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7-Punkte-Checkliste für Ihre private Altersvorsorge

Angesichts sinkender Rentenleistungen wird die private Altersvorsorge immer wichtiger. Allerdings kümmern sich die Deutschen zu wenig darum. Nach einer Untersuchung von TNS Infratest befasst sich nicht einmal die Hälfte der Bundesbürger intensiv mit dem Thema. Bei den unter 30-jährigen ist es sogar nur ein Drittel. Folgende 7-Punkte-Checkliste zeigt Ihnen, worauf Sie bei der privaten Altersvorsorge achten sollten.

1. Rentenanspruch ermitteln

Zunächst sollten Sie ermitteln, mit welchen Leistungen Sie bereits jetzt im Alter rechnen können. Dabei geht es um Ihre Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung, Pensionen, Betriebsrenten sowie Leistungen aus bereits bestehenden privaten Vorsorgeverträgen. Dazu können Sie unter anderem die vom Rentenversicherungsträger erstellten Renteninformationen heranziehen.

2. Versorgungslücke bestimmen

Ermitteln Sie so realistisch wie möglich, wie viel Geld Sie im Alter benötigen. Dabei sollten Sie auch die Inflation berücksichtigen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie dabei den langfristigen Durchschnitt von 1,5% zu Grunde legen.

Wenn Sie heute ein Nettogehalt von beispielsweise 2.500 € haben und einen gesetzlichen Rentenanspruch von 1.500 €, haben Sie eine Versorgungslücke von 1.000 € pro Monat ohne Berücksichtigung der Inflation.

Angenommen, Sie sind heute 37 Jahre alt, dauert es noch 30 Jahre, bis Sie mit 67 in Rente gehen können. Aus einer monatlichen Versorgungslücke von heute 1.000 € pro Monat ergibt sich bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,5% pro Jahr ein Monatsbedarf von 1.563,08 € in 30 Jahren.

3. Finanzielle Situation prüfen

Im nächsten Schritt muss ermittelt werden, welche variablen Kosten jeden Monat anfallen, um den täglichen Lebensbedarf zu decken und welche fixen Kosten monatlich anfallen, um Miete oder Hypothek, Nebenkosten, Telefon und alle jährlich anfallenden Versicherungen etc. bezahlen zu können. Diese Kosten sind vom Nettoeinkommen ebenso abzuziehen wie der Bedarf für Freizeit, Kultur und Hobbys.

Dabei muss eine Liquiditätsreserve für unvorhergesehene Ausgaben ebenso berücksichtigt werden wie ein anstehender Autokauf. Sind alle diese Kosten ermittelt worden, kann der frei zur Verfügung stehende monatliche Sparbeitrag für die private Altersvorsorge ermittelt werden.

4. Risiken absichern

Wer eine Familie zu versorgen hat, sollte auch daran denken, diese durch eine Risiko-Lebensversicherung für den Fall abzusichern, dass ihm etwas zustößt. Sinnvoll ist zudem, sich für den Fall der Berufsunfähigkeit abzusichern. Am besten macht man das, wenn man jung und noch gesund ist, denn der Gesundheitszustand spielt eine wichtige Rolle beim Abschluss dieser Versicherungen.

Darüber sollte eine ausreichend hohe Privathaftpflichtversicherung für die ganze Familie zur Absicherung von Personen-, Sach- und Vermögensschäden für jeden selbstverständlich sein.

5. Vorsorgeprodukt auswählen

In diesem Schritt muss das richtige Vorsorgeprodukt ausgewählt werden. Grundlage hierfür ist Ihre Einstellung zu den drei magischen Kriterien der Geldanlage: Rendite, Sicherheit und Liquidität. Magisch sind sie deshalb, weil diese Kriterien nicht alle gleichzeitig erreicht werden können. Beispielsweise lässt sich das Ziel einer hohen Rendite nicht mit dem Ziel einer großen Sicherheit der Geldanlage in Einklang bringen.

Prinzipiell kommen Banksparpläne, Renten- oder Kapital-Lebensversicherungen oder Aktien in Betracht. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Weiterhin spielt eine Rolle, wie wichtig Ihnen Flexibilität ist. Während Versicherungsprodukte meist sehr starr sind, können Sie zum Beispiel einen Fondsparplan leicht an veränderte finanzielle Situationen anpassen.

6. Staatliche Förderung in Anspruch nehmen

Der Staat fördert private Altersvorsorge mit der sogenannten Riester-Rente für Angestellte und mit der Rürup-Rente für Selbständige. Bevor Sie sich endgültig für ein Vorsorgeprodukt entscheiden, sollten Sie überprüfen, ob ein staatlich gefördertes Produkt für Sie sinnvoll und zielführend ist. Nutzen Sie die staatliche Förderung bereits, kommt vielleicht eher ein Bank- oder Fondssparplan für Sie in Betracht.

7. Vorsorgeverträge regelmäßig prüfen und anpassen

In regelmäßigen Abständen sollte man prüfen, ob der einmal abgeschlossene private Vorsorgevertrag noch den Bedürfnissen entspricht. Oft steigt im Zeitablauf das Einkommen, man heiratet vielleicht, es werden Kinder geboren und manche Ehe wird auch wieder geschieden. In all diesen Fällen ist eine Anpassung der privaten Altersvorsorge sinnvoll und notwendig.

Private Altersvorsorge ist ein Projekt für das ganze Leben

Die Lebenserwartung der Menschen steigt, das zukünftige gesetzliche Rentenniveau wird nach Angaben der Bundesregierung bis 2025 um ca. 10% sinken und private Altersvorsorge wird deshalb zunehmend wichtiger. Dabei sollte man diese anhand einer umfassenden Checkliste wie ein wichtiges Projekt planen. Insgesamt sollten die gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge zusammen einen zufriedenstellenden Lebensstandard im Alter gewährleisten.

1. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.