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Agrarrohstoffe: Alles, was Sie darüber wissen müssen

Das enorme Wirtschaftswachstum Asiens hat in den vergangenen Jahren zu einem Anstieg des Wohlstands in diesem Teil der Welt geführt. Somit werden dort nun auch viele hochwertige Nahrungsmittel konsumiert.

Auf der anderen Seite sind durch die fortschreitende Industrialisierung landwirtschaftliche Nutzflächen verlorengegangen.

Das belastet die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln. Ein immer größerer Teil der Nahrungsmittel muss daher importiert werden.

Bislang hat sich das noch nicht auf die Preise der wichtigsten Agrargüter ausgewirkt. Viele notieren nahe ihren Tiefs aus den 1970er-Jahren.

Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis sich das ändert. Dann wird sich die stark erhöhte Nachfrage auch in höheren Preisen widerspiegeln.

Mehr dazu: Agrarrohstoffe und Fonds: Das sind die Trends und Chancen

Agrarrohstoffe: Was die Preise beeinflusst

Anders als bei Konsumgütern wie Autos oder Waschmaschinen können Agrargüter nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt in beliebiger Menge hergestellt werden. Das jährliche Angebot ergibt sich aus der Ernte.

Die Nachfrage kann nur aus der letzten Ernte und noch bestehenden Lagerbeständen befriedigt werden.

Kritische Punkte auf der Angebotsseite sind die Aussaat, die Wachstumsperiode und später die Ernte.

In solchen Phasen kommt es häufig vor, dass der Markt einen Risikoaufschlag bezahlt. Die Einflussfaktoren sind vielfältig: zu warmes, zu trockenes oder zu feuchtes Wetter.

Der Lagerumschlag ist bei den meisten Agrargütern von sehr großer Bedeutung. Dabei handelt es sich um das Verhältnis zwischen den Vorräten und der Nachfrage.

Für Trader ist das die wichtigste Statistik, um das Ausmaß einer möglichen Marktenge festzustellen. So gilt zum Beispiel bei Zucker ein Lagerumschlag zwischen 20 und 30% als niedrig und ist fast immer mit höheren Preisen verbunden.

Ein historisches Beispiel soll Ihnen das verdeutlichen: Als die Preise 1980 plötzlich auf über 25 US-Cents je Pfund anstiegen, lag der Lagerumschlag im mittleren Bereich zwischen 20 und 30%.


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Als der Lagerumschlag Mitte der 1980er-Jahre über die 40%-Marke stieg, fielen die Preise bis auf 3 US-Cents.

Da nur ein geringer Teil der Zuckervorräte auf dem freien Weltmarkt gehandelt wird, genügte bereits eine kleine Bewegung des Lagerumschlags, um die Kursänderung zu bewirken.

Mehr dazu: Investment in Agrarrohstoffe – die Alternative zum Aktienkauf?

Preisfindung bei Agrargütern

Ingsesamt unterliegen die Preise der international gehandelten Rohstoffe sehr starken Schwankungen.

Um sich vor diesen Schwankungen zu schützen, sichern sich die an den Rohstoffmärkten beteiligten Parteien wie Exporteure, Händler, Industrie oder Produzenten an den Terminmärkten ab.

Allgemein werden beim Warenterminhandel Geschäfte getätigt, bei denen die Erfüllung des Kontrakts, also die Übergabe und die Zahlung, in der Zukunft erfolgt.

Dabei gelten für dieses zukünftige Geschäft in drei oder sechs Monaten oder sogar erst in einem Jahr die Bedingungen am Tage des Vertragsabschlusses.

Nun kann der Kurs sich bis zum Liefertermin noch erheblich verändern. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren gehört das Wetter. Aber auch Schädlinge können einer Ernte schwer zusetzen und zu heftigen Kursausschlägen führen.

Ebenso können politische Ereignisse oder auch einfach nur Gerüchte den Preis beeinflussen.

An den oft heftigen Preisbewegungen lässt sich gut verdienen. Aus diesem Grund sind eben auch nicht nur die direkten Marktteilnehmer, also die Händler oder Produzenten an den Warenterminmärkten, tätig.

Daneben gibt es eine große Gruppe von Fonds, Brokern und Tradern, die versuchen, aus diesen Schwankungen Profit zu schlagen.

Zertifikate auf Einzelrohstoffe: Mit und ohne Hebeleffekt

Wie bei den Getreidesorten auch, haben Sie bei den Weichwaren die Möglichkeit, entweder auf steigende oder fallende Kurse zu setzen.

Bislang bietet Ihnen nur ABN Amro die Möglichkeit, in Einzelwerte aus diesem Segment zu investieren.

Dabei können Sie auf Zertifikate mit oder ohne Hebeleffekt zurückgreifen:

Die Mini-Future-Zertifikate erlauben Ihnen dank des Hebeleffekts, mit relativ geringem Kapitaleinsatz auf Preisänderungen bei den Rohstoffen zu setzen.

Diese Zertifikate besitzen allerdings auch ein hohes Risiko, weshalb wir ihren Gebrauch nur sehr erfahrenen Anlegern empfehlen.

Wichtig bei allen Anlagen mit Mini-Future-Zertifikaten auf Rohstoffe: Begrenzen Sie das eingesetzte Kapital strikt. Setzen Sie nur einen sehr kleinen Teil Ihres „Extra-Gewinn“- Depots dafür ein.

Wer dieses hohe Risiko nicht eingehen möchte, fährt mit Zertifikaten ohne Hebeleffekt besser. Hier partizipieren Sie 1:1 an der Kursentwicklung der jeweiligen Rohstoffe.

Eine KO-Schwelle wie bei den Mini-Future-Zertifikaten existiert nicht. Zwischenzeitliche Verluste können also „ausgesessen“ werden.

Mehr dazu: Agrarrohstoffe: Wo liegt das größte Potenzial?

Checkliste: So investieren Sie am besten in Rohstoffmärkte

  • Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich die Rohstoffmärkte unabhängig von den internationalen Aktienmärkten entwickeln. Daher bilden sie eine sinnvolle Depotbeimischung auch für konservative Investoren.
  • Für die langfristige Anlage sind Basket-Zertifikate auf verschiedene Agrargüter die beste Wahl. So streuen Sie Ihr Risiko.
  • Zum kurzfristigen Ausnutzen von Trends bieten sich Hebelprodukte an, mit denen Sie sowohl auf steigende als auch auf fallende Märkte setzen können.
  • Hebelprodukte auf einzelne Agrargüter sollten Sie nur kaufen, wenn Sie den Markt ständig aktiv verfolgen. Ansonsten ist das Risiko zu groß, bei diesen Produkten durch das Erreichen der KO-Schwelle einen Großteil des eingesetzten Kapitals zu verlieren.
  • Setzen Sie insgesamt nicht mehr als 10% Ihres Vermögens auf den gesamten Rohstoffsektor. Investitionen in einzelne Rohstoffe sollten maximal 3 bis 4% Ihres Vermögens ausmachen.

30. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.