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Aktienanleihen: Zwitterpapiere auf Zertifikate-Basis

Die Frage, was Aktienanleihen sind, lässt sich auf verschiedene Weise beantworten. Negativ abgegrenzt: Aktienanleihen sind weder richtige Anleihen noch Aktieninvestments. Gleichzeitig enthalten sie jedoch Eigenschaften von Aktien und Anleihen.

Der englische Name: Reverse convertible bonds.

Was sind Aktienanleihen? Keine Anleihen, sondern Zertifikate

Von ihrer Zuordnung her sind Aktienanleihen strukturierte Produkte. Und damit sind sie Zertifikate. Obendrein gibt es noch verschiedene Varianten von Aktienanleihen.

Was Aktienanleihen wirklich sind, erschließt sich am besten, wenn man ihre Funktion betrachtet.

Eine Aktienanleihe hat eine bestimmte Laufzeit und ist mit einem Zinskupon ausgestattet – so wie eine Anleihe.

Der Unterschied: Sie bezieht sich auf einen Basiswert. Das kann eine Aktie oder auch ein Aktienindex sein.

Bei der Emission einer Aktienanleihe wird vom Anbieter der Basispreis festgelegt. Der liegt auf der Höhe des Kurses vom Basiswert.

Was der Anleger in welcher Form am Ende der Laufzeit erhält, hängt nun ganz von der Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts ab.

Eines bekommt er auf jeden Fall: die vereinbarten Zinsen. Dies ist die feste Ertragskomponente. Die zweite Komponente besteht aus den Möglichkeiten: Geld oder Aktien.


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Sind die Aktien am Schluss über den Einstiegswert, also den Basispreis, gestiegen, gibt´s Zinsen plus dem investierten Geld. Notieren die Aktien darunter, bekommt man die Zinsen und anstatt Geld die Aktien selbst.

Dieses Spiel mit einer festen und zwei alternativen Ertragsvariablen kennzeichnet Aktienanleihen. Die Zinsausschüttung bleibt dabei immer, wie vorab festgelegt, gleich – egal wie hoch die Kursabweichung auch ist.

Was sind Aktienanleihen? Ein Beispiel

Beispiel: Eine Aktienanleihe bezieht sich auf 10 Aktien. Zinsen: 10%. Laufzeit: 1 Jahr. Die Aktien notieren bei 100 %. Entsprechend beträgt der Basispreis pro Akie 100 € (meist liegt der Preis knapp unter dem Kurs).

Kauft man die 10 Aktien zum Nominalbetrag von 1.000 €, gibt es am Ende der Laufzeit 2 Möglichkeiten.

1) Der Kurs liegt 100 € über dem Basispreis. Dann bekommt man den Nominalbetrag von 1.000 € zurück und zusätzlich 100 € Zinsen.

2) Der Kurs liegt mit 90 € unter dem Basispreis. Dann erhält man die 10 Aktien und ebenfalls 100 € Zinsen.

Die Aktien kann man entweder halten und auf bessere Zeiten warten oder verkaufen. Verkauft man sie für 900 €, so hat man wegen der Zinszahlung keinen Verlust gemacht.

Insofern ist die Zinszahlung eine Art Sicherheitspuffer. Aber nur so lange, wie der Schlusskurs nicht unter 10% im Minus liegt.

Zinsen, Laufzeiten und Basispreise können natürlich je nach Produkt und Anbieter variieren. Da die Zinsen eine  Aktienanleihe erst attraktiv machen, sind sie in der Regel recht hoch. Andernfalls würde sich niemand für sie interessieren.

Mehr dazu: Checkliste: So finden Sie die besten Aktienanleihen

Was sind Aktienanleihen? Gut zumindest in Seitwärtsphasen

Für den Anleger rentieren sich Aktienanleihen daher vorwiegend in Seitwärtsphasen. Bleibt der Kurs mehr oder weniger unverändert, so kann er sich immerhin über den üppigen Zinskupon freuen. 8% oder 10% und mehr sind da nicht schlecht.

Geht es aber an der Börse steil nach oben, so wäre er bei Kursen deutlich über dem Basispreis mit einem direkten Aktieninvestment unter Umständen besser bedient.

Und  sicherer sind Aktienanleihen auch nicht. Zwar ist bei fallenden Kursen der Verlust durch die Zinszahlung  begrenzt. Doch wenn ein Anbieter pleitegeht, geht der Anleger leer aus.

Hier zeigt sich unter anderem, was Aktienanleihen sind: Sie sind genaugenommen Zertifikate. Der Name wird vermieden, weil im öffentlichen Bewusstsein Zertifikate und Sicherheit nicht mehr zusammenpassen.

Aktienanleihen funktionieren ähnlich wie Discount-Zertifikate. Nur, dass der Ertrag nicht aus dem Rabatt kommt.

Mehr dazu: Discount-Zertifikate: Oft besser als Aktienanleihen

Der Begriff Anleihe darf also nicht in die Irre führen. Zudem: Wenn ein Anleger die Aktien bekommt, wird er automatisch zum Aktieninvestor. Von Anleihe kann dann erst recht keine Rede mehr sein.

Generell lässt sich sagen: Aktienanleihen sind Zertifikate mit festem Zinskupon, deren Wertenwicklung an den Basiswert gekoppelt ist.

29. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.