des Gutachtens

Zur Erstellung des Gutachtens wird der MDK einen Termin zur Einschätzung des Pflegebedarfs vereinbaren. Dieser Besuch ist ausschlaggebend für die Einstufung in die jeweilige Pflegestufe. Das MDK leitet sein Gutachten an die Pflegekasse weiter, die wiederum einen Bescheid über die Pflegeeinstufung erstellt und dem Pflegebedürftigen zustellt.

Das Gutachten ist auf Anforderung in jedem Fall einsichtig. Insbesondere in den Fällen, in denen Antragsteller mit der Einordnung in eine niedrige Pflegestufe unzufrieden sind, kann diese Einsicht in das Gutachten beim Widerspruch helfen. Die Pflegekasse wird in diesen Fällen erneut den MDK beauftragen, ein Gutachten zu erstellen, jedoch nun von einem anderen Gutachter. Dieser Vorgang der erneuten Begutachtung hat tatsächlich oftmals Erfolg.

Kommt der zweite Gutachter des MDK jedoch zum gleichen Schluss wie sein Vorgänger, bleibt nur der Gang vor das Sozialgericht.

3. Vorbereitung auf den Besuch des MDK

Eine gute Vorbereitung auf den Besuch des MDK kann vor bösen Überraschungen schützen.

Ein Pflegetagebuch mit Daten über den zeitlichen Aufwand und über die Art der Pflege hilft dem Gutachter, einen ersten Überblick über den Pflegebedarf zu erlangen. Eine Woche mit Aufzeichnungen über die benötigten Hilfsleistungen kann dabei schon ausreichend sein. Pflegetagebücher werden von manchen Pflegekassen sogar automatisch verschickt, ansonsten sind sie auch über Verbraucherzentralen oder anderweitige Pflegeeinrichtungen erhältlich.

Auch ärztliche Befunde sollten immer aufbewahrt und dem MDK zur Ansicht übergeben werden. Alle Aufzeichnungen und Befunde werden vom MDK überprüft.

Ein weiterer Ratschlag: den Pflegebedürftigen nie mit dem Gutachter des MDK allein lassen. Da es vielen Pflegebedürftigen sehr unangenehm ist, auf Hilfe angewiesen zu sein, spielen sie ihre Pflegesituation herunter. Dies kann jedoch zu einer Einordnung in eine zu niedrige Pflegestufe führen, so dass weniger Hilfen und Leistungen von Seiten der Pflegekasse erbracht werden.

2. August 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.