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Verwandschaftsgrad: Ab wann man Erbschaftssteuer zahlen muss

Falls im nahen Umkreis jemand stirbt, ist das in erster Linie traurig. Häufig ist mit einem Todesfall, gerade im Kreis der Familie, eine Erbschaft verbunden. Das heißt, dass die verstorbene Person ihr Vermögen einer oder mehreren Personen ihrer Wahl vermacht. Darüber hinaus gibt es noch Pflichtanteile, die die Kinder und der Ehegatte der Person in jedem Fall erhalten.

Ab wann Erben Erbschaftssteuer zahlen müssen, ist im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz geregelt. Denn je nach Verwandschaftsgrad zwischen Erblasser und Begünstigtem gibt es unterschiedliche Freigrenzen. Bei Erbschaften, die über diese Beträge hinaus gehen, verdient der Staat am Nachlass ordentlich mit. Wie hoch die Freigrenzen tatsächlich sind und was bei einer Erbschaft beachtet werden muss, ist für die Begünstigten interessant zu wissen.

Ab wann Erbschaftssteuer gezahlt werden muss

Die Erbschaftssteuer wurde erstmalig im Jahr 1906 im Deutschen Reich eingeführt und seitdem mehrfach reformiert. Sie hat sich bis heute gehalten. Die Erbschaftssteuer ist im deutschen Steuerrecht ähnlich der Schenkungssteuer geregelt, die verhindern soll, dass ein Vermögen schon unter Lebenden verteilt wird, ohne dass der Fiskus davon profitiert.

Für die Erbschaftssteuer gelten je nach Verwandschaftsgrad verschiedene Freigrenzen. Ehepartnern oder Lebenspartnern (Klasse I) dürfen bis zu 500.000 Euro vererbt werden, ohne dass dafür Steuern gezahlt werden müssen. Jedes leibliche Kind oder adoptiertes Kind beziehungsweise Stiefkind darf steuerfrei bis zu 400.000 Euro erben. Jedes Kind eines verstorbenen Kindes oder Stiefkindes darf ebenfalls bis zu 400.000 Euro erben, ohne dass der Staat einen Anteil daran erhält.

Jede sonstige Person aus der Klasse I, also Enkel oder Großeltern, dürfen 100.000 Euro ohne Steuerabzug erben und jede Person aus der Klasse II wie zum Beispiel Neffen oder Geschwister oder Lebensgefährten oder Freunde (Klasse III), erhalten im Nachlass 20.000 Euro ohne Steuerabzug.

Wie hoch sind die Steuersätze bei der Erbschaftssteuer?

Nicht nur die Freibeträge messen sich am Verwandschaftsverhältnis, das zu der verstorbenen Person besteht. Auch der Steuersatz, der für den Betrag, der über der Freigrenze liegt noch an den Staat gezahlt werden muss, wird je nach Verhältnis zu der verstorbenen Person festgelegt.

Bis 75.000 Euro über dem jeweiligen Freibetrag zahlen Ehegatten, Lebenspartner, Kinder, Enkel und Eltern im Erbfall 7 % Steuern, bis 300.000 Euro 11 % Steuern, bis 600.000 Euro 15 % Steuern  und bis 6 Mio. Euro 19 % Steuern. Bis 13 Mio. Euro werden für die genannte Gruppe 23 % Steuern fällig, bis 26 Mio. 27 % und bei allem über 26 Mio. Euro liegt der Betrag immer bei 30 %, die an den Staat gehen.

Bei Geschwistern, Neffen oder auch geschiedenen Partnern, die ebenfalls in die Klasse II eingruppiert werden, liegt der Steuersatz etwas anders. Bei 75.000 Euro über Freibetrag werden 15 % fällig, bis 300.000 Euro 20 %, bis 600.000 Euro 25 %, bis 6 Mio. Euro 30 %, bis 13 Mio. Euro 35 %, bis 26 Mio. Euro 40 % und ab 26 Mio. immer 43 %.

Die schlechtesten Bedingungen haben Personen, die nicht direkt mit dem Verstorbenen verwandt sind

Für alle übrigen Personen, bei denen der Freibetrag bei 20 % liegt, werden bis zu einem Betrag von 6 Mio. Euro 30 % Steuern fällig und alles darüber wird mit 50 % versteuert.

Für Personen, die also in nächster Zeit etwas erben werden, ist es daher wichtig, dass sie die Höhe der Erbschaft kennen. Dann können sie in Anbetracht des Verwandschaftsverhältnis zu der verstorbenen Person berechnen, wie viel Geld letztlich für sie übrig bleiben wird und wie viel der Staat erhält.

20. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.