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6 Steuertipps, um Kapitalanleger vor dem gierigen Staat zu schützen

Wer Geld anlegt, angelegt hat oder anlegen will, sieht sich leider schnell damit konfrontiert, dass der deutsche Staat die Hand aufhält. Den Steuern sind auch auf Anlagen wie Fonds Dividenden zu entrichten. Doch es gibt legale Wege, nicht komplett auszubluten. Die wichtigsten 6 Steuertipps für Anleger auf einen Blick:

1. Doppelbesteuerung bei Auslandsfonds vermeiden

Ausländische Investmentfonds können Sie leicht an der ISIN, also der internationalen Wertpapierkennnummer, erkennen. Beginnt die ISIN mit DE, dann handelt es sich um einen deutschen Fonds. Beginnt die ISIN dagegen z.B. mit LU, dann ist dieser Fonds in Luxemburg aufgelegt worden.

Rund zwei Drittel der Auslandsfonds thesaurieren die Erträge im Fondsvermögen. Das heißt: Es gibt keine direkte Ausschüttung an die Fondsbesitzer (die Zinsen und Dividenden werden direkt wieder in den Fonds investiert).

Auslandsfonds, die die Erträge thesaurieren, bedeuten für Sie Mehrarbeit. Denn die Bankinstitute halten die Abgeltungssteuer auf thesaurierte Erträge wie Zinsen und Dividenden nur ein, wenn die Fonds von Deutschland aus verwaltet werden, nicht bei ausländischen Fonds.

Hier müssen Sie selbst aktiv werden und die wieder angelegten Erträge über Ihre Steuererklärung deklarieren und versteuern. Verkaufen Sie den Fonds nach einigen Jahren, so wird der Kurs-Gewinn versteuert; die Bank hält automatisch 25% Abgeltungssteuer plus Nebensteuern vom Gewinn zurück und führt die Steuern an das Finanzamt ab.

2. Doppelbesteuerung von Auslands-Dividenden verhindern

Fast alle Staaten erheben bei Dividendenzahlungen, die ins Ausland gehen, eine Steuer, die sogenannte Quellensteuer. Erst dann fließt der Betrag in die Wertpapier-Depots. Hier in Deutschland muss die Depot-Bank anschließend eine Steuer in Höhe von 25% erheben und an den Fiskus abführen.

Um diese zweifache Belastung abzufedern, hat Deutschland mit mehr als 80 Staaten ein sogenanntes Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgeschlossen. Im DBA wird auch geregelt, mit wie viel Prozent die Auslandsabgabe auf die Abgeltungssteuer angerechnet werden kann. In den meisten Fällen sind es 15%.

Doch einige Staaten behalten mehr Quellensteuer ein, als in Deutschland angerechnet wird. Die Schweiz greift mit 35% zu, Österreich mit 25%. Als Anleger können Sie einen Antrag stellen, den nicht angerechneten Steueranteil vom Quellensteuerstaat zurückzufordern. Als unkompliziert gilt das Verfahren mit der Schweiz und Österreich. Schwieriger wird es in Italien: Die Rückerstattung kann unter Umständen viele Monate dauern.

Das Bundeszentralamt für Steuern stellt im Internet eine umfangreiche Liste bereit. Ebenfalls auf dieser Seite finden Sie Erstattungsanträge und die Adressen der ausländischen Finanzbehörden.

Beachten Sie aber, dass es Fristen gibt, die eingehalten werden müssen. Wer sich nicht selbst darum kümmern möchte, kann auch die Hilfe der Depot-Bank in Anspruch nehmen. Für eine Gebühr von etwa 30 bis 40 € je Dividendentitel helfen einige Banken bei der Rückerstattung von ausländischen Quellensteuern. Aber auch Ihr Steuerberater kann Ihnen behilflich sein.

3. Steuerfreie Gewinne mit Gold und Silber erzielen

Gewinne aus Veräußerungen von physischem Gold und Silber müssen Sie nach einer Haltefrist von einem Jahr (sogenannte Spekulationsfrist) nicht versteuern. Ein Hinweis für schnell agierende Trader:

Bei kurzfristigen profitablen Veräußerungsgeschäften binnen der Jahresfrist nach dem Kauf greift nicht die Abgeltungssteuer mit dem Satz von 25%, sondern Ihr persönlicher Steuersatz. Achtung: Seit dem 01.01.2014 ist beim Erwerb von physischem Silber eine Mehrwertsteuer von 19% zu zahlen.

4. Geld zurück bei niedrigem Steuersatz

Die Kapitalerträge werden in Deutschland seit 2009 pauschal mit 25% (+ Soli und Kirchensteuer) besteuert. Die Depot-Banken ziehen den Steueranteil (Abgeltungssteuer) direkt ab und leiten das Geld an das Finanzamt weiter.

Daher müssen diese Erträge in der Steuererklärung nicht unbedingt angegeben werden. Allerdings kann es sich für Sie unter Umständen lohnen, freiwillig eine Steuererklärung abzugeben und eine „Günstigerprüfung“ zu beantragen. Sollten Sie einen persönlichen Steuersatz von unter 25% besitzen, so wird dieser niedrigere Steuersatz auch auf Ihre Kapitalerträge angewendet. Zu viel gezahlte Steuer (Einbehalt durch die Banken) wird in diesen Fällen zurückerstattet.

Aus diesen Gründen ist es ratsam, Ihre persönliche Einkunftssituation genau zu prüfen. Haben Sie daher keine Angst vor der Aufforderung des Finanzamtes, eine Steuererklärung abzugeben. Vielleicht winkt sogar eine Steuererstattung von zu viel gezahlter Kapitalertragsteuer. Dann glänzen die realisierten Börsengewinne noch mehr.

5. So werden Spin-Offs steuerlich behandelt

In diesem Sommer ging die ehemalige Siemens-Tochter Osram an die Börse. In diesem Zusammenhang fand ein sogenannter Spin-Off statt – das ist der Fachausdruck für eine Unternehmensabspaltung.

Die aktuelle Unsicherheit vieler Anleger, wie dieser Sachverhalt steuerlich zu behandeln ist, liegt vor allem daran, dass sich die steuerlichen Regelungen durch das sogenannte Amtshilferichtlinienumsetzungsgesetz geändert haben. Das Gesetz mit dem ellenlangen Namen wurde erst im Juni, also kurz vor dem Osram-Deal, im Bundesgesetzblatt verkündet und regelt unter anderem einige Passagen des Einkommensteuergesetzes neu.

Davon betroffen sind vor allem Anleger, die Aktien von Abspaltungen halten. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass einige Banken und Sparkassen diese neuen Regelungen für Spin-Offs im Fall Osram noch nicht berücksichtigt haben – das sorgt für zusätzliche Verwirrung bei den Aktionären.

6. Schwierigkeiten bei ausländischen Spin-Offs

Bisher stufte der Bundesfinanzhof neu zugeteilte Aktien ausländischer Spin-Offs als steuerpflichtige Sachdividende ein. Demnach mussten Sie als Anleger den Ertrag wie eine normale Dividende versteuern.

Hinzu kam, dass oft noch ausländische Quellensteuer anfiel und somit faktisch zunächst einmal eine Doppelbesteuerung stattfand. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Durch das neue Recht sollen fortan in- und ausländische Spin-Offs gleich behandelt werden.

Nun gilt auch für die in Ihr Depot gebuchten Aktien ausländischer Spin-Offs die sogenannte Fußstapfen-Theorie. Diese soll erstmals auf Abspaltungen, die nach dem 31. Dezember 2012 zur Eintragung in ein entsprechendes Register angemeldet wurden, angewendet werden.

Schwierigkeiten für betroffene Anleger und ihre Depotbanken ergeben sich daraus, dass das Gesetz rückwirkend angewendet wird. Anleger und Depotbanken müssen in Erfahrung bringen, zu welchem Termin der Spin-Off in das entsprechende Register eingetragen wurde.

28. Mai 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.