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Abgeltungssteuer – Fonds mit Vor- und Nachteilen

Seit Einführung der Abgeltungssteuer haben Fonds im Vergleich zu Einzelaktien Vorteile. Doch auch bei Fonds kommt es auf Details an. Geht es um Erträge aus Dividenden oder Verkäufen? Wird thesauriert oder nicht? Unabhängig davon sind bestimmte Fondstypen weniger oder gar nicht von der Abgeltungssteuer betroffen.

Abgeltungssteuer und Fonds – Vorteile gegenüber Einzelaktien

Die Abgeltungssteuer, die seit 2009 gilt, betrifft die meisten Erträge aus privaten Kapitalanlagen. Diese werden mit pauschal 25% plus Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Freibeträge werden dabei abgezogen.

Aktien gehören zu den Verlierern der Abgeltungssteuer. Die Spekulationsfrist von einem Jahr gibt es nicht mehr. Das alte Halbeinkünfteverfahren, mit dem Dividenden nur zur Hälfte versteuert wurden, ist entfallen. Und Verluste können nur noch mit Gewinnen aus anderen Aktiengeschäften verrechnet werden und umgekehrt.

Hier haben Fonds Vorteile. Verluste und Gewinne lassen sich über verschiedene Kapitalanlagen hinweg verrechnen, was die Höhe der Abgeltunsgsteuer erheblich mindern kann.

Abgesehen davon werden aber auch bei Aktienfonds die Erträge in Form von Dividenden und Kursgewinnen bzw. Zinsen von der Abgeltungssteuer erfasst.

Abgeltungssteuer – Fonds mit Bestandsschutz

Eine Ausnahme machen nur Fondsanteile, die noch vor 2009 angeschafft wurden. Für sie gilt nach wie vor die alte Spekulationsfrist: Alle Gewinne, die nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr erzielt werden, waren sind und bleiben steuerfrei.

Dieser Bestandsschutz deckt jedoch nicht die Dividenden ab. Das ist für viele ein Verlust. Denn mit der ehemals hälftigen Besteuerung hatten Anleger mit einem Spitzensteuersatz von 45% klare Vorteile gegenüber der pauschalen Abgeltunsgsteuer.

Dividenden gehören zu den laufenden Erträgen. Und für die macht es keinen Unterschied, ob die Fondsanteile vor 2009 oder danach erworben wurden.

Abgeltungssteuer und thesaurierende Fonds

Der oben genannte Bestandsschutz bezieht sich aber nicht auf Fonds, die regelmäßig ausschütten. Er gilt nur für thesaurierende Fonds, die Erträge wieder anlegen. Wurden etwa Fondsanteile vor 2009 erworben und haben dabei Wertpapiere, die der Fonds nach 2008 gekauft hat, Gewinne gebracht, so bleiben die nach einem Jahr steuerfrei.

Bei regelmäßig ausschüttenden Fonds werden alle Erträge jährlich erfasst und besteuert. Die Abgeltungssteuer greift dann noch einmal, wenn der Anleger Fondsanteile mit Gewinn verkauft.

Etwas anders bei thesaurierenden Fonds: Versteuert wird erst, wenn der Anleger seine Fondsteile verkauft und Gewinne macht. Die Besteuerung wird auf diesen Zeitpunkt verschoben.

Zwar geht der Fiskus bei laufenden Erträgen wie Dividenden und Zinsen vom Zuflussprinzip aus und hält jedes Jahr die Hand auf. Diese Erträge verbleiben im Fonds und werden wieder angelegt.

Aber: Damit der Anleger beim Verkauf seiner Fondsanteile letztlich nicht doppelt besteuert wird, kann er seinen Veräußerungsgewinn beim Verkauf um die bis dahin entstandenen Thesaurierungsbeträge bereinigen. Das übernimmt die Bank.

Abgeltungssteuer und Fonds – alternative Varianten

Das geht aber nur bei thesaurierenden Fonds, die in Deutschland aufgelegt werden. Wer sich für ausländische Fonds interessiert, sollte in Sachen Abgeltungssteuer in paar Regeln beachten.

Eine andere Variante sind Dachfonds. Hier kann das angelegte Geld zwischen den verschiedenen Fons hin- und her transferiert werden, die sich alle unter einem Fondsdach befinden.

Diese Transfers sind zwar jedes mal Veräußerungen, fallen aber wegen der Fondskonstruktion nicht unter die Abgeltungssteuer. Die greift erst, sobald Gewinne ausgezahlt werden.

Die Abgeltungssteuer betrifft auch Fondssparpläne, die viele Anleger zur Altersvorsorge haben. Leider sind dabei Sparpläne, die vor 2009 abgeschlossen wurden, nicht ausgenommen. Ausnahmen gelten lediglich für Fondspolicen, Riester-Fondssparpläne oder Rürup-Modelle. Völlig ausgenommen von der Abgeltungssteuer sind hingegen geschlossene Immobilienfonds.

13. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.