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Abgeltungssteuer: Verlustbescheinigung bis 15. Dezember 2009 erstellen

Zuviel einbehaltene Abgeltungssteuer wird erstattet. Wird die Verlustbescheinigung zusammen mit der Steuererklärung eingereicht, dann werden die Gewinne und Verluste miteinander verrechnet. Dadurch wird dann die zu viel einbehaltene Abgeltungssteuer erstattet. Dabei ist der 15.12.2009 als Stichtag für einen Antrag auf Verlustfeststellung zwingend einzuhalten: Trifft der Antrag zu spät ein, können die Verluste nicht mehr in dieser Steuererklärung steuermindernd geltend gemacht werden.

Falls Sie die Verlustbescheinigung nicht vorlegen, verrechnet die Bank, bei der Sie Verluste mit Ihren Investments erlitten haben, diese mit künftigen Gewinnen. Seit 2009 ist es außerdem nicht mehr möglich, die Verluste aus Aktienverkäufen mit anderen Einkünften zu verrechnen: Diese Verluste lassen sich nur noch mit anderen Kapitalerträgen verrechnen, die natürlich positiv sein müssen, damit Steuern gespart werden können.

Checkliste: Verlustbescheinigung oder nicht?

Anhand der folgenden Checkliste können Sie schnell überprüfen, ob es für Sie sinnvoll ist, eine Verlustbescheinigung zu beantragen:

  • Haben Sie in diesem Jahr lediglich Verluste beim Verkauf von Aktien erlitten und keine weiteren Kapitalerträge erzielt? Dann ist es nicht notwendig, eine Verlustbescheinigung zu beantragen.
  • Haben Sie bei einer Bank Gewinne aus dem Verkauf von Aktien erzielt, während Sie bei einem anderen Geldinstitut durch Aktienverkäufe Verluste erzielt haben? Dann ist es sinnvoll, eine Verlustbescheinigung zur gemeinsamen Abgabe mit der Steuererklärung zu beantragen.

Berücksichtigen Sie den Stichtag und überprüfen Sie rechtzeitig, ob sich der Antrag auf eine Verlustbescheinigung lohnt.

Abgeltungssteuer hat Vor- und Nachteile

Die Abgeltungssteuer, die ab 2009 kommt, bringt Ihnen Vor- und Nachteile. Bei Zinserträgen zahlen Sie weniger, wenn Ihr Grenzsteuersatz über 25% liegt. Steueroptimierte Rentenfonds sind dann allerdings nicht mehr möglich. Denn: Auch Kursgewinne werden ab 2009 unabhängig von der Haltedauer besteuert.

Genussscheine nicht schlecht für Anleger mit hohem Steuersatz

Auch bei Genussscheinen dürften für Sie als Anleger mit hohem Grenzsteuersatz die Vorteile größer sein. Alle Ausschüttungen und Kursgewinne unterliegen dann der Steuer von 25%. Wissen sollten Sie dazu: Die Ausschüttungen machen hier den wesentlichen Anteil der Rendite aus. 25% Steuern sind daher günstig.

Nachteilig ist die Neuregelung jedoch mit Blick auf alle Aktien, die erst nach 2008 erworben werden. Die Abgeltungssteuer von 25% auf Dividenden und Kursgewinne ist hier im internationalen Vergleich hoch. Das Halbeinkünfteverfahren und die Spekulationsfrist entfallen. Das tut deutschen Aktionären schon weh. Banken und Finanzberater hauen in diese Kerbe: Einzelaktien seien für Sie angeblich nicht mehr attraktiv. Zwecks Steuergestaltung empfehlen die Berater Dachfonds oder fondsgebundene Lebensversicherungen.

Dachfonds: Vermittler verdienen

Bei Dachfonds handelt es sich um Investmentfonds, die Anteile an anderen Investmentfonds erwerben. Wie unter dem Dach einer Lebensversicherung können Bestände in Fonds fortlaufend umgeschichtet werden. Das bringt Ihnen als Anleger jedoch keine Steuerersparnis, sondern nur eine langjährige Steuerstundung.

Die Abgeltungssteuer wird erst fällig, wenn der Fonds irgendwann verkauft oder aufgelöst wird. Dem Vorteil der Steuerstundung steht als Nachteil die wesentlich höhere Kostenbelastung gegenüber. Bei beiden Konstruktionen fallen zweimal Gebühren an.

Zunächst auf der Ebene der einzelnen Fonds. Dann nochmals beim Dachfonds bzw. der Lebensversicherung. Es sind vor allem die Vermittler, die verdienen. So fallen bei der Erstanlage Zusatzgebühren an. In den Folgejahren erhöhen sich die Bestandsprovisionen.

Fazit: Aktien bleiben interessante Anlageform

Aktienanlagen haben auch unter der Abgeltungssteuer den Vorteil, dass Sie alles selbst in der Hand haben. Die anfallenden Kosten sind relativ niedrig. Dass die Kursgewinne steuerpflichtig sind, ist zwar ärgerlich. Ein Grund, deshalb ganz auf Aktien zu verzichten, ist das aber sicherlich nicht.

23. November 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tino Hahn
Von: Tino Hahn.