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5 Länder mit den höchsten Steuern und Sozialabgaben weltweit

Als ein Steuerparadies gilt Deutschland nicht gerade, und auch in vielen anderen Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind die Abgaben an den Fiskus hoch. Zur Einkommenssteuer kommen dann noch die Sozialabgaben hinzu, und schnell bleibt vom Gehalt nur noch die Hälfte über.

Die Steuern und Sozialabgaben sind je nach Familienstand unterschiedlich. Eine Familie mit zwei Kindern musste im Jahr 2014 in der Regel für einen Durchschnittsverdienst (in Deutschland beträgt dieser z.B. 45.952 €) niedrigere Abgaben bezahlen als ein kinderloser Single.

5. Frankreich: 48,4 %

Kinderlose Singles geben in Frankreich im Schnitt 48,4 % ihres Gehalts ab, Familien mit zwei Kindern immer noch stolze 40,5 %, was der zweithöchste Wert in Europa ist. Die soziale Absicherung gehört in Frankreich zu den besten der Welt. Neben Sozialhilfe gibt es keine Deckelung beim Arbeitslosengeld, das schon nach vier Monaten ohne Beschäftigung ausbezahlt wird.

4. Ungarn: 49 %

Fast 15 % weniger Steuern und Sozialabgaben als Singles bezahlen Familien in Ungarn. Nur 34,6 % müssen sie im Schnitt abgeben, Singles 49 %. Soziale Absicherung gibt es in Ungarn umfassend, nur sind zum Beispiel die medizinischen Leistungen schlechter als in Deutschland. Eine gesetzliche Rentenversicherung, Arbeitslosengeld, Pflegegeld und weitere Leistungen sind im System aber vorgesehen.

3. Deutschland: 49,3 %

Deutschland liegt auf dem dritten Platz der Länder mit den höchsten Steuern und Sozialabgaben. Für kinderlose Singles werden an Steuern und Sozialabgaben im Schnitt 49,3 % fällig, Familien mit zwei Kindern zahlen durchschnittlich 33,8 %. Für die hohen Abgaben gibt es aber auch etwas zurück. Das Sozialsystem in Deutschland ist sehr gut und neben Arbeitslosengeld, gesetzlichen Renten, gesetzlich geregelten Krankenversicherungen, kostenlosen Kindergärten und Schulen gibt es noch viele weitere Leistungen, die von den Steuern und Sozialabgaben finanziert werden.

2. Österreich: 49,4 %

Platz 2 belegt der deutsche Nachbarstaat Österreich mit 49,4 % Abgaben für Singles und 38,8 % für Familien. Der österreichische Durchschnittsverdienst liegt bei 42.573 €. Auch in Österreich gibt es ein umfassendes Sozialsystem, wenn auch mit einigen viel kritisierten Punkten. So gibt es Gratis-Kindergärten zum Beispiel nur in Wien, das maximale Arbeitslosengeld liegt bei nicht mal 1.500 € pro Monat und der Eintritt in den Ruhestand erfolgt im Schnitt mit 58,9 Jahren bei Männern und 57,5 Jahren bei Frauen. Würde das Eintrittsalter um ein Jahr nach hinten verschoben werden, könnte der österreichische Staat pro Jahr 1 Mrd. € einsparen.

1. Belgien: 55,6 %

Mehr als die Hälfte ihres Gehalts müssen kinderlose, alleinstehende Belgier im Schnitt abgeben und somit mehr als jeder andere Europäer. Selbst Familien haben hohe Abgaben – mit 40,6 % sind auch bei ihnen in Belgien die Steuern und Sozialabgaben am höchsten. Wie auch in Deutschland gibt es in Belgien ein umfassendes Sozialversicherungssystem und die Themen Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Pensionierung sind dort gut geregelt.

Auch wenn in Deutschland viel über zu hohe Steuer- und Sozialabgaben geklagt wird – in anderen Ländern sind die Abgaben noch höher. Außerdem können nur durch diese Zahlungen, die jeder monatlich über sein Gehalt leistet, die europäischen Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme so funktionieren wie sie es aktuell tun.

9. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.