MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Aktien langfristig unschlagbar – doch die Deutschen verschenken diese Gewinne

Nachdem der DAX fast 1.000 Punkte in nur wenigen Wochen verloren hat, scheinen sich einmal mehr die Vorurteile zu bestätigen, die fleißige Sparbuch-Sparer und Tagesgeld-Fans gegen Aktieninvestments anführen. Vielfach ist aus dieser Ecke zu hören, dass die Börse ein viel zu heißes Pflaster sei, man dort als Privatanleger unterm Strich nur Geld verlieren könne und am Ende eh immer die Bank gewinnt.

Diese Einstellung ist besonders in Deutschland leider weit verbreitet. Dabei übersehen die Aktien-Skeptiker, dass der DAX in den vergangenen 5 Jahren von 5.000 auf 10.000 Punkte geklettert war. Viele Deutsche haben der Börse den Rücken gekehrt. Der Grund dafür sind oftmals schlechte Erfahrungen mit einzelnen Aktiengesellschaften.

Durch Investitionen in die Telekom-Aktie, aber auch durch das Platzen der Internetblase um die Jahrtausendwende, haben Aktionäre Geld verloren. Und einige Aktionäre, die zu dieser Zeit noch nicht abgeschreckt wurden, holten dies durch in der Finanzkrise erlittene Verluste nach. Mit jedem Crash – die zum Börsenleben dazugehören – ist also die Zahl der Aktionäre in Deutschland gesunken.

Die Mehrzahl der Deutschen denkt nicht langfristig und kann nicht mit zwischenzeitlichen Schwankungen leben

Das Hauptproblem ist, dass die Deutschen scheinbar mehrheitlich nicht in der Lage sind, langfristig zu denken und mit zwischenzeitlichen Schwankungen leben zu können. Doch woher kommt das? Warum kann die Mehrzahl der Deutschen, wenn es um Aktien-Investments geht, nicht langfristig denken und mit zwischenzeitlichen Schwankungen leben?

Die Antwort ist im Prinzip ganz einfach: Anders als in den USA fehlen den Deutschen Langfristerfahrungen mit Aktien. In den USA gibt es heute zahlreiche Familien, die zu Millionären geworden sind, weil sie beispielsweise über drei Generationen hinweg „langweilige“ Coca-Cola-Aktien gehalten haben.

Weitere Gründe für die Verlustaversion der Deutschen

Ein weiterer Grund für die Verlustaversion der Deutschen ist folgender: Anleger nehmen Verluste auf der imaginären Gefühlsskala deutlich stärker wahr als Gewinne in gleicher Höhe. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Verluste zwei- bis zweieinhalbmal so stark wahrgenommen werden wie Gewinne in gleicher Höhe.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Konkret bedeutet das: Die negativen Emotionen bei einem Verlust von 10% sind zwei- bis zweieinhalbmal stärker als die positiven Emotionen bei einem Gewinn von 10%. Dieses psychologische Phänomen kommt allerdings nicht nur bei Deutschen Anlegern zum Tragen.

Es führt aber in Kombination mit dem Aspekt, dass deutsche Anleger über zu wenig Langfristerfahrung im Zusammenhang mit Aktien-Investments verfügen, zu der Tatsache, dass es in kaum einer anderen Industrienation der Erde größere Aktienmuffel gibt als in Deutschland.

Noch einen weiteren Grund für die unterentwickelte deutsche Kapitalanlagekultur sieht der Fondsmanager Christoph Bruns: Er sieht die Wurzeln dessen in der deutschen Sozialisation des vergangenen Jahrhunderts. Konkret bedeutet das aus seiner Sicht Folgendes: „Die zwei verlorenen Weltkriege mit traumatischen Erfahrungen an Mangel und hoher Inflation haben ein neurotisches Risikobewusstsein in der Bevölkerung geschaffen.“

Die ständige Überbetonung von Sicherheit gegenüber Freiheit sei ein Resultat dieser Sozialisation. Zudem belegt aus seiner Sicht auch die Tatsache, dass die Deutschen völlig überversichert gegen jegliche noch so unwahrscheinlichen Ereignisse sind, die große Risikoaversion der Deutschen.

Wann ist die Börsenparty vorbei?

Auf diese zugegebenermaßen etwas plakative Frage gibt es aus meiner Sicht nur eine Antwort: Nie! Zumindest bei einer langfristigen Betrachtung des DAX kann es diesbezüglich keine zwei Meinungen geben. Das liegt allein schon daran, dass der DAX ein Performanceindex ist (berücksichtigt werden also neben den Kursentwicklungen auch die Dividenden).

Dass der DAX langfristig betrachtet immer wieder neue Höchstmarken erreicht und daher nur eine Richtung kennt, zeigt die Chart-Beobachtung. Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Daher sollten Sie sich in Zeiten, in denen – wie aktuell – Gegenwind herrscht, nicht sofort aus der Ruhe bringen lassen, sondern sogar auf der Käuferseite stehen.

Wann und warum Sie sich von einer Aktie trennen sollten

Machen Sie es stattdessen besser als die überwiegende Mehrheit der Deutschen und betrachten Ihre Aktien-Investitionen langfristig. Das bedeutet natürlich auch, dass Sie mit zwischenzeitlichen Buchverlusten umgehen müssen. Buchverluste übrigens deshalb, weil sie lediglich in Ihrem Depotkonto entstanden und nicht tatsächlich realisiert sind.

Ich habe Ihnen vor einiger Zeit schon geschrieben, dass nur zwei Kurse für uns relevant sind: Der Kurs zum Zeitpunkt des Einstiegs und der zum Zeitpunkt des Verkaufs einer Aktie. Was kursmäßig zwischen diesen Zeitpunkten passiert, kann uns relativ egal sein. Ganz anders sieht es aus, wenn sich die Nachrichtenlage rund um das Unternehmen, welches hinter der Aktie steht, nachhaltig verschlechtert.

Sollte dies der Fall sein, so kann uns das nicht egal sein. Dann müssten wir reagieren. Wenn sich aber die Kursentwicklung einer Aktie ohne stichhaltige und vor allem auch nachhaltige Gründe verschlechtern sollte, so sollte das nicht zu einem Verkauf der entsprechenden Aktie führen.

Stattdessen sollte ein anderer Umstand der einzige Grund sein, weshalb Sie eine Aktie verkaufen: Stellen Sie sich die Frage, ob die Gründe, weshab Sie eine Aktie einst gekauft haben, noch heute vorliegen. Oder anders gesagt: Würden Sie die Aktie heute noch einmal kaufen? Wenn dies nicht der Fall sein sollte, so sollten Sie die Aktie verkaufen.

Ansonsten sehe ich keinen Grund dafür, eine Aktie zu verkaufen. Außer vielleicht, dass Sie glauben, dass Ihnen eine andere Aktie noch bessere Perspektiven bietet und Sie sich zwischen diesen beiden Aktien entscheiden müssen.

Fazit: In der Ruhe liegt nicht nur die Kraft, sondern – wenn es um das Thema Börse geht – auch der Gewinn

Ein altes Sprichwort besagt: „In der Ruhe liegt die Kraft“. An der Börse liegt in der Ruhe vor allem aber auch der Gewinn. Wer Aktien langfristig betrachtet und mit zwischenzeitlichen Kursschwankungen leben kann, der kann mit Aktien unterm Strich nur Geld verdienen. Dies untermauert auch der Chart auf dieser Seite eindrucksvoll.

13. August 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.