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Ackerland – eine gute Investition, aber nur unter bestimmten Bedingungen

Ackerland ist bei anziehenden Preisen ein begehrter Sachwert. Diese Ansicht teilen viele Spekulanten uneingeschränkt. Die Gewinnmöglichkeiten werden oft für gut oder sogar sehr gut gehalten. Doch für wen ist Ackerland wirklich geeignet? Und wo ist es sinnvoll Ackerland zu kaufen? Denn Ackerland bringt nicht nur Positives mit sich.

Wir warnen: vor allem in Form von Fonds ist die Investition in Ackerland gefährlich. Im Folgenden werden mögliche Strategien aufgezeigt.

Kapitalanleger kaufen Ackerland in rauen Mengen

So genannte „Kapitalanleger“, also professionelle, langfristig orientierte Investoren, sind besonders von Ackerland angetan. Sie wollen dieses kaufen. 85% des Ackerlands geht in deren Hände. Wir raten Ihnen jedoch davon ab, auch wenn 15% des Ackerlands von privaten Investoren, die ebenfalls Kapitalanleger sein können, gekauft werden. Oder sogar von Fonds – die 10% des Ackerlands kaufen.

Ackerland will genutzt sein

Wer Ackerland als profitable Investition nutzen möchte, muss es entweder selbst landwirtschaftlich nutzen oder aber die Nutzung kaufmännisch veranlassen können – sprich: werben. Wer sich dies zutraut, kann in Ackerland investieren.

Betrachtet man Ackerland jedoch als reines Spekulationsobjekt kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Wer die Flächen nicht beurteilen kann, wird die Investmentchancen trotz gegenteiligen Bauchgefühls nicht kennen.


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Vor allem geschlossene Fonds sind gefährlich. In bunten Prospekten werden Sie als künftiger Beteiligter umgarnt. Aber: Die Aussichten bleiben unklar. Wer in Sachwerte investieren möchte, wird eher bei Aktien fündig. Deutsche Einzelwerte wie Allianz sind einfach zu bewerten und nebenbei auch noch günstig.

Ackerland als Sachwert genau analysieren

Wer sich dennoch dazu entscheidet, Ackerland zu erwerben oder zu pachten, sollte seinen Blick weit in die Zukunft richten, denn grundsätzlich sind nur jene Flächen dauerhaft interessant, die auch noch in vielen Jahren beackert werden können. Eigentlich sollte diese Aussage selbstverständlich sein. Faktoren wie der Klimawandel sorgen aber dafür, dass Flächen nicht zu jeder Zeit gleichbleibend genutzt werden können.

Für die Güte landwirtschaftlicher Flächen entscheidend sind die Qualität des Bodens und die jährliche Niederschlagsmenge. Diese Faktoren können selbst im gleichen Land bzw. Großraum sehr unterschiedlich sein, sodass die erwirtschafteten Erträge in nur wenigen hundert Kilometer Entfernung erhebliche Unterschiede aufweisen können.

Ackerland muss detailliert analysiert werden

Detaillierte Analysen zur Bewertung der Böden sind daher für Anleger unumgänglich und führen dazu, dass viele Flächen im europäischen Raum als wenig ertragreich angesehen werden müssen. Gefährdet sind die landwirtschaftlichen Erträge grundsätzlich in Gegenden mit sehr hoher Trockenheit. In Südeuropa führen längere Trockenperioden zu erheblichen Ernteausfällen und damit zu Einkommenseinbußen für die betroffenen Landwirte.

Der Klimawandel wird diese Problematik noch weiter verschärfen. Selbst einschneidende Gegenmaßnahmen werden den Trend höchstens verlangsamen, nicht aber umkehren können.

Situation in Osteuropa bleibt weiterhin schwierig

Problematisch ist auch die Situation in Osteuropa. Das Wetter dort ist kontinentaler und damit tendenziell niederschlagsärmer. Erschwerend kommt in vielen östlichen Ländern eine hohe Rechtsunsicherheit hinzu. Nicht immer ist vollkommen klar, wem der zum Verkauf stehende Acker tatsächlich gehört.

Doch selbst wenn die Grundbücher klare Eigentumsverhältnisse dokumentieren, heißt das noch lange nicht, dass jeder Acker gleich ein guter Kauf ist, denn wer investiert, erwartet auch immer ein hohes Wertsteigerungspotential. Ist dieses jedoch nicht vorhanden, weil der eigene Einstandspreis zu hoch ist, stellt sich schnell die Frage, warum der Erwerb dann eigentlich noch durchgeführt werden soll.

Litauen bietet landwirtschaftlichen Investoren viele Vorteile

Ein Land mit günstigen Bedingungen ist beispielsweise Litauen. Die Bodenqualität ist hoch und auch die Niederschlagsmengen sind ausreichend. Vergleichsweise milde Winter und hohe Niederschlagsmengen machen die Äcker in Litauen schon heute zu lukrativen Anbauflächen.

Mit Klaipeda, dem ehemaligen ostpreußischen Memel, steht zudem ein auch im Winter eisfreier Hafen zur Verfügung, der eine gute Anbindung an die wichtigen Absatzgebiete im Westen Europas ermöglicht.

Ein Acker in Litauen kann hinsichtlich Bodenqualität und Niederschlagsmenge recht gut mit Anbauflächen in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern verglichen werden. Da Rechtssicherheit vorhanden ist und die Preise noch lange nicht das Niveau ostdeutscher oder gar westdeutscher Flächen erreicht habe, erhält ein Investor bei vergleichbarer Qualität in Litauen deutlich mehr Hektar für sein Geld.

Für Anleger bedeutet dieses Wissen, dass Ackerland prinzipiell als eine gute Investition gilt, vorher aber viele Bedingungen geprüft werden müssen. Als reines Spekulationsobjekt ist Ackerland weniger geeignet. Eine Investition in Agrarflächen lohnt nur dann, wenn sie selbst genutzt oder die Nutzung professionell angeleitet wird. Die Risiken können als Laie aber nicht überblickt werden.

23. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.