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Aktienanleger ist nicht gleich Aktionär – das sind die Unterschiede

Wer sich für Aktien interessiert, sollte vor der Auswahl des Investments neben Renditen und Risiken auch ein paar Grundfragen klären, darunter beispielsweise auch: Was ist ein Aktionär?

Die Frage mag auf Anhieb trivial erscheinen, ist aber allein schon deshalb wichtig, weil es um Rechte geht. Schließlich ist nicht jeder, der in Aktien investiert, zugleich auch Aktionär.

Was ist ein Aktionär: Miteigentümer und Risikoträger zugleich

Was also ist ein Aktionär? Wirft man zunächst einen Blick auf die neueste deutsche Statistik, lautet die Antwort: einer von 2,47 Millionen. Daneben erscheint mit 4,3 Mio. die Zahl der Besitzer von Aktienfonds. Die separate Listung hat einen Grund: Mitglieder der letzten Gruppe sind nicht selbst Aktionär.

Aktionär ist nämlich jeder, der eine Aktie erwirbt – seien es Belegschaftsaktien, Aktien von Firmen, die nicht an der Börse gelistet sind oder eben typische börsengehandelte Papiere wie beispielsweise BMW, Siemens oder Deutsche Bank.

Ein Aktionär, auch Shareholder genannt, hält damit einen Anteil am Grundkapital der Firma. Da dies zum Eigenkapital des Unternehmens gehört, besteht immer die Gefahr, bei einer Insolvenz leer auszugehen. Aktionäre sind also Miteigentümer und Risikoträger zugleich.


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Recht auf Dividenden, Eigentum und Mitbestimmung

Deshalb haben sie auch Rechte. Dabei geht es nicht nur um das Recht auf Gewinnbeteiligung in Form von Dividenden, sondern auch um Eigentumsrechte und Mitbestimmung. Zum Eigentumsrecht gehört etwa, dass bei einer Kapitalerhöhung dem sogenannten Altaktionär zum Ausgleich für den anteilig gesunkenen Wert seiner Aktien neue angeboten werden – genannt Bezugsrecht. Umgekehrt gibt es bei einer Kapitalherabsetzung einen Anspruch auf Rückzahlung.

Beschlossen werden derart zentrale Vorgänge auf der Hauptversammlung. Hier hat jeder Aktionär ein Mitbestimmungsrecht. Grundsätzlich kann er Beschlüsse auch anfechten. In der Regel geht es um die Entlastung des Vorstands. In anderen Worten: spricht man ihm das Vertrauen aus oder nicht.

Klein-, Groß- und Mehrheitsaktionäre stimmen mit

Und hier macht sich die Struktur bemerkbar. Den größten Einfluss haben Mehrheits- und Großaktionäre. Das sind häufig die Konzerne selbst oder deren Eigentümer. Die wollen sich natürlich von den Kleinaktionären nicht das Heft aus der Hand nehmen lassen und die Firmenpolitik bestimmen.

Bekannter Mehrheitsaktionär ist etwa die Quandt-Familie bei BMW mit 46,7%. Würde sie über 50% der Aktien halten, hätte sie uneingeschränkte Kontrolle. Großaktionäre indes halten mindestens 5% und können ebenfalls erheblichen Einfluss ausüben.

Deshalb werden sie schnell in der Presse erwähnt. Beispiele hierfür sind etwa ausländische Staatsfonds oder unlängst die geplante Beteilung eines Mitglieds der Königsfamilie aus Katar an der Deutschen Bank. Die wiederum ist selbst Großaktionär bei etlichen anderen Konzernen. Ein Aktionär kann also auch eine juristische Person sein.

Aktienfonds- und ETF-Anleger müssen draußen bleiben

Wer jedoch in Aktienfonds investiert, kann nicht selber mitbestimmen. Die Aktien kauft und verwaltet die Fondsgesellschaft. Sie nimmt die Interessen ihrer Anleger wahr und hat als Treuhänder die Pflicht, auf der Hauptversammlung zu erscheinen und abzustimmen.

Für einen Eklat sorgten allerdings dieses Jahr die Fondsgesellschaften der Deutschen Bank. Auf der Hauptversammlung ging es um die Zukunft der Vorstände. Da sich die Fondsmanager im Interessenskonflikt zwischen Aktionären und ihren Chefs sahen, blieben sie der Abstimmung fern.

Auch bei den populären ETFs wird man nicht Aktionär. Hier ist ein Anleger nur zu bestimmten Anteilen in viele Aktien investiert. Man kauft einen börsengehandelten ETF, der indirekt die Entwicklung der Aktien nachvollzieht, wird aber nicht deren Eigentümer.

Dividenden etwa werden von der Fondsgesellschaft verteilt. Und nur die besitzt Mitbestimmungsrechte. Der Einfluss dieser Fondsgesellschaften zeigt sich etwa am größten Anbieter: Blackrock (iShares) ist bei jedem deutschen Konzern Aktionär, bei den Großen mit einem Aktienanteil zwischen 5% und 9%.

Gleich, ob sich ein Anleger nun entscheidet, lieber Aktionär oder Fondsanleger zu sein – Aktien sind langfristig wohl die beste Anlageklasse zum Vermögensaufbau. So brachten etwa alle Dax-Titel seit 1995 bis Ende letzten Jahres eine Durchschnittsrendite von 8%. Hätte man sie 2011 gekauft und zum Jahreswechsel abgestoßen, wären es sogar 18,5%.

20. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.