von Janne Jörg Kipp

Aktiendrama - neue Runde? Die Mehr-Rendite-Gegenstrategie

August so schlecht wie nie

Dax und Dow Jones nähern sich immer mehr Rekordverlustmarken

Es dauert nicht mehr lange, dann stürzt der Dow Jones auf weniger als 10.000 Punkte.

Der Dax kracht auf weniger als 5.000 Punkte - und die Panik greift um sich.

Dies ist das düstere Horrorszenario. Wie so oft aber ist die Wende möglicherweise nahe. Viele Investoren sind nach den jüngsten Zahlen gar nicht mehr dabei. Sie verpassen die Chance auf mehr Rendite und eine sehr wirksame Gegenstrategie, um dem Aktiendrama zu entgehen.

Immer weniger Aktionäre - schade

In den kommenden Jahren werden viele Investoren auf diese Wochen zurückblicken. Erneut zeigt sich, dass in der Krise eine "Chance" liegt.

Dies mag wie ein banales Trostpflaster aussehen, entspricht aber der nachweisbaren Wahrheit, liebe Leser. Dazu gleich mehr. Wichtig sind die Entscheidungen dieser Tage, auch in dieser Woche, weil Sie hier die Grundlage für die richtige und dauerhaft erfolgreiche Vorsorge legen und legen können.

Hier finden Sie die entscheidenden Renditehebel, die alleine wegen des Zins- und Zinseszinseffektes aus Ihrem Vermögen ein Vorsorge-Polster machen können. In Zahlen: wenn Sie nur 2% mehr Rendite schaffen, werden daraus in 15 Jahren 35% mehr(!) Vermögen als ohne diesen Zusatzhebel.

Aus 50.000 Euro also holen Sie auf diese Weise rund 18.000 Euro mehr heraus - und werden davon langfristig profitieren, da dieses Geld auch in der Ruhestandsphase langfristig weiter arbeiten kann.

Dafür setzen Sie dann Entnahmepläne an. (Dazu folgt am Mittwoch für Sie eine konkrete Beschreibung - ich habe aktuell eine Auswertung aus der Datenbank zusammengestellt, die ich Ihnen mit allen Fakten präsentieren werde).

2% bis 20% mehr Rendite - alles möglich

Sie werden aber 2% bis - dies lesen Sie schon in der Ankündigung - 20% mehr Rendite schaffen können, wenn Sie sich von der Panik auch in dieser Woche nicht anstecken lassen. Die Börse wird sich wieder beruhigen. Ich stelle Ihnen einige historische Daten zusammen:

Im Semptember 2001 - damals wegen "9/11" und dem Einsturz des Word Trade Centers nach den Terroranschlägen - verlor der Dax alleine -16,98%.

Wer damals so investierte, wie wir es in verschiedenen Redaktionen vorgeschlagen haben, hat in den kommenden Jahren ausgehend vom Tiefstand im September bei 4.308,15 Punkten mehr als 20% Rendite (jahresbezogen) geschafft.

Alleine bis Anfang 2002 stieg der Dax wieder auf über 5.200 Punkte. Dies sind etwa 900 Punkte in einem halben Jahr gewesen - also die genannten 20%. Im Juli 2002 dann ging es noch einmal bergab, ähnlich wie in diesen Tagen war damals die Weltwirtschaft Auslöder: -15,57%. Innerhalb von vier Jahren dann hat die Börse die 6.000 Punkte wieder erreicht, also erneut etwa 20%.

Börsen werden zyklischer

Kritiker könnten sagen, dass diese Daten willkürlich sind. Nein, antworte ich, denn auch im Juli 2002 haben wir zu vorsichtigen Investments geraten. Dies waren ausschließlich Werte, die angesichts guter Bilanzdaten an der Börse ohne eigenen Grund unter die Räder gekommen sind.

Dasselbe Bild im gesamten Jahr 2002: Der Dax verlor -43,94%, wegen der Wirtschaftskrise. Damals empfahl ich Gold und (!) Aktien zum Investment. Die Situation erinnert mich an die damalige Konstellation: graue Wolken über der Wirtschaft, Misstrauen gegenüber Gold (aus anderen Gründen als heute, wo es überbewertet scheint).

Der Dax aber wendete sich von 2.892,63 Punkten in dem 5-Jahres-Anstieg bis 2007 auf über 8.000 Punkte und war immer noch recht günstig bewertet.

Der Goldpreis stieg in den vergangenen 10 Jahren seit der Erstempfehlung nahezu ohne Unterlasse. Noch immer habe ich Gold auf der Empfehlungsliste.

All dies berichte ich Ihnen für einen einzigen Nachweis: es kann schnell und vor allem überraschend wieder aufwärts gehen. Grundlage all dieser Überlegungen inmitten der Panik ist die alte Erkenntnis, dass sich die Qualität der Aktien sowie die finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen durchsetzen werden. Auch diesmal.

Sogar Tagesverluste können nicht abschrecken

Selbst wenn es in dieser Woche noch einmal zu extremen Verlusten kommen sollte. Einzelne schlimme Tage hat es genügend gegeben - und Sie konnten anschließend immer wieder Geld verdienen.

Alleine im Jahr 2008, dem ersten großen Jahr der aktuellen Finanzkrise, gab es mehrere solcher Tage. Am 15.10.2008 etwa verlor der Dax -6,49%, also ähnlich viel wie am Donnerstag vergangener Woche. Wer dabei blieb, konnte ausgehend vom Tiefstand bei 4.861,63 Punkten danach wieder schnell Geld verdienen.

Der Aufschwung begann spätestens im März 2009 und hielt etwa zwei Jahre. Wir haben gerade in jenem März - und zuvor auch im Oktober 2008 - gezeigt, wie günstig die Aktien sind. Aber das Horrorszenario damals nach kein Ende: am 10.10.2008 verlor der Dax - 7,07%. Am 6.11.2008 verloer er -6,84%.

Auch diese Daten sollen ausschließlich belegen, wie rätselhaft falsch die Börse liegen kann. Und dies ist in diesen Tagen erneut der Fall.

Vorsorge optimieren: nehmen Sie den Blick von den Kursen

An besonders schlechten Tagen lohnt es sich aktuell tatsächlich, sich regelrecht wegzuducken. Es spielt keine Rolle mehr, ob der Dax noch einmal 4% bis 5% verliert - es sei denn, Sie wollten einsteigen.

Prognostizieren aber lässt sich in diesem Umfeld der Dax-Verlauf nicht mehr. Genauso wie zu fallenden Kursen kam, kann es ohne jeden Grund schnell wieder aufwärts gehen. Auch dafür möchte ich aus dem Jahr 2008 noch einzelne Tage nennen:

1m 13.10.2008 gewann der Dax 11,40% (an einem einzigen Tag!). Er stieg von 4.544,31 Punkten auf 5.062,45 Punkte. Am 28.10.2008 in der selben Phasen mit großen Verlusten gewann der Dax 11,28%. Am 24.11.2008, wir befinden uns gedanklich noch immer in derselben Phase, gewann der Dax dann 10,34%. Am 8.12.2008 schließlich legte der Index um 7,63% zu.

Deshalb ist es für Ihre Vorsorge und langfristige Mehr-Rendite wichtig, die Einzeldaten in solchen Phasen nicht zu beachten. Wer bereits voll investiert ist, könnte theoretisch jetzt einen Urlaub buchen.

Niemand kann Ihnen dieser Tage sagen, wie es weiter geht. Wer mit mehr Investments die Vorsorge noch verbessern will, kann sich hingegen dieser Tage auf die Lauer legen:

  • Investieren Sie an schlechten Tagen in Aktien, schaffen Sie wie dargelegt 20% mehr(!) Rendite als Andere
  • Setzen Sie dafür geeignete Limits. In diesem Fall "Buy-Limits", die deutlich unter den tagesaktuellen Kursen liegen.
  • Besonders hohe Renditen erzielen Sie bei größtmöglicher Sicherheit im Dax: das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 9 bis maximal 9,5. Damit aber kaufen Sie ein Polster ein, das etwa 25% unter dem Normalkurs liegt.
  • An besonders schwachen Tagen wird die Aktienbörse derzeit noch 5%-Punkte drauflegen. Berücksichtigen Sie dies bei den Limits.

Mehr Rendite: Anleihen verkaufen

Auch wenn Sie in dieser Woche sinkende Aktienkurse erleben können, ist dies kein Grund dafür, in Anleihen zu investieren. Im Gegenteil: die Zinsen und Renditen sinken weiter. Ich empfehle daher dringend: verkaufen Sie dieser Tage Anleihen direkt, sofern Sie Bundesanleihen haben oder gar Anleihen anderer Staaten.

Die Zinsen werden steigen - und die Anleihekurse sinken. Allein dies ist schon ein entscheidender Schritt in dieser Woche, um mit der richtigen Strategie mehr Rendite aus dem Aktiendrama zu machen  - investieren Sie dann nach der Limit-Vorgabe, die ich nannte.

PS: Sicher investiert in diesen Tagen auch Dr. Erhard Liemen weiterhin in seinem "Deutschen Wirtschaftsbrief". Dort fanden Leser zuletzt den Hinweis auf die Schweizer Nestle. Seinem positiven Urteil schließe ich mich an.

 
 
Bildquelle: Benjamin Haas - Fotolia

Autor:

Janne Joerg Kipp

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage. Aktuelle Hinweise und Empfehlungen zur Vorsorgeoptimierung erhalten Unternehmer und Entscheider im kostenlosen Newsletter Wirtschaft Vertraulich.