MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

4 ausschlaggebende Faktoren – so funktioniert die Rentenformel

Sobald Arbeitnehmer in das Berufsleben einsteigen, müssen sie Anteile des Lohns an die gesetzliche Rentenversicherung abgeben. Was letztlich dabei herauskommt ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Es gibt allerdings vier ausschlaggebende Faktoren für die Berechnung des Rentenanspruchs, die für jeden gelten.

1. Entgeltpunkte in der Rentenformel

Die Entgeltpunkte geben den ersten Faktor wieder. Dabei wird jährlich das Verhältnis von Einkommen und Durchschnittsverdienst aller Versicherten verglichen. Ist das eigene Einkommen identisch mit dem Durchschnittseinkommen, erhält er Angestellte einen Entgeltpunkt für das entsprechende Jahr.

Ist das Gehalt nur halb oder beispielsweise doppelt so hoch, wie das Durchschnittseinkommen, so erhält er einen halben (0,5) oder doppelt so viele (2) Entgeltpunkt/e. Auf diese Weise wird immer nur in Relation zum Durchschnittseinkommen gerechnet und somit findet auch eine bessere Anpassung an das jeweilige Verdienstniveau statt.

2. Zugangsfaktor

Der Zugangsfaktor kalkuliert Zu- oder Abschläge der zukünftigen Rente. Dieser Faktor beträgt ohne Zu- oder Abschläge den Wert 1. Wer früher in Rente geht, muss Abschläge in Kauf nehmen, d.h. es wird dementsprechend weniger Rente ausgezahlt. Wer erst nach der Regelaltersgrenze in Rente geht, erhält im Umkehrschluss Zuschläge auf seine monatliche Rente.

3. Rentenartfaktor

Der Rentenartfaktor ist abhängig von der Art der Rente und hat nie einen größeren Wert als 1. So haben Altersrenten, Erziehungsrenten und Renten wegen voller Erwerbsminderung den Wert 1. Renten aufgrund von teilweiser Erwerbsminderung erhalten den Wert 0,5 und entsprechen demnach die Hälfte einer vollen Altersrente. Bei Witwenrenten beträgt der Faktor 0,55 oder 0,6. Vollwaisenrenten erhalten einen Wert von 0,2 und Halbwaisenrenten einen Wert von 0,1.

4. Rentenwert

Der Rentenwert spiegelt den Wert eines Entgeltpunktes wider. Dieser Wert steigt, wenn die Löhne wachsen. Momentan entspricht der Wert 28,61 € in Westdeutschland und 26,39 € in Ostdeutschland.

Berechnung Rentenformel

Monatliche Rente = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor

Beispielrechnung:

Der Angestellte Müller hat 40 Jahre lang gearbeitet und immer 20 % mehr als der Durchschnitt verdient. So konnte er im Schnitt 1,2 Entgeltpunkte pro Arbeitsjahr sammeln und kommt somit letztlich auf 40 x 1,2 = 48 Punkte. Er geht genau zum üblichen Regelalter in Rente und hat damit den Zugangsfaktor 1. Er lebt in Westdeutschland und hat aktuell einen Rentenwert von 28,61 €.

Daraus ergibt sich für Herrn Müller folgende Rechnung:

48 x 1 x 28,61 € x 1 (gewöhnliche Altersrente) = 1.373,28 €

Herr Müller erhält demzufolge aktuell monatlich den Betrag von 1.373,28 € von der Rentenkasse. 3 der Zahlen in der Rechnung bleiben für ihn immer gleich. Lediglich der Rentenwert kann sich jedes Jahr ändern. Entsprechend seiner Entgeltpunkte macht jeder Euro Unterschied beim Rentenwert sich auf seinem Konto mit 48 € pro Monat bemerkbar. Sollte der Rentenwert also beispielsweise um 2 € fallen, muss Herr Müller mit knapp 100 € weniger pro Monat auskommen.

Nachhaltigkeit der Rentenformel

Dieser Faktor spiegelt das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern wider. Das ist in Deutschland der Hauptkritikpunkt an dem Generationenvertrag, wie das Rentensystem auch genannt wird. Denn die eigentliche Stabilität bezieht das System aus einer pyramidenförmigen Demographie und die gibt es in Deutschland nicht.

Diese zeichnet sich dadurch aus, dass der größte Anteil der Bevölkerung junge Menschen sind und es wenig alte Menschen gibt. In Deutschland ist das Verhältnis von jung zu alt etwa 1:1. Somit tragen nicht viele junge Arbeitnehmer wenige Rentner, wie es eigentlich sein sollte. Aus diesem Grund steht für viele das deutsche Rentensystem auf wackeligen Beinen.

Insofern wird auch das Thema Altersarmut immer schwerwiegender, weil die gesetzliche Rente nicht mehr das leisten kann, weshalb sie eigentlich geschaffen wurde. Eine private Zusatzrente ist deshalb für viele Arbeitnehmer eine wichtige Unterstützung um im Alter nicht unter die Armutsgrenze zu fallen.

1. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.