MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Adam Smith und der wirtschaftliche Liberalismus

Damals, im 17. und 18. Jahrhundert, herrschte in Europa noch der Absolutismus vor. Das bedeutet, dass in die Freiheit jedes Einzelnen eingegriffen wurde – nämlich durch den Staat.

Diese Vorgehensweise wurde natürlich nicht von allen Bürgern einfach akzeptiert, und so entwickelte sich als Gegenströmung zum Absolutismus der Liberalismus. Dieser stellt gerade die Rechte des Einzelnen auf Freiheit, Eigenverantwortung und die freie Entfaltung der Persönlichkeit in den Vordergrund. Staatliche oder sonstige Eingriffe sollen vermindert bzw. verhindert werden.

Die Übertragung dieser Ansicht auf die Wirtschaft ist der sogenannte wirtschaftliche Liberalismus, geprägt durch den schottischen Aufklärer Adam Smith. Noch heute wird seine Theorie der „unsichtbaren Hand“ von bedeutenden Ökonomen unserer Zeit diskutiert.

Deshalb sollten auch Sie als Anleger wissen, wie Smith die Wirtschaft einschätzt und welche Wirtschaftsordnung er bevorzugt. Denn schließlich gilt Smith als Begründer der Ökonomie als Wissenschaft und hat damit zu unserem heutigen Wirtschaftsverständnis immens beigetragen.

Adam Smith und die „unsichtbare Hand“

Adam Smith spricht sich eindeutig für den Freihandel bzw. die freie Marktwirtschaft und gegen staatliche Regulierungen aus. Stattdessen war die Wirtschaft für ihn ein selbstregulierender Mechanismus.

Smith setzte auf vollständige Konkurrenz und das freie Spiel der Märkte. Denn laut ihm führte diese Kombination dazu, dass der Wohlstand des Landes maximiert und ein Gleichgewicht auf den Märkten erreicht würde. Grund dafür sei schlicht und ergreifend der Eigennutz. Denn dieser sorge dafür, dass nicht nur die eigenen Interessen, sondern auch die Produktivität und der Wohlstand innerhalb der Volkswirtschaft gefördert werden.

Daneben sprach sich Smith auch für den Handel zwischen den Nationen aus. Indem sich jedes Land auf die Produktion der kostengünstigsten Güter spezialisiere, entstünden absolute Kostenvorteile und dementsprechend werde durch den Handel der Wohlstand aller beteiligten Länder gefördert.

Die Rolle des Staates laut Smith

Generell plädiert Smith für einen freien Arbeitsmarkt, auf dem Angebot und Nachfrage die Lohnhöhe bestimmen. Doch staatliche Eingriffe lehnte der Schotte nicht per se ab. Der Staat solle lediglich so eingreifen, dass die innere und äußere Sicherheit, eine funktionierende Justiz, Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur sowie die schulische Bildung der Menschen gewährleistet seien.

Außerdem müsse der Staat auch dafür verantwortlich sein, dass das Privateigentum des Einzelnen durchgesetzt werde, wofür auch einige Philosophen der damaligen Zeit, wie zum Beispiel John Locke, plädierten. Obwohl Smith als Begründer der Ökonomie als Wissenschaft gilt, wird ihm zum Teil auch vorgeworfen, dass er keinen völlig neuen Standpunkt entwickelt habe.

Wirtschaftlicher Liberalismus: Die Weiterentwicklung

Die Ansätze Smiths wurden von verschiedenen Ökonomen aufgegriffen und weiterentwickelt. So konkretisierte der österreichische Ökonom Friedrich August von Hayek den Mechanismus der „unsichtbaren Hand“ erstmals.

Auch das Saysche Theorem (nach Jean Baptiste Say) bejaht ein Marktgleichgewicht, wenn der Staat nicht in die Wirtschaft eingreift. Wie auch Smith spricht sich Say für den freien Wettbewerb aus, der durch staatliche Eingriffe nur gehemmt werde.

David Ricardo, seines Zeichens britischer Nationalökonom, entwickelte die Theorie der komparativen Kostenvorteile, bei der die Produktion verschiedener Güter in einzelnen Ländern verglichen wird. Dadurch wollte Ricardo verdeutlichen, dass der Freihandel zum weltweiten Wohlstand beitrage. Heute existiert dieser Freihandel in Form der Globalisierung.

Generell sprechen sich die Befürworter des wirtschaftlichen Liberalismus also für die Globalisierung, aber gegen jegliche Handelshemmnisse aus, wie zum Beispiel Schutzzölle, direkte und indirekte Steuern oder sonstige Gebühren.

23. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.