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Akte Lebensversicherung: Was Sie niemals erfahren sollten

Die liebste und traditionellste Altersvorsorge der Deutschen ist die Lebensversicherung.

Rund 85 Mio. Lebensversicherungen mit einer Versicherungssumme von insgesamt etwa 2,7 Bio. € sprechen eine deutliche Sprache.

Doch diese geraten immer mehr in die Kritik – und das völlig zurecht!

Lebensversicherer in Schieflage

Die Versicherer investierten über Jahre hinweg in Staatspapiere. Bei den Mini-Zinsen erwirtschaften diese jedoch schon längst keine Erträge mehr.

Ganz im Gegenteil: Manche weisen sogar Negativzinsen auf!

Und auch der Garantiezins beträgt nur noch mickrige 1,25% – ein wahrlich „lukratives“ Geschäft, finden Sie nicht auch…!?

Ernstzunehmende Warnungen

Selbst die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt bereits vor Pleiten von Lebensversicherern.

Und der Internationale Währungsfonds (IWF) erkennt Risiken für deutsche und schwedische Versicherer, dass diese ihre zugesagten Leistungen vielleicht gar nicht mehr erbringen können.


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Hinzu kommt, dass die Versicherer die Leistungen der Verträge drastisch kürzen können.

Wir haben Ihnen an anderer Stelle bereits gezeigt, wie. Aber das war leider noch längst nicht alles…

Möglichkeiten für Leistungskürzungen von Lebensversicherern

  • Rückversicherung: Wussten Sie, dass Ihr Versicherer eine sogenannte Rückversicherung abschließen darf? – Sicher nicht, denn zumeist erfahren Sie davon nichts. Die Beiträge hierfür gehen selbstverständlich zu Ihren Lasten.
  • Garantierte Beiträge: Nach dem Versicherungsvertrags-Gesetz können garantierte Beiträge steigen.
  • Laufende garantierte Leistungen: Diese können ebenfalls nach dem o. g. Gesetz sinken – soweit gesetzlich vorgesehen und vertraglich nicht ausgeschlossen; z. B. unter dem Deckmantel einer „nicht voraussehbaren Änderung der Rechnungsgrundlagen“.
  • Kürzung der garantierten Rückkaufswerte: Diese kann beschlossen werden, wenn die Verträge nach 2008 abgeschlossen wurden.
  • Kapitalerhöhung: Der Versicherer kann den Überschuss für Kunden senken.
  • Erhöhter Eigenmittel-Bedarf: Er (s. o.) kann ebenfalls den Überschuss für Kunden minimieren.
  • Übertragungen von Versicherungs-Beständen auf andere Unternehmen oder Finanz-Investoren: Diese sind erlaubt, können aber das Kunden-Vermögen schmälern.
  • Schieflage des Versicherers: Kommt es soweit, greift der Rettungsfonds-Protektor ein, der die Leistungen um bis zu 5% kürzen kann. Selbst die Versicherungs-Aufsicht kann dies tun.
  • Insolvenz des Versicherers: Bestehende Verträge können zwangsweise gekündigt werden. Sie bekommen dann nur noch das ausbezahlt, was noch übrig ist.
  • Schluss-Überschüsse: Das Beste kommt zum Schluss, heißt es im Volksmund. – In diesem Fall ist es das Schlechteste. Denn die Schluss-Überschüsse, die Ihnen zustehen, können in stille Reserven, oder anders ausgedrückt: in eine Beteiligung an Bewertungs-Reserven, umgewidmet werden – und kommen so bei Ihnen nie an.

Legale Leistungskürzungen

Sie sehen also, wie Versicherer Ihre Leistungen kürzen können – völlig legal, gesetzlich einwandfrei.

Sie können sich an Ihren 5 Fingern abzählen, dass Sie hinsichtlich Ihrer Lebensversicherung weniger rausbekommen werden, als Sie einbezahlt haben.

Das sind doch mal tolle Aussichten, finden Sie nicht auch!?

27. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.