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Aktien insolventer Unternehmen: So kommen Sie als Aktionär an Ihr Geld

Meldet ein Unternehmen Insolvenz an, ist dies für Aktionäre ein Schock. Oft brechen die Kurse schlagartig ein und fallen auf Beträge nahe Null. Aktionäre wissen dann nicht, wie sie sich verhalten sollen. Sollen sie alles zum Spottpreis verkaufen? Oder besteht noch Hoffnung, das Geld zurückzubekommen?

Nicht immer muss eine Insolvenz den Totalverlust des Kapitals bedeuten. Allerdings haben Aktionäre verglichen mit Gläubigern in einem Insolvenzverfahren nur wenig Rechte. Meistens bleiben Sie auf Ihren Verlusten sitzen.

Gläubiger im Insolvenzverfahren bevorzugt

Meldet ein Unternehmen Insolvenz an, so bedeutet dies, dass es seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Gläubigern nicht mehr nachkommen kann. Das eingeleitete Insolvenzverfahren hat zum Ziel, die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wiederherzustellen oder das Unternehmen abzuwickeln bzw. zu „liquidieren“ .

Ein Aktionär hat der AG kein Geld geliehen, sondern investiert und so mit dem eingesetzten Kapital auf den Erfolg der Firma gewettet – in Form von steigenden Kursen und einer Gewinnausschüttung. Der Aktionär ist also kein Gläubiger, sondern Gesellschafter und damit rechtlich streng genommen Schuldner im Insolvenzverfahren. Aktionäre haben aber keine Nachschusspflicht und müssen nicht für die Schulden des Unternehmens einstehen.


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Da Aktionäre keine Gläubiger sind, ist eine Anmeldung von Forderungen im Insolvenzverfahren nicht möglich. Auch haben sie im Gegensatz zu Gläubigern keine Auskunftsansprüche und kein Mitbestimmungsrecht am Insolvenzverfahren.

Gesetzgeber: Sanieren statt Plattmachen

Laut dem im Jahre 2012 in Kraft getretenen „Gesetz zur Erleichterung von Sanierungen von Unternehmen (ESUG)“, rückt bei einer Unternehmenspleite der Schutz von Arbeitsplätzen in den Vordergrund. Aktionäre einer insolventen AG müssen damit rechnen, dass das operative Geschäft der AG in eine GmbH ausgegliedert wird – was faktisch die Alteigentümer enteignet.

Lässt sich die Abwicklung nicht vermeiden, so werden die Vermögenswerte der Firma liquidiert und zunächst die Forderungen der Gläubiger bedient. Sind diese erst einmal befriedigt und die Kosten des Verfahrens gezahlt worden, wird der verbleibende Überschuss an die Eigenkapitalgeber (Aktionäre) ausbezahlt. Meist ist dann vom Geld allerdings nichts mehr übrig.

Beide Varianten sind nicht vielversprechend. Aber so muss es nicht enden. Hoffnung für Aktionäre besteht dann, wenn sich ein Investor findet, der an der Übernahme des gesamten Unternehmens interessiert ist. In der Regel haben die Aktien während des Insolvenzverfahrens zwar einen sehr geringen Wert, können sich aber nach der Übernahme unter Umständen wieder erholen.

Aktien insolventer Unternehmen: Aussteigen oder warten?

Wenn Sie als Anleger eine Aktie im Depot haben, die unerwartet Insolvenz angemeldet hat, heißt es: handeln. Lassen Sie sich aber nicht zu einem voreiligen Verkauf hinreißen. Die Aktie notiert vermutlich ohnehin nahe Null bzw. dem Liquidationswert – das heißt, recht viel können Sie nicht mehr verlieren. Schauen Sie sich die Bilanz an, analysieren Sie die Werthaltigkeit der Vermögenswerte und überprüfen Sie die Struktur des Vermögens. Fragen Sie sich, wie wahrscheinlich die Übernahme durch einen Investor, eine Restrukturierung oder eine Abwicklung ist.

Diese Informationen werden im Insolvenzfall häufig in den Fachmedien diskutiert.

Am besten steht natürlich dar, wer drohende Pleiten früh erkennt und schnell aussteigt. Anhaltend rote Zahlen, hohe Finanzverbindlichkeiten, aber auch langfristig nicht zu stämmende Cash-Verbrennungsraten sind erkennbare Warnzeichen.

5. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Nina Tack
Von: Nina Tack. Über den Autor

Nina Tack ist Volkswirtin und beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Themen Wirtschaft und Finanzen.