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Abgeltungssteuer bei Aktiengewinnen: So müssen Sie vorgehen

Die Abgeltungssteuer von 25 % gilt sowohl für Dividenden als auch für Kursgewinne der Aktien. Sie wird als Quellensteuer erhoben, d.h. sie ist an der Quelle ihres Entstehens – also meist bei Ihrer Bank – zu entrichten.

Mit der einbehaltenen Steuer gilt für den Privatanleger seine Steuerpflicht auf Aktiengewinne aber als „abgegolten“. Eine Erwähnung in der Steuererklärung findet nicht mehr statt.

Abgeltungssteuer: Aktien für jeden Anlagetyp betroffen

Geht man sehr aktiv mit seinem Depot um, um auch kurzfristige Kursgewinne zu realisieren, ist die Abgeltungssteuer genauso fällig wie bei einer langfristigen Anlage, die vorwiegend auf Dividenden zur Vermögensbildung aufbaut.

Wann und wie die Gewinne während des Jahres erzielt werden, spielt also keine Rolle. Schon die Auszahlung eines Kursgewinns bei Aktienverkauf wird durch die Bank um den entsprechenden Abgeltungssteuersatz gemindert.

Durch den Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 € für Ledige und 1602 € für gemeinsam veranlagte Verheiratete kann die Steuerlast aber reduziert werden. Einen entsprechend gültiger Freistellungsauftrag bei der Bank vorausgesetzt, wird die Abgeltungssteuer somit erst bei Gewinnen über dem Freibetrag abgeführt.

Abgeltungssteuer: Aktienverluste kaum verrechenbar

Kaum ein Depot wird nur Aktien enthalten, deren Kurs gestiegen ist. Es liegt also als Anleger nahe, Kursverluste mit Kursgewinnen verrechnen zu wollen, um so die Höhe des steuerpflichtigen Kapitalertrags zu reduzieren.

Die Steuerschuld kann hier aber nur gemindert werden, wenn positiven Erträgen Veräußerungsverluste aus anderen Aktiengeschäften gegenüberstehen. Eine Anrechnung von Verkaufsverlusten auf Gewinne aus aktienfremden Kapitalerträgen schließt das Einkommensteuergesetz explizit aus.

Die Berechnung des Gewinns oder Verlusts läuft dabei zunächst auf Ebene der Bank. Ein verbleibender Verlust wird vom Kreditinstitut entweder auf das nächste Jahr vorgetragen oder, auf Antrag des Kunden bis zum 15. Dezember eines Jahres, bescheinigt und kann mit Kapitaleinkünften des laufenden Jahres bei anderen Banken oder mit Kapitaleinkünften der Folgejahre verrechnet werden.

Abgeltungssteuer: Werden Sie zum Gewinner

Durch die geschickte Auswahl einer attraktiven Aktienanleihe werden Sie sogar zum Gewinner der Abgeltungssteuer.

1. Achten Sie auf das Datum der Zinszahlung

Verschieben Sie die Zinszahlung einfach in das Jahr 2009 hinein. Denn ab 2009 werden Zinserträge nur noch mit pauschal 25% versteuert, wobei ein Zinsertrag in 2008 noch mit Ihrem persönlichen Steuersatz, der bis zu 45% plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer betragen kann, versteuert werden muss.

Wählen Sie daher Aktienanleihen aus, die erst in 2009 die Zinsen auszahlen. Das spart Steuern. Die Zinseinnahmen sind in diesem Fall bereits pauschal versteuert. Sie werden nicht mehr zu Ihren anderen Einkünften hinzu gerechnet. Dadurch erreichen Sie wiederum eine niedrigere Progression.

2. Wählen Sie die Laufzeit der Aktienanleihe steueroptimal aus

Das hilft, auch die  Marktrendite günstiger zu versteuern. Denn Aktienanleihen mit Laufzeit bis ins Jahr 2009 führen dazu, dass die Marktrendite ebenfalls nur mit 25% versteuert wird.

Auch hier optimieren Sie Ihre Anlage mit Blick auf die Laufzeit. Allerdings entfällt hierbei auch die Spekulationsfrist von 1 Jahr, wenn Sie statt der Nennwertrückzahlung Aktien erhalten (Aktienkurs sinkt unter Basispreis). Sollte es anschließend wieder zu einem Kursaufschwung kommen, sind die Gewinne daraus voll steuerpflichtig.

3. Achten Sie auf den Tag der Anschaffung

Als Tag der Anschaffung der ins Depot gebuchten Aktien gilt der Ausübungstag. An diesem Tag wird über Nennwertrückzahlung oder Lieferung der Aktien entschieden. Liegt dieser Tag noch vor dem 1.1.2009, gilt weiterhin der Bestandsschutz: Sie können die Aktien nach Ablauf der 12-monatigen Spekulationsfrist verkaufen. Ihr Gewinn daraus bleibt steuerfrei!

10. Februar 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.