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Afroamerikanische Banken verzeichnen Ansturm

In den USA haben in den zurückliegenden Monaten Fälle ausufernder Polizeigewalt gegen Schwarze wiederholt Empörung, Protest und teilweise gewaltsame Aktionen ausgelöst. Eine neue Form des Widerstands gegen willkürliche Übergriffe der Staatsgewalt stellt die Abkehr farbiger US-Bürger von konventionellen Geldinstituten hin zu afroamerikanischen Banken dar.

Immer wieder liest man auch in Europa Meldungen wie Schwarzer bei Polizeieinsatz in den USA erschossen. Was im Einzelnen dahinter steckt, ist oft gar nicht so leicht zu beurteilen. Dennoch formiert sich seit einiger Zeit in Städten wie Dallas oder Chicago heftiger Protest gegen das Auftreten allzu dienstbeflissener Ordnungshüter. Dieser reicht von lautstarken Demonstrationen bis hin zu massiven Gewalttaten.

Afroamerikanische Banken liegen voll im Protest-Trend

Die Protestwelle aufgrund tödlicher Schüsse von Polizisten auf farbige Bürger hat in den USA nun auch die Banken erreicht. In der jüngsten Zeit hat eine ganze Reihe kleinerer afroamerikanischer Geldinstitute eine deutliche Zunahme von Kontoeröffnungen gemeldet.


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Offenbar will die neue Klientel die Kreditvergabe an Verbraucher und Firmen in den meist ärmeren Vierteln der farbigen Bevölkerung unterstützen.

Wie Michael Grant, Präsident der National Bankers Association (NBA), der Frankfurter Allgemeinen Zeitung versicherte: „Die neuen Einlagen sind umfangreich, und es geschieht im ganzen Land.“  Die NBA ist ein Verband von Geldinstituten, die mehrheitlich im Besitz von Frauen oder Minderheiten sind – auch mehr als 20 afroamerikanische Banken.

Afroamerikanische Banken mit langer Tradition – Stars unterstützen

Die Gründung der ersten afroamerikanischen Banken datieren auf die Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkrieg Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals boten diese Banken in Virginia, Georgia oder South Carolina farbigen Amerikanern angesichts der Rassendiskriminierung die einzige Chance, zum Aufbau und dem Betrieb einer Firma an ein Konto oder an einen Kredit zu kommen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden dann ähnliche Banken in den neuen Vierteln der Schwarzen beispielsweise wie in Harlem in New York gegründet. Zu dieser Zeit gab es mehr als 100 dieser Geldinstitute. Auch manche US-Stars unterstützen neuerdings afroamerikanische Banken: Kürzlich hatte die Sängerin Solange Knowles, Schwester von Superstar Beyoncé, über soziale Medien wie Instagram mitgeteilt, dass sie bei einer afroamerikanischen Bank ein Konto eröffnet habe.

Konventionelle Banken der Diskriminierung beschuldigt

Der Run auf afroamerikanischen Banken hat aber auch noch einen anderen Hintergrund: Nach der Finanzkrise – zwischen 2009 und 2010 – mussten fast 2 Mio. Häuser zwangsversteigert werden. Und davon waren überdurchschnittlich oft die afroamerikanische Bevölkerung und deren Wohnviertel betroffen.

Seit 2004 sollen die vier großen Geldinstitute JP Morgan, Wells Fargo, Citigroup und Bank of America gezielt auf afroamerikanische Hausbesitzer zugegangenen sein und ihnen Kredite mit überteuerten Hypothekenzinsen angeboten haben.

Die Folge: Millionen Schuldner verloren ihre Häuser. Auch die Städte blieben auf den Folgekosten sitzen. Verschiedene Bezirksstaatsanwaltschaften versuchen in Klagen nachzuweisen, dass die 4 größten US-Banken in ihrer Kreditvergabe gegen den 1968 geschlossenen Fair Housing Act verstoßen haben. Dieses Gesetz soll verhindern, dass Käufer oder Mieter einer Immobilie aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert werden.

23. August 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.