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Achtung Anleger: Bei neuen Fonds ist oftmals Vorsicht geboten

Aus einer Studie der Rating-Agentur Scope geht hervor, dass viele relativ junge Fonds wegen schlechter Performance wieder geschlossen werden. Das bedeutet aber keinesfalls, dass das Gesamtangebot an Investmentfonds in Deutschland schrumpfen würde.

Im Gegenteil: Es werden 2013 in Deutschland gut 7.800 (!) verschiedene Investmentfonds angeboten – das sind übrigens rund 360 mehr als noch im Jahr zuvor. Doch was sind die Gründe für die relativ rasant steigende Zahl der angebotenen Fonds und für die gleichzeitige Schließung vieler junger Fonds wegen schlechter Performanceergebnisse?

Eines vorweg: Es gibt einen mehr oder weniger engen Zusammenhang zwischen dem Wachstum des Produktangebotes und der deutlich gestiegenen Zahl der Fondsschließungen – vor allem derer, die noch nicht allzu lange am Markt waren.

Gründe für das steigende Angebot an Investmentfonds

Fondshäuser legen vor allem deshalb ständig neue Fonds auf, weil sie mit der Konkurrenz mithalten wollen. Wenn sich Anleger zum Beispiel gerade für Europa-Aktien, Seltene Erden oder Sonstiges interessieren, müssen Fondsgesellschaften darauf reagieren, da sie fürchten, dass ihre Kunden ansonsten zur Konkurrenz abwandern.

Ein weiterer Grund ist in der deutlich gesunkenen Kostenbelastung zu sehen. Während Fondsanbieter noch vor 5 Jahren 100.000 bis 200.000 Euro aufwenden mussten, um einen neuen Fonds am Markt zu platzieren, betragen die Kosten heute nur noch etwa 50.000 Euro.

Dieser Umstand lädt Fondshäuser geradezu ein, ständig neue Fonds auf den Markt zu bringen. Heute können teilweise 4 Fonds zu den Kosten am Markt platziert werden, die noch vor 5 Jahren für eine einzige Fondsgründung entstanden wären.

Warum sich neue Fonds für Sie oftmals nicht lohnen

Für Sie als Anleger lohnen sich neue Fonds oftmals nicht. Die Analysten der Ratingagentur Scope haben sich die Wertentwicklung von Investmentfonds, die zwischen Februar und Juli 2012 aufgelegt wurden, nach ihrem ersten Lebensjahr angesehen.


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Verglichen wurde jeweils die Wertentwicklung der neuen Fonds mit der Wertentwicklung etablierter Fonds der gleichen Anlageklasse. Das Ergebnis: Lediglich neue US-Fonds wiesen mit einer Rendite von 17,5% einen Vorteil gegenüber den etablierten Fonds aus. Die Rendite der etablierten Fonds dieser Anlageklasse betrug 14,1%.

Die für mich erschreckendste Erkenntnis dieser Studie ist übrigens folgende: Ein Drittel der neuen Fonds schafft es nicht, sich länger als 5 Jahre am Markt zu halten und jeder fünfte Fonds schafft es nicht, sich länger als 4 Jahre am Markt zu halten. Daher rate ich Ihnen: Seien Sie vorsichtig bei neuen Fonds und nehmen Sie diese allenfalls als kleine Beimischung in Ihr Depot auf. Läuft der Fonds gut, können Sie später aufstocken.

Gründe für das vergleichsweise schlechte Abschneiden junger Fonds

Die Gründe für das vergleichsweise schlechte Abschneiden junger Fonds sind vielschichtig. Meiner Meinung nach mangelt es vielen neuen Produkten an Innovation. Das führt dazu, dass Anleger beispielsweise lieber auf einen etablierten deutschen Nebenwerte-Fonds setzen, als auf den x-ten neuen Fonds aus diesem Bereich.

Ein weiterer Grund sind einige zum Teil sehr flüchtige Trends. Es sind immer wieder spezielle Börsen-Trends zu beobachten, die plötzlich sehr gefragt sind und dadurch viele neue Fonds aus dem Boden sprießen lassen, die diese Trends abdecken. Ich denke in dem Zusammenhang zum Beispiel an den „Seltene Erden“-Trend, der mittlerweile schon wieder fast komplett in Vergessenheit geraten ist.

Auch ist falsches „Markt-Timing“ oft ein entscheidendes Problem, welches junge Fonds in Schwierigkeiten bringt. So geht aus der Scope-Studie unter anderem hervor, dass die Mehrheit der neu gegründeten Investmentfonds unmittelbar vor einer Abwärtsphase aufgelegt wird.

Folgende Zahlen belegen das Timing-Problem – wie ich finde – relativ eindrucksvoll und sehr anschaulich: In der Vergleichsgruppe „Aktien Global“ wurden in der Aufschwungphase von März 2003 bis September 2007 282 neue Fonds aufgelegt, von denen lediglich 14% im ersten Drittel des Aufschwungs platziert wurden.

29% der Fonds wurden im zweiten Drittel der Marktphase aufgelegt und weit über die Hälfte aller in diesem Zeitraum aufgelegten Fonds entfallen auf das dritte Drittel der Aufschwungphase und haben dadurch den größten Teil des Aufschwungs verpasst.

Zudem bedeutete eine Gründung zu diesem Zeitpunkt einen Markteintritt unmittelbar vor dem dann folgenden globalen Einbruch der Aktienmärkte im Zuge des Platzens der Immobilienblase in den USA. Anleger, die in der zuletzt beschriebenen Phase eingestiegen sind, mussten in den folgenden Jahren zum Teil herbe Verluste hinnehmen.

Übrigens sind die Anleger an dem gerade beschriebenen Phänomen nicht ganz unschuldig. Denn es ist Fakt, dass neue Fonds dann die besten Vertriebs-Chancen haben, wenn Markttrends bereits signifikante Kurssteigerungen gezeigt haben. Dieses Muster verringert den möglichen Gewinn und erhöht gleichzeitig das Risiko, kurz vor einer Korrektur einzusteigen.

Aber antizyklisches (gegen den Trend) Handeln erfordert sehr viel Mut, da Sie sich gegen die Mehrheit stellen müssen. Denken Sie an das Motto der Börsenlegende Warren Buffett: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind, aber sei ängstlich, wenn andere gierig sind.“

Fondsanbieter wehren sich gegen Kritik

Die Fondsanbieter weisen die Kritik zurück. Ein für Neu-Produkte verantwortlicher Mitarbeiter der Investmentgesellschaft Warburg Invest sagte beispielsweise, dass es ein Fehler sei, nicht mit langfristiger Perspektive in neue Investmentfonds einzusteigen und es daher auch falsch wäre, neue Fonds nach nur wenigen Jahren zu beurteilen.

Womit er recht hat, ist, dass Anleger grundsätzlich mit langfristiger Perspektive in Fonds einsteigen sollten. Womit er aus meiner Sicht nicht recht hat, ist, dass neue Fonds deshalb nicht nach wenigen Jahren bereits beurteilt werden sollten. Natürlich bin auch ich der Meinung, dass wenigstens ein zeitlicher Horizont von 3 Jahren notwendig ist, um einen Fonds hinsichtlich seiner Wertentwicklung einigermaßen verlässlich beurteilen zu können.

Doch wie wollen Sie Ihr Fonds-Investment langfristig beurteilen, wenn der Fonds, in den Sie investiert haben, zu den 33% der jungen Fonds gehört, die innerhalb von 5 Jahren nach der Gründung wieder geschlossen werden?

Fazit: Prüfen Sie den neuen Fonds genau, bevor Sie Ihr Geld investieren

Dieser Beitrag soll Sie nicht generell davon abhalten, in neue Investmentfonds zu investieren und noch weniger soll es eine allgemeine Branchenkritik darstellen. Ich möchte Ihnen nur nahelegen, dass es im Zweifel besser ist, in einen etablierten Fonds zu investieren als in einen neuen Fonds.

Vor allem dann, wenn es bereits etablierte und auch ausgezeichnete Fonds am Markt gibt, mit denen Sie die gewünschte Anlageklasse abdecken können. Fragen Sie sich stets, ob der neue Fonds einen Mehrwert bietet, oder ob die Fondsgesellschaft nur einen kurzen Modetrend abdeckt und das Thema an der Börse bald wieder einschläft. Dann drohen hohe Verluste. Meiden Sie solche Fonds.

31. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.