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Absoluter Deckungsbeitrag im Beispiel erklärt

Der Deckungsbeitrag errechnet sich aus einem Produktpreis abzüglich der Materialkosten.

Grundsätzlich zu unterscheiden ist zunächst zwischen dem sogenannten Stückdeckungsbeitrag und dem Gesamtdeckungsbeitrag – während sich ersterer auf Produkte pro Stück bezieht, bezieht sich letzterer auf die gesamte Masse eines Produktes.

Eine weitere Unterscheidung ist die Trennung in absoluter und relativer Deckungsbeitrag.

Deckungsbeitrag – was gedeckt wird

Die Begrifflichkeit entstammt der Annahme, dass jedes Produkt, dessen Verkaufspreis höher als seine variablen Kosten ist, einen Beitrag zur Deckung Fixkosten beiträgt.

Variable Kosten stellen die Summe all jener finanziellen Aufwendungen dar, die nötig sind, um ein Produkt herzustellen. Je nach Art der Ware können das etwa Material- oder unternehmensbezogene Kosten sein.

Mehr zum Thema: Was bedeutet Erlösüberschuss?

Angenommen es eröffnet eine neue Bäckerei in einem Dorf, so fallen monatlich etwa Mietkosten für das Ladenlokal und Maschinen an. Hinzu kommen Personalkosten, da 2 Mitarbeiter eingestellt werden. Die monatlichen Fixkosten belaufen sich so auf etwa 1000 Euro im Monat.

Stückdeckungsbeitrag im Beispiel

Die Bäckerei spezialisiert sich auf den Verkauf von Nussecken, die sie für 1,50 € das Stück verkauft. Berechnet man die reinen Materialkosten – Nüsse, Schokolade, Backmischung – so kostet die Bäckerei jede Nussecke 50 Cent.

Formel  

Deckungsbeitrag-Formel je Stück

$$\bo\text"Deckungsbeitrag"↙\text"(je Stück)"=\text"Stückpreis " -\text"variable Kosten je Stück"$$
Ergebnis berechnen

Nun werden die Materialkosten vom Produktpreis abgezogen – macht 1 € pro Nussecke. Diese Differenz wird als Stückdeckungsbeitrag bezeichnet.

Das heißt: Pro verkaufter Nussecke „gewinnt“ die Bäckerei 1 €, den sie aufwenden kann um ihre monatlichen Kosten von 1.000 € zu decken.

Anders gesagt: Mithilfe des Stückdeckungsbeitrags kann der Bäcker errechnen, wie viele Nussecken er monatlich verkaufen muss, um sein Unternehmen zumindest am Laufen zu halten. In diesem Beispiel hätte er das mal besser vorher gemacht.

Gesamtdeckungsbeitrag: Absatzmenge mit einberechnen

Denn bei der Berechnung des Gesamtdeckungsbeitrages stellt sich heraus, dass sich die Fixkosten nicht decken lassen.

Formel  

Den Gesamtdeckungsbeitrag berechnen (Methode B)

?
Der Gesamtdeckungsbeitrag wird auch erzeunisbezogener Deckungsbeitrag genannt. Es gibt zwei verschiedene Methoden um den Gesamtdeckungsbeitrag zu berechen. Beide Methoden führen zum selben Ergebnis.
$$\bo\text"Gesamtdeckungsbeitrag"=\text"Deckungsbeitrag "↙\text"(je Stück)" *\text"Absatzmenge"$$
Ergebnis berechnen

Angenommen die Bewohner des Dorfes kaufen im Schnitt 400 Nussecken pro Monat. Somit ergibt sich ein Gesamtdeckungsbeitrag von 400 € (400 * 1 €). Da die Fixkosten bei 1.000 € liegen, würde die Bäckerei einen monatlichen Verlust von 600 € verbuchen.

Absoluter und relativer Deckungsbeitrag: Der Unterschied

Ein absoluter Deckungsbeitrag bezieht den Aufwand einer Herstellung nicht mit ein. Bei Produktionen wird daher jenes Produkt hergestellt, welches (absolut) den höchsten Beitrag zur Fixkostendeckung leistet.

In der Praxis kann es jedoch zu Engpässen kommen, so dass abgewogen werden muss, welches Produkt im Verhältnis zur benötigten Arbeitszeit den höchsten Beitrag zur Deckung der Fixkosten leistet – ein absoluter wird zu einem relativen Deckungsbeitrag.

Zum Beispiel nimmt die Bäckerei Rosinenbrötchen mit in ihr Sortiment auf. Im Gegensatz zu den Nussecken leisten die mit einem Deckungsbeitrag von 20 Cent pro Stück (absolut) einen geringeren Anteil an der Deckung der Fixkosten.

Während eine einzelne Nussecke im Schnitt jedoch 10 Minuten Herstellungszeit in Anspruch nimmt, ist ein einzelnes Brötchen innerhalb von 1 Minute gemacht.

Nun wird der Stückdeckungspreis mit der Herstellungszeit in ein Verhältnis gesetzt.

Bei den Nussecken liegt der bei 10 Cent pro Minute (100 Cent/ 10), während er bei den Brötchen bei 20 Cent pro Minute (20 Cent / 1) liegt.

Liegt nun ein Engpass vor, so dass die Bäckerei aufgrund ihrer Kapazitäten nicht beide Produkte herstellen kann, macht es aufgrund des relativen Deckungsbeitrages eher Sinn, die Rosinenbrötchen zu produzieren, um die Arbeitszeit effizienter zu nutzen.

6. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.