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Squeeze-Out: Der Ablauf vom Erstgebot bis zur endgültigen Abfindung

Ein Squeeze-Out ist das Ausschlussverfahren zur Übertragung von Aktien der Minderheitsaktionäre auf den Hauptaktionär gegen angemessene Barabfindung.

Diese Abfindung  ist oft sehr attraktiv, doch der Weg dorthin ist auch für die Aktionäre steinig und lang.

Lesen Sie hier: die 5 Übernahme-Phasen bis zum Ziel!

Squeeze-Out Phase 1: Der Großinvestor baut auf

Käufer sind in der Regel Finanzinvestoren oder Großkonzerne, die unter den Nebenwerten (also kleineren börsennotierten Unternehmen) eine „Perle“ entdeckt haben, die gut ins eigene Portfolio passt.

Der Käufer stockt über die Käufe über die Börse den Anteil seiner Aktien am Übernahme-Kandidaten auf.

Das bleibt nicht unbemerkt, denn ein Käufer ist per Gesetz zur Meldung verpflichtet, wenn er mehr als 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 und schließlich 75% der Aktien besitzt. Als Aktionär lesen Sie das dann in der Presse.

Squeeze-Out Phase 2: Aufstockung auf 75%

Hat er 30% aller Aktien, muss der Großaktionär allen Aktionären ein Übernahme-Angebot unterbreiten. In der Regel liegt dieses Erst-Angebot weit über dem Börsenkurs, denn der Bieter will möglichst viele Aktien einsammeln.


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Trotzdem führt das Erst-Angebot nur in den seltensten Fällen direkt zu einer Komplett-Übernahme. Meist sind einige Aktionäre (oft zu Recht) überzeugt, dass der Übernahmepreis nicht den fairen Wert des Unternehmens widerspiegelt.

Sie setzen auf eine Nachbesserung.

Vom Pflichtangebot an Alt-Aktionäre einmal abgesehen – der Großaktionär kauft im weiteren Verlauf der Übernahme die Aktien des Unternehmens auch über die Börse nach. Hat er die 75%-Schwelle erreicht, schließt er mit dem Übernahmekandidaten einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag ab.

In dieser Phase steigt der Kurs meist weiter.

Squeeze-Out Phase 3: Aufstockung auf 95%

Kann der Großaktionär seinen Anteil weiter auf 95% aufstocken, wird auf der nächsten Hauptversammlung ein „Squeeze-Out-Beschluss“ gefasst. Manchmal versuchen einzelne Aktionäre, diesen Beschluss gerichtlich anzufechten.

Solche Anfechtungsklagen können den Zwangsausschluss aber nur verzögern und nicht verhindern.

Die eigentliche Squeeze-Out Phase

Ist der Squeeze-Out-Beschluss auf der Hauptversammlung erfolgreich gefasst worden, werden die Aktien der restlichen Aktionäre zwangsweise aus deren Depot ausgebucht. Im Gegenzug fließt eine Barabfindung.

Deren Untergrenze  bemisst sich nach dem 3-Monats-Durchschnittskurs vor dem Squeeze-Out-Beschluss.

Squeeze-Out Phase 5: Die Nachbesserung durch das Spruchstellenverfahren

Erst wenn die Aktien tatsächlich ausgebucht wurden, können einzelne Aktionäre dagegen klagen. Vor Gericht wird dann über den tatsächlichen Wert der Aktien verhandelt, die zwangsweise ausgebucht wurden.

Der Großaktionär muss an dieser Stelle des Verfahrens mit 2 Risiken rechnen:

Der Prozess kann sich lange hinziehen, und der neu ermittelte Wert der Aktien kann deutlich höher als ursprünglich ermittelt ausfallen.

Zur Festsetzung der „angemessenen“ Abfindung engagiert das Unternehmen einen Wirtschaftsprüfer, der den fairen Wert des Unternehmens berechnen soll.

Die freien Aktionäre und der Großaktionär haben oft sehr unterschiedliche Ansichten über den Wert.

Daher bieten viele Großaktionäre (Käufer) noch während des Verfahrens eine erneute Nachbesserung von 10 bis 20% an. Sie knüpfen daran die Bedingung, dass das Verfahren sofort beendet wird und die Einzelaktionäre dafür keine weiteren Ansprüche stellen.

Vom Erstgebot bis zum endgültigen Ende der Übernahme haben Sie als Aktionär gute Gewinnchancen bei einem sehr überschaubaren Risiko.

Wer früh auf Übernahme-Kandidaten setzt, kann seinen Einsatz verdoppeln.

24. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.