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Aktien verkaufen: Stoppkurse als probates Mittel zur Absicherung

Den optimalen Zeitpunkt Aktien zu verkaufen erkennen Sie an der Börse leider immer erst im Nachhinein. Es kann sowohl passieren, dass Sie Ihre Aktien zu früh verkaufen und der Kurs weiter steigt als auch, dass Sie zu spät verkaufen, nachdem die Aktien schon einiges von ihrem Höchststand verloren haben.

Ein probates Mittel gegen schlechtes Timing beim Aktienverkauf sind Stoppkurse. Diese werden längst nicht mehr nur von Profis eingesetzt, auch Privatanleger haben ihren Nutzen längst erkannt.

Risikobegrenzung bei Einzelpositionen: Vorsicht vor psychologischer Falle „Verlustaversion“

Bei der Umsetzung der Stopp-Strategie steht vielen Anlegern die Psychologie im Wege. Obwohl der Grundsatz der Verlustbegrenzung durch Stoppkurse geläufig ist, handeln viele Anleger genau umgekehrt. Statt Risikobegrenzung bei Einzelpositionen zu betreiben, realisieren sie Gewinne zu früh und versuchen Verluste „auszusitzen“.

Mit der Lösung dieses Rätsels beschäftigt sich die Behavioral Finance, ein relativ junger wissenschaftlicher Ansatz, der Psychologie und Finanzwissenschaft miteinander kombiniert. Er untersucht die  irrationalen, größtenteils unbewussten Verhaltensweisen der Anleger und ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte.

Zu den bedeutendsten Erkenntnissen der Behavioral Finance zählt die Verlustaversion.

Das Grundproblem: Viele Anleger können nicht mit Verlusten umgehen. Sie vermeiden es, Verluste zu realisieren, weil der Verkauf des Wertpapiers für sie einem Eingeständnis einer Fehleinschätzung (und damit einer Niederlage) gleichkäme.

Stattdessen hoffen sie (meist vergeblich) darauf, doch noch richtig zu liegen. Umgekehrt werden Gewinne viel zu früh realisiert, da ihnen das Gefühl des Gewinnens wichtiger ist als die Höhe des Kursgewinns. Zahlreiche Untersuchungen haben das Phänomen der Verlustaversion bestätigt.

Die Folge: Die wenigen Minuspositionen bestimmen die Performance des Depots.


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Aktien verkaufen: auf Nummer sicher gehen mit Stoppkursen

Mit dem Einsatz von Stoppkursen verhindern Sie, dass Sie zu lange an falschen Entscheidungen festhalten und dabei dem weiteren Kursverlust Ihrer Aktien tatenlos zusehen.

Besonders in Phasen mit einem lang anhaltenden Abwärtstrend, macht sich der Einsatz von Stoppkursen bezahlt. Die folgende Tabelle verdeutlicht Ihnen, dass es sich nicht lohnt, Verluste ewig auszusitzen. So hoch muss Ihr Gewinn sein, um vorherige Kapitalverluste bei einem Betrag von 10.000 € wieder auszugleichen:verlust-stoppkurse

Ab 30% Verlust steigt der Gewinn, der notwendig ist, um den Einstandskurs wieder zu erreichen, rapide an. Ein Stoppkurs zur Risikobegrenzung bei Einzelpositionen bewahrt Sie vor dem Schlimmsten.

Den maximalen Verlust schon beim Kauf festsetzen

Überlegen Sie sich bereits beim Kauf eines Wertpapiers, wie viel Verlust Sie maximal hinnehmen wollen. Für Aktien empfiehlt es sich, den Stoppkurs 10 bis 20% unterhalb Ihres Einstiegskurses zu platzieren. Unterschreitet eine Ihrer Aktien den festgelegten Stoppkurs, ist es Zeit, sich von Ihr zu trennen.

Natürlich kann es Ihnen beim Einsatz von Stopp-Strategien auch passieren, dass sich ein Wertpapier nach dem Verkauf wieder erholt. Dies ist dann ärgerlich, aber nicht zu vermeiden. Wichtig ist die Performance Ihres Gesamtdepots.

Einen Verlust von 10% mit Stoppkurs bei einer Einzelposition können Sie verschmerzen. 50% Verlust oder mehr ohne Stoppkurs wären weit schlimmer. Dies würde die Gesamtperformance Ihres Depots wesentlich stärker in Mitleidenschaft ziehen.

Mit nachgezogenen Stoppkursen Gewinne absichern

Stoppkurse werden auch zur Absicherung von Gewinnen eingesetzt. Dabei gehen Sie folgendermaßen vor: Jedes Mal, wenn das Wertpapier nach dem letztmaligen Festlegen des Stoppkurses um etwa 10% angestiegen ist, ziehen Sie den Stoppkurs nach.

So profitieren Sie von weiteren Kursgewinnen, ohne befürchten zu müssen, den angelaufenen Gewinn wieder vollständig zu verlieren. Ein Beispiel: Sie kaufen eine Aktie bei 80,00 €. Den Stoppkurs setzen Sie auf 68,00 € (maximaler Verlust 15%).

Die Aktie steigt auf 90,00 €. Sie möchten wiederum maximal 15% vom aktuellen Kurswert verlieren. Ihren neuen Stoppkurs setzen Sie daher auf 76,50 €. Steigt die Aktie weiter auf 100,00 €, ziehen Sie den Stoppkurs auf 85,00 € nach.

Dieses Nachziehen des Stoppkurses kann auch automatisch durch eine entsprechende „Trailing-Stopp-Order“ umgesetzt werden. Informieren Sie sich bei Ihrer Depotbank, ob diese Ordervariante möglich ist.

Stopp-Loss oder mentaler Stoppkurs

Stopp-Loss-Aufträge werden automatisch ausgeführt, sobald der Kurs des Wertpapiers das angegebene Limit berührt oder unterschreitet. Der Verkauf erfolgt dann zum nächsten Kurs und zwar unlimitiert. Besonders bei kleineren Werten kann sich die Ausführung ohne Limit als Nachteil in Form eines niedrigen Verkaufskurses erweisen.

Wichtig: Ein einmal abgegebener Stopp-Loss-Auftrag kann natürlich jederzeit wieder gelöscht oder aktiv von Ihnen geändert werden. Eine Alternative zu den automatisch ausgeführten Stopp-Loss-Aufträgen besteht in gedanklichen Stoppkursen (mentale Stopps). Werden diese unterschritten, erteilen Sie selbst einen Verkaufsauftrag, den Sie in diesem Fall mit einem Limit versehen können.

Diese Variante der Stopp-Strategie ist zeitaufwändiger, da Sie Ihre Positionen permanent im Auge behalten müssen, schützt Sie aber vor dem „ungewollten Ausstoppen“ in Folge hoher Tagesschwankungen.

Die Möglichkeit zur Überprüfung der Situation vor dem endgültigen Verkauf beim Mental-Stopp kann sich sowohl als Vorteil als auch als Nachteil erweisen. Dies hängt davon ab, ob Sie die nötige Selbstdisziplin aufbringen, um die Stopp-Strategie konsequent zu handhaben. Mit einem mentalen Stopp können Sie zudem flexibel auf Sondersituationen reagieren.

Kurzfristige Panik, beispielsweise nach Terroranschlägen, ist der falsche Zeitpunkt, um Aktien zu verkaufen. In den meisten Fällen ist es allerdings kaum möglich zu beurteilen, ob die Entwicklung dauerhaft oder – wie bei den Sondersituationen – nur kurzfristig ist.

Fazit: Im Zweifel pro Verkauf

Im Zweifel sollten Sie sich für den Verkauf entscheiden. Die konsequente Handhabung ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg einer Stopp-Strategie. Der Verzicht auf den Verkauf der Position trotz Unterschreitung des gedanklichen Stoppkurses muss unbedingt die Ausnahme bleiben.

Ein Tipp: Falls Sie feststellen, dass Ihnen regelmäßig Ausreden einfallen und Sie sich in den meisten Fällen doch nicht von dem Wertpapier trennen können, steigen Sie sicherheitshalber auf Stopp-Loss-Aufträge um.

Diese helfen Ihnen Ihre Anlagestrategie diszipliniert umzusetzen. Mit einer Stopp-Strategie, die nicht konsequent eingehalten wird, machen Sie sich keine Freude. Und von Risikobegrenzung kann in diesem Fall auch keine Rede sein.

11. Februar 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.