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Abenomics Definition – wenn Japan massenhaft Geld druckt

Der japanische Premierminister Shinzō Abe hat ein Programm entwickeln lassen, mit dem er die Wirtschaft im eigenen Land wieder ankurbeln will. Diese neue Wortschöpfung ist der Kombination aus dem englischen Economics (Wirtschaft) und seinem Nachnamen „Abe“ geschuldet. Offensichtlich wird momentan nicht nur ständig neues Geld geschaffen, sondern auch neue Begriffe.

Makroökonomie Japans

Hinter Abenomics steckt der Versuch, die makroökonomischen Probleme von Japan in den Griff zu bekommen. Japans Wirtschaft hatte in den letzten Jahren unter vielen Schicksalsschlägen zu leiden. 1990 platzte die Anleihenblase, und seitdem war das Wachstum des Bruttosozialproduktes begrenzt. Die Arbeitslosigkeit nahm zu und erschwerte die Situation zusätzlich.

1997 reagierte Japan und erhöhte die Mehrwertsteuer von 3% auf 5%. Dadurch verstärkte sich die Rezession und der Wirtschaft ging allmählich die Luft aus. Menschen gaben weniger Geld aus und so reduzierte der Handel die Preise, um wieder Kunden anzulocken. Die Folge der gesenkten Preise waren aber Lohnkürzungen.

Das Bruttosozialprodukt schrumpfte im Jahr 1998 um 1,8% und die Arbeitslosigkeit stieg auf 4,1%. Allgemein werden die Jahre 1990 bis 2000 als die verlorene Dekade in Japan bezeichnet, in der die Wirtschaft nicht wiederbelebt werden konnte.

Jedoch war es damit nicht getan. Derzeit wird der Begriff „verlorene Dekade“ auch auf die Jahre 2000 bis 2010 angewandt. Japan kämpft bereit seit zwei Jahrzehnten gegen die Rezession. Auch ein extrem niedriger Zins – den die asiatische Insel schon jahrelang auszeichnet – hat an der Situation nichts verändern können. Deflation in Japan – diese Gründe führten zur Krise

Der Plan von Shinzō Abe

Nach 20 Jahren Stillstand und Misswirtschaft wollte der japanische Premierminister das Ruder endlich herumreißen. Es wurde ein Plan veröffentlicht, der die Ausgaben des Staates erhöhen sollte und gleichzeitig eine Wachstumsstrategie gestartet, um die Wirtschaft aus dem Tiefschlaf zu wecken.

Besonders ausländische Investoren waren davon begeistert und Gelder flossen wieder in den japanischen Aktienmarkt. Nicht, weil es den Unternehmen plötzlich wieder gutging, sondern weil die Politik beschlossen hatte, die Märkte anzukurbeln.

Die Reaktion war gigantisch und der Nikkei Index verdoppelte sich dadurch beinahe von November 2012 (Stand: rund 8.600 Punkte) bis Mai 2013 (Stand: 15.660 Punkte). Doch das war vorerst das Ende vom Lied. Seitdem verlor der Nikkei innerhalb eines Monats etwa 3.000 Punkte und die Investoren ziehen ihre Gelder wieder ab.

Yen wird verflüssigt

Die extreme Geldschaffung führt selbstverständlich auch dazu, dass der Yen sehr deutlich abgewertet ist – anders als in den letzten Jahren. Zum Vergleich: Im November 2012 lag der USD/JPY (also das Verhältnis von US-Dollar zu japanischem Yen) bei unter 80. Mit dem Anstieg des Nikkei und dank Abenomics lagen die Höchstwerte Ende Mai 2013 bei 104 USD/JPY. Der EUR/JPY verhielt sich ähnlich.

Abenomics: Definition

Shinzō Abe hat sich mit der Abenomics-Definition zumindest einen Namen gemacht. Ob das unverhältnismäßige Aufweichen des Yens langfristig zum Ziel führt, wird sich zeigen. Die Bank von Japan hat zumindest für 2014 ein Inflationsziel von 2% ausgegeben.

Es wäre ihnen zu wünschen, aus der Rezession und dem Stillstand herauszukommen – und auch, dass die Wirtschaft die geplanten Steuererhöhungen verkraftet. Im Herbst 2013 will die Regierung endgültig entscheiden, ob sie die Mehrwertsteuer erneut anhebt.

19. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.