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Aktienauswahl nach Benjamin Graham: 10 Kriterien für den Erfolg

Gezielt investieren, nach festen Kriterien – viele Anleger suchen nach Orientierung bei ihren Investitionsentscheidungen.

Ich habe die Experten der „Aktien-Analyse“ nach einer Anlagestrategie gefragt, mit der der Anleger Value-Aktien herausfiltern kann.

Eine Möglichkeit, so die Experten, ist die Aktienauswahl nach Benjamin Graham. Die Investoren-Legende Benjamin Graham hat feste Kriterien formuliert, die auch heute noch gelten.

Investieren wie Benjamin Graham

Um in die Graham-Auswahl der Experten von der „Aktien-Analyse“ aufgenommen zu werden, muss eine Aktie mindestens jeweils ein Kriterium aus dem Abschnitt Bewertung und Sicherheit erfüllen – besser sogar mehrere Kriterien.

Neben der Kaufentscheidung kommt auch der Verkaufsentscheidung eine wichtige Bedeutung für den Anlageerfolg zu. Nach Benjamin Graham sollten Aktien dann verkauft werden, wenn sie nach dem Einstieg um über 50% gestiegen sind oder nach Ablauf von zwei Jahren, gleich welches der beiden Kriterien auch immer zuerst eintrifft.

Ebenso empfiehlt Benjamin Graham den Verkauf von Aktien, sobald Dividenden-Zahlungen eingestellt werden oder die Gewinne sich so verschlechtern, dass die Kriterien zum Kauf nicht mehr erfüllt sind.

Mehr zum Thema: Benjamin Graham und seine Theorien

Aktienauswahl nach Benjamin Graham: Bewertungs-Kriterien

  • Die Ertragsrendite (Gewinn pro Aktie / Kurs) sollte mindestens doppelt so hoch sein wie die durchschnittliche Rendite von Anleihen mit einem Rating von AAA.
  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie sollte weniger als 40% des höchsten KGV der vergangenen 5 Jahre betragen.
  • Die Dividendenrendite sollte mindestens zwei Drittel der Anleihenrendite betragen.
  • Der Aktienkurs sollte nicht mehr als zwei Drittel des Buchwerts betragen.
  • Die Börsenkapitalisierung des Unternehmens sollte nicht höher sein als zwei Drittel des Netto-Umlaufvermögens.

Aktienauswahl nach Benjamin Graham: Sicherheits-Kriterien

  • Das Fremdkapital sollte nicht das Eigenkapital übersteigen.
  • Das Umlaufvermögen sollte mindestens doppelt so hoch sein wie die kurzfristigen Verbindlichkeiten.
  • Das Fremdkapital sollte geringer sein als das zweifache Netto-Umlaufvermögen.

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  • Das Gewinnwachstum sollte in den vergangenen 10 Jahren durchschnittlich mindestens 7% betragen haben.
  • In den letzten 10 Jahren sollte der Gewinnrückgang nicht mehr als zweimal 5% oder mehr pro Jahr betragen haben.

Anmerkung: Aktien, von denen weniger als 10 Jahre Datenmaterial vorliegen, nehmen die Analysten der „Aktien-Analyse“ nicht in ihre Graham-Liste auf, da hier keine planbare Aussage über die Sicherheit im Sinne von Benjamin Graham gemacht werden kann.

Unser Extra: KGV, KUV, KBV und Devidendenrendite im Detail

Eines vorweg: Es ist immer ratsam, nicht nur eine Kennzahl allein zu betrachten, sondern stets mehrere für Ihre Kaufentscheidung heranzuziehen. Je mehr Kennzahlen eine Unterbewertung anzeigen, desto klarer wird die Anlageentscheidung.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Die meistgenutzte Kennzahl ist sicherlich das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV.

Es hat den Vorteil, dass es sehr einfach zu berechnen ist.

Formel  

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

?
Mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) kann untersucht werden, wie billig oder teuer eine Aktie im nationalen oder internationalen Vergleich abschneidet.
$$\bo\text"KGV" = \text"aktueller Aktienkurs" / \text"Gewinn je Aktie"$$
Ergebnis berechnen

Dabei gilt: Je niedriger der ermittelte Wert, desto günstiger ist die Aktie. Welcher Wert beim KGV günstig und welcher teuer ist, lässt sich pauschal nicht so einfach sagen. Es hängt von vielerlei Faktoren ab.

Etwa den Wachstumsaussichten des Unternehmens (bei guten Wachstumsperspektiven wird dem Unternehmen ein höheres KGV zugestanden), der Branche oder der Region (US-Aktien wiesen im historischen Vergleich fast immer ein höheres KGV als europäische Werte auf).

Als grobe Orientierung gilt: Unternehmen mit einem KGV von weniger als 10 bis 12 gelten in der Regel als günstig bewertet.

Hier müssten Sie – wenn Sie auch in Zukunft von gleich bleibenden Gewinnen ausgehen – als Aktionär maximal 10 bis 12 Jahre warten, bevor sie das investierte Geld schon durch die Wertsteigerung des Unternehmens beziehungsweise durch die ausgezahlten Dividenden wieder erwirtschaftet hätten.

Unternehmen mit einem KGV von über 20 gelten in der Regel als teuer. Aber wie gesagt, es gibt einige Ausnahmen. In wirtschaftlich schwachen Zeiten sinkt die Aussagekraft des KGV.

Denn es bezieht sich auf Schätzungen für zukünftige Unternehmensgewinne (üblicherweise das laufende Geschäftsjahr). Wenn die Geschäfte der Unternehmen einbrechen, ist eine zuverlässige Gewinnprognose jedoch sehr schwierig und fehleranfällig.

Daher sollten Sie sich aktuell nicht allein auf ein niedriges KGV bei der Aktienauswahl verlassen.

Ein weiterer oftmals angeführter Kritikpunkt gegen das KGV: Unternehmen können ihren Jahresgewinn beeinflussen, beispielsweise indem sie Immobilienbesitz oder Tochterunternehmen verkaufen. Auch dies vermindert die Aussagekraft des KGV.

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)

Formel  

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) berechnen: Methode A

?
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) vergleicht die Marktkapitalisierung eines Unternehmens mit dessen jährlichen Umsatz. Als Faustformel gilt: Je niedriger das KUV, desto günstiger kaufen Sie eine Aktie ein.
$$\bo\text"KUV" = \text"Marktkapitalisierung" / \text"Umsatz des Unternehmens"$$
Ergebnis berechnen

Es ist also unabhängig vom Unternehmensgewinn, was ein Vorteil sein kann, wenn ein Unternehmen noch keinen Gewinn macht oder eine Gewinnprognose zu unsicher ist.

Allerdings macht es wenig Sinn, Unternehmen mit unterschiedlicher Profitablität miteinander per KUV zu vergleichen.

Ein hochprofitables Unternehmen hat in der Regel ein wesentlich höheres KUV als ein Unternehmen, das rote Zahlen schreibt. Daher sollten Sie das KUV niemals als einziges Bewertungskriterium zu Rate ziehen.

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Formel  

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) berechnen: Methode A

?
Das sogenannte Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) bemisst, wie der Name schon verrät, das Verhältnis von Kurs und Buchwert der jeweiligen Aktie. Aus Anlegersicht sind vor allem Unternehmen mit einem KBV von unter 1 interessant. In dem Fall ist nämlich die Substanz des betreffenden Unternehmens höher als der Preis, der an der Börse dafür gezahlt wird.
$$\bo\text"KBV"=\text"Marktkapitalisierung"/\text"Eigenkapital"$$
Ergebnis berechnen

Beim Buchwert handelt es sich um die Summe aller Vermögenswerte eines Unternehmens (Immobilien, Produktionsanlagen, Maschinen, Fahrzeuge, Patente, Unternehmensbeteiligungen, Cashbestand etc.) abzüglich der Schulden.

Unabhängig davon, welchen Gewinn oder Umsatz ein Unternehmen macht, können Sie auf diese Weise den Substanzwert eines Unternehmens ermitteln. Ausgesprochen interessant aus Anlegersicht sind vor allem Unternehmen, die ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von unter 1 aufweisen.

Denn das bedeutet: Die Substanz des betreffenden Unternehmens ist höher als der Preis, der an der Börse dafür gezahlt wird. Nicht selten werden Beteiligungsgesellschaften und Finanzinvestoren auf solche Unternehmen aufmerksam und übernehmen die Mehrheit der Aktien.

Denn sie sind oft bereit, ein Unternehmen auch aufzuspalten und seine Einzelteile zu verkaufen. Diese Einzelteile werden dann oftmals ebenfalls nach dem Buchwert bewertet.

Nur bei Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften und eine solide Bilanz aufweisen, ist ein niedriges KBV ein gutes Auswahlkriterium und Hinweis auf ein Schnäppchen.

Bei Unternehmen die hohe Verluste machen, ist das KBV weniger aussagekräftig. Der Buchwert wird durch die Verluste auf Dauer immer weiter reduziert.

Daher sollten Sie das KBV nie isoliert betrachten, sondern immer im Zusammenhang mit der Gewinnentwicklung.

Dividendenrendite

Bei der Dividende handelt es sich um die jährliche Ausschüttung der Unternehmen an ihre Aktionäre, quasi als Erfolgsbeteiligung.

Formel  

Dividendenrendite berechnen

?
Als Grundlage der Dividendenbeurteilung dient in der Aktienanalyse die Dividendenrendite. Sie stellt eine Beziehung zwischen den ausgeschütteten Erträgen einer Aktie und dem aktuellen Kurs der Aktie her.
$$\bo\text"Dividendenrendite" = (\text"Dividende" / \text"Aktienkurs"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Die Dividendenrendite gibt gewissermaßen eine Art „Verzinsung“ Ihres Kapitals an, nämlich Ihre Rendite, wenn der Kurs der Aktie stagniert. Die Dividendenrendite lässt sich einfach berechnen, indem Sie die erwartete Dividendenzahlung durch den Aktienkurs teilen und mit 100% multiplizieren.

Je höher der so ermittelte Wert, desto besser. Als normal gelten Dividendenrenditen von 1 bis 3%, es gibt aber viele Unternehmen, die ihren Aktionären deutlich mehr zahlen. Statistisch entwickeln sich Aktien mit hoher Dividendenrendite besser als der breite Aktienmarkt.

Eine Erfolgsgarantie bedeutet dies jedoch noch lange nicht. Denken Sie beispielsweise an die Aktie der Deutschen Telekom, die seit Jahren in puncto Dividendenrendite an der Spitze der 30 DAX-Aktien steht, die Performance der Aktie hinkt jedoch weit zurück.

Die Dividendenrendite besitzt in wirtschaftlich schwachen Zeiten das gleiche Problem wie das KGV. Sie beruht auf Prognosen, die sich bei sinkenden Unternehmensgewinnen als sehr fehleranfällig erweisen können. Daher sollten Sie niemals allein auf eine hohe Dividendenrendite verlassen

6. März 2008

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.