Börsianer sind keine logischen Menschen:
Griechenland zickt herum, bekommt Milliarden, und hat trotzdem kein funktionierendes Geschäftsmodell.
Dass das Land mehr als die jetzt diskutierten 130 Milliarden Euro braucht, ist klar.
Tatsächlich ist die „Rettung“ des komatösen Dauerpatienten Griechenland noch längst nicht in trockenen Tüchern. Weiter starren die Anleger der Welt auf das Land, das für die europäische Wirtschaft völlig bedeutungslos ist.
Auch weil sich die meisten Investoren mittlerweile von Hellas-Bonds getrennt haben, ist Athen eigentlich irrelevant.
Bald muss die Korrektur kommen
Trotzdem hing zuletzt scheinbar das Wohl und Wehe der Börse vom kleinen Schuldenstaat im Süden Europas ab. Störmanöver an der zuletzt harmoniesüchtigen Börse sind schon vorprogrammiert. Ich bleibe ich bei meiner Auffassung: Die Frankfurter Börse ist reif für eine Korrektur.
Die griechische Börse steuert sowieso auf das Kursziel Null zu. Der Chart des ASE (Athen Stock Exchange) spricht Bände: Wir sind auf einem wirklich historischen Tief angekommen.
Vom Hoch 2007 hat der Index 90% verloren. Aktuell notiert der ASE bei 780 Punkten. Hüten Sie sich aber vor neuen Investments: Das Beispiel Neuer Markt zeigt, dass geplatzte Blasen selten wieder aufgepumpt werden.
Akropolis, Adieu!
Rettung ist nicht in Sicht: Eine weitere Forcierung der Austeritätspolitk wäre notwendig, aber: die Wirtschaft schrumpft, die Steuereinnahmen sinken, das forciert das Sparen.
Notwendig wäre allerdings von Seiten des Staates Geld auszugeben und von Seiten der Privatwirtschaft zu investieren. Die hohe Arbeitslosigkeit beansprucht zudem die Sozialkassen immer weiter.
Die Spirale dreht also unweigerlich nach unten und nur der Kollaps oder eine Währungsabwertung (=Austritt aus der Eurozone) kann dem Land noch helfen.
Frechheiten in Athen
Ungeachtet der harten Realität leistete sich dieser Tage der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias einen besonders gelungenen Akt der Frechheit: Er griff Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) scharf an, das Boulevardblatt „Eleftheros Typos“ schrieb von einer „Junta Schäuble“.
Papoulias polterte: „Ich akzeptiere es als Grieche nicht, dass mein Land von Herrn Schäuble beleidigt wird.“ Der 82-Jährige fügte hinzu: „Wer ist denn Herr Schäuble, der Griechenland beleidigen kann. Wer sind denn die Niederländer, wer sind die Finnen?“
Ja, wer sind diese Nordländer überhaupt? Die Antwort ist einfach: Dies sind genau die Menschen, die das Salär eines nutzlosen Präsidenten und seiner parasitären Beamten-Schar bezahlen, die das Land nicht im Griff haben. Und auch nie haben werden.
Schönen Gruß von mir: Wegen des fortgeschrittenen Zustands der Senilität sollte dieser Mensch sich ein Beispiel an Christian Wulff nehmen und sein Amt schleunigst niederlegen!
Empörung in Athen
Surprise, surprise – Griechenland liegt also am Boden, ist aber dennoch empört und entrüstet. Na, da werden sich einige Eurokraten aber wieder gewaltig ins Zeug legen, damit sie auch in Zukunft ihre nutzlosen Jobs behalten, um einen hoffnungslosen Fall zu pflegen…
Offen blieb zuletzt, wie viele Gläubiger sich freiwillig an dem geplanten Schuldenschnitt beteiligen werden, oder ob am Ende die griechische Regierung nicht doch noch alle Geldgeber in die Pflicht nehmen wird.
Soll heißen: Vielleicht erklärt Athen einfach den Default und verlangt – was sonst, schließlich ist ja Attika die Wiege der Zivilisation – dass Europa das marode Land endlich alimentiert, ohne all diese dummen Sparpläne aufzustellen.
Dummheit im GEZ-System
Kleiner Scherz am Rande: In den ARD-Tagesthemen wurde jüngst im Börsenkommentar berichtet, dass nach dem erfolgreichen Parlaments-Votum die Rendite der Griechenanleihen zurückgingen.
Dabei wurde die 2jährige Anleihe gezeigt. Was die Genies in den Öffentlich-Rechtlichen übersehen haben: Die Anleihe steht bei über 200%!!!.
Öffentlich-Rechtlicher Schwachsinn
Dabei ist es vollkommen unbedeutend, ob die Anleihe über 50%, 100%, 150% oder 200% steht. Die Botschaft des Marktes ist immer dieselbe: You are not doomed to fail anymore – you failed already!
Insofern ist ein Rückgang der Rendite von 207% auf 205% so bedeutend, wie ein Körnchen Sand in Wüste Gobi. Aber so schafft man es in die Tagesthemen. Wenn Sie diesen Unsinn satt haben, sind Sie bei mir genau richtig.
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