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Abgeltungssteuer: Das Wichtigste im Überblick

Die Bundesregierung legt die Regelungen zur Abgeltungssteuer per Gesetz fest. Seit 2009 gibt es bedeutende Änderungen bei dieser Steuer, die vor allem für Privatanleger wichtig sind.

Allgemeines zur Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer ist grundsätzlich eine Quellsteuer. Das bedeutet, dass sie direkt an der Quelle abgeführt wird. Demnach wird die Abgeltungssteuer von den Kreditinstituten direkt an die Finanzämter abgeführt und gilt damit als abgegolten.

Rechtlich gilt diese Art der Steuer eigentlich als Kapitalertragssteuer. Jeder Anleger muss diese Steuer für Kapitaleinkünfte und Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren bezahlen.

Kapitaleinkünfte sind beispielsweise Zinsen, Dividenden oder Erlöse aus Wertpapierverkäufen, Zertifikaten und Investmentfonds.

Die Abgeltungssteuer für Kapitalerträge seit 2009

Die wichtigste Änderung der Abgeltungssteuer seit 2009 ist, dass Kapitalerträge nicht mehr mit dem persönlichen Steuersatz, sondern mit einer pauschalen Steuer von 25% abgerechnet werden.

Zu diesen 25% kommt ein Solidaritätszuschlag von 5,5% hinzu und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Somit beträgt die Steuerbelastung für Kirchenmitglieder 27,98% und für Nicht-Kirchenmitglieder 26,357%.

Obwohl mit der neuen Abgeltungssteuer fast alles pauschal besteuert wird, gibt es Ausnahmen. So behalten zum Beispiel Immobilien, Immobilienfonds, Kunstgegenstände, Edelmetalle und einige Lebensversicherungen einen Sonderstatus.

Mit der neuen Abgeltungssteuer entfällt außerdem die sogenannte Spekulationsfrist auf Wertpapiere und das Halbeinkünfteverfahren für Aktionäre. Kapitalanlagen, die schon vor 2009 bestanden, sind davon allerdings nicht betroffen und unterliegen weiterhin den alten Abgeltungssteuer-Regelungen.

Der Sparerpauschbetrag

Bis zu einem gewissen Betrag sind Kapitaleinnahmen steuerfrei. Dieser Betrag heißt Sparerpauschbetrag. Er ermöglicht es, einen Teil der Kapitalerträge steuerfrei zu belassen.

Dieser Betrag liegt bei 801 € pro Person pro Jahr. Bei zusammen veranlagten Ehepaaren liegt die Grenze bei 1.602 €. Alle Einkünfte, die über diesen Pauschbetrag hinausgehen, werden mit der Abgeltungssteuer versteuert.

Für Anleger ist es allerdings wichtig, bei der Bank einen Freistellungsauftrag einzureichen, damit der Sparerpauschbetrag voll ausgeschöpft werden kann.

Wie man trotz Abgeltungssteuer Steuern sparen kann

Vor allem für Studenten und Rentner lohnt es sich, beim Fiskus eine sogenannte Nichtveranlagungs-Bescheinigung zu beantragen. Die Bank führt dann von den Kapitalerträgen von Personen, die grundsätzlich nicht genug Geld verdienen, um steuerpflichtig zu sein, überhaupt keine Abgeltungssteuer ab.

Zudem können Personen mit einem niedrigeren Steuersatz zu viel gezahlte Abgeltungssteuer über die Einkommenssteuer zurückerlangen. Verluste aus Kapitalerträgen können durch die neue Regelung mit Gewinnen direkt bei der Bank verrechnet werden und verringern damit die Steuerlast für den Anleger.

12. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.