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Abgeltungssteuer: Dividenden gelten als Einkommen

Einmal im Jahr bekommen Anleger, die sich an Unternehmen beteiligt haben, die Bilanz vorgelegt. Dazu sind die Kapitalgesellschaften, die Aktien ausgeben, verpflichtet. Denn die Aktionäre haben ein Recht darauf, zu sehen, wie das Unternehmen gewirtschaftet hat.

Anhand der Finanz- und Ertragslage zeigt der Jahresabschluss auch, wie hoch die Gewinne nach dem Abzug der Aufwendungen sind.

Die Ausschüttung des Gewinns an die Aktionäre erfolgt in Form von Dividenden, deren Höhe sich nach der Gesamtlage des Unternehmens richtet. Erhalten die Aktionäre Dividenden, greift auch der Fiskus mit 25% zu.

Dividenden werden wie Einkommen gehandhabt

Die Versteuerung eines betrieblichen Gewinns im Rahmen der Körperschaftssteuer schützt Aktionäre nicht davor, vom Staat auch noch einmal persönlich zur Kasse gebeten zu werden. Dazu kommen noch 5,5% Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer.

Die Abgeltungssteuer nimmt Dividenden sogar besonders hart ins Visier. Denn das bis zur Einführung der Abgeltungssteuer 2009 geltende Halbeinkünfteverfahren zur Berechnung von Dividenden milderte den Steuerbetrag.

Danach mussten Dividenden nur zur Hälfte des Ertrags versteuert werden. Bei Dividenden in Höhe von 2.000 € kamen so nur 1.000 € zur Veranlagung. Damit hatte der Gesetzgeber wenigstens sicher gestellt, dass keine komplette Doppelbesteuerung erfolgte.

Aber dieses im wahrsten Sinne des Wortes „halbherzige“ Korrektiv ist durch die Abgeltungssteuer auf Dividenden weiter in Richtung 100% gedrängt worden. Da der individuelle Steuersatz, nach dem die Dividenden versteuert wurden, durch die nun geltende Abgeltungssteuer von einheitlich 25% in keinem Fall halbiert worden, stellt die doppelte Bemessungsgrundlage eine eindeutige Verschlechterung dar.

Dividende gilt auch für Kursgewinne

Auch wenn Aktionäre ihre Anteile an einem Unternehmen mit Gewinn veräußern, greift die Abgeltungssteuer. Nur Kursgewinne von Aktien, die vor dem Jahresende 2008 erworben wurden, können von der Abgeltungssteuer nicht erfasst werden. Denn für sie ist das bis dahin geltende Recht bindend.

Voraussetzung ist allerdings, dass diese Aktienlänger als ein Jahr im Depot geführt wurden. Verluste aus früheren Jahren können noch bis Ende 2013 geltend gemacht werden.

Keine Abgeltungssteuer: Dividende werden nicht gezahlt

Im Entwicklungszyklus eines Unternehmens kann es durchaus vorkommen, dass in einem oder in mehreren Jahren keine Dividende gezahlt werden. Wenn die Unternehmensleitung entscheidet, den Gewinn eines Jahres für Reinvestitionen zu verwenden, ist auch keine Abgeltungssteuer fällig.

Das Gleiche gilt, wenn der Gewinn für eine Thesaurierung eingesetzt wird, also für die Summierung des Gewinns. Dieser Prozess kann auch über mehrere Jahre geführt werden. Aktiengesellschaften können bis zu 50% des Gewinns ohne Zustimmung der Aktionäre für die Thesaurierung einsetzen.

26. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.