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Abfindung versteuern: Schon jetzt für 2016 planen

Auch wenn sich für die Steuererklärung im kommenden Jahr vieles ändern wird, eine Abfindung ist auch 2016 nach den gleichen Regeln zu versteuern wie bisher. Da aber die Höhe der zu zahlenden Steuer von einigen Details abhängt, sollte frühzeitig an eine optimale Gestaltung gedacht werden.

Abfindung versteuern 2016: Ermäßigung durch Fünftelregelung

Wer absehen kann, dass er im nächsten Jahr seinen Arbeitsplatz verliert und sich Chancen auf eine Abfindung ausrechnet, der ist gut beraten, sich schon jetzt mit der Frage zu befassen, was beim Versteuern 2016 auf ihn zukommt. Natürlich wird gerne auf die Fünftelregelung hingewiesen, mit der das Finanzamt dem Steuerzahler entgegenkommt.

Die soll verhindern, dass er schon bei überschaubaren Abfindungen durch die Zahlung auf einen Schlag in die nächste Progressionsstufe gerät. Allerdings prüft das Finanzamt, ob die Abfindung auch innerhalb eines Jahres gezahlt wurde.

Zudem muss damit das Einkommen höher sein, als wenn er weiterhin sein Gehalt beziehen würde. Dies nennt sich Zusammenballung der Einkünfte. Bereits 1 € mehr reicht dafür aus. Um die abzuschätzen, kann man zum Abgleich das aktuelle Brutto-Jahreseinkommen nehmen.

Fünftelregelung: Berechnung und Beispiele

Bei der Fünftelregelung wird die Steuer aufs Einkommen ohne Abfindung ermittelt. Dann rechnet man zum Einkommen ein Fünftel der Abfindungshöhe hinzu und ermittelt die Einkommenssteuer erneut. Anschließend wird die Differenz der Steuerbeträge mit 5 multipliziert, was die Steuer auf die Abfindung ergibt.

Doch je nach Konstellation und Höhe ist der Steuerspareffekt ohnehin begrenzt. Schon bei einem Einkommen von 30.000 € und einer ebenso hohen Abfindung bringt die Ersparnis gerade mal grob 2.300 € (Steuerklasse I /ohne Kinder).

Auszahlungstermin entscheidet

Auch wenn im Detail vieles von den individuellen Voraussetzungen wie Gehalt, Zusatzeinkommen, Steuerklasse etc. abhängt – mitentscheidend ist der Zeitpunkt einer Abfindung. Besonders ungünstig ist es, wenn das Arbeitsverhältnis zum Jahresende endet und kurz vor Sylvester auch die Abfindung gezahlt wird.

In diesem Fall kommt nämlich das gesamte Jahresgehalt hinzu. Hier steht der magere Effekt der Fünftelregelung in keinem Verhältnis zum Spareffekt, den eine Auszahlung ein paar Tage später bringt.

Ein Beispiel: Bei einer Auszahlung im Dezember müsste ein verheirateter Mann als Alleinverdiener mit einem Jahresgehalt von 45.000 € plus 5.000 € Zusatzeinkommen aus Zinsen auf 80.000 € Abfindung 31% Steuern zahlen. Wenn die Zahlung aber erst im Januar kommt und außer seinen Zinsen keine weitern Einnahmen hat, kann er erst mal gut davon leben und zahlt nur ca. 5%.

Günstige Varianten mit dem Arbeitgeber aushandeln

Die Fünftelregelung greift aber nicht mehr, wenn die Abfindung über mehrere Jahre verteilt gezahlt wird. Je nach Fall kann sich dies jedoch rechnen, da die Jahresbeträge niedriger sind.

Wer also frühzeitig mit seinem Chef günstigere Konditionen aushandelt, spart viel Geld. Eine weitere Gestaltungsvariante wäre, dass der Teile der Abfindung direkt in eine Altersvorsorge einzahlt. Dieses Geld ist dann nämlich steuerfrei.

Vorsicht Fallen

Vorsicht ist aber bei folgender Variante angesagt: Die Entschädigung soll wegen der Rente dergestalt aufgesplittet werden, dass zusätzlich zur Abfindung weitere Entschädigungen über längere Zeit hinweg gezahlt werden.

Wenn die insgesamt ähnlich hoch sind wie die eigentliche Abfindung, besteht die Gefahr, dass das Finanzamt alles als eine einheitliche Abfindung unterstellt. Und weil die nicht auf einen Schlag ausgezahlt wird, entfällt die Ermäßigung durch die Fünftelregelung.

Der Schuss kann auch nach hinten losgehen, wenn das Arbeitsverhältnis beendet und die Abfindung in Form eines Gehalts vereinbart wird, das für gewisse Zeit auf niedrigerem Niveau weiterläuft. In diesem Fall wird aus der Abfindung ein Gehalt, und das ist sozialabgabepflichtig.

Derartige Planspiele sollten auf jeden Fall zuvor mit einem Steuerberater besprochen werden. Zudem müssen gerade ältere Arbeitnehmer, die eine Abfindung im Rahmen eines Sozialplans erwarten, berücksichtigen, dass mittlerweile die Höhe teil drastisch gekürzt werden kann. In diesem Fall dürfte es für eine „Zusammenballung der Einkünfte“ kaum reichen. Und damit fehlt die Voraussetzung der Fünftelregelung.

1. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.