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Aktienkauf: Meldepflicht sorgt für Transparenz

Für Kleinanleger ist die Tatsache, dass der Besitz von Aktien mit Stimmrechten verbunden ist, eher selten von Bedeutung.

Sobald es sich um Aktienkäufe im größeren Stil handelt, kann dies jedoch spürbare Auswirkungen haben.

Für die Aktiengesellschaften besteht eine gewisse Gefahr, dass ein Einzelner so viele Aktien erwirbt, dass seine Stimmrechte entsprechend ins Gewicht fallen.

Schlimmstenfalls könnte dieser Einzelne dann die Geschäfte des Unternehmens zu seinen Gunsten und entgegen der Ziele des Unternehmens mitbestimmen.

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In solch einem Falle wären aber nicht nur die Aktiengesellschaft selbst, sondern auch andere Aktionäre von einer Änderung der Stimmrechtverhältnisse betroffen.

Daher ist es sowohl für die Aktiengesellschaften selbst wie auch für deren Aktionäre wichtig zu erfahren, wenn Einzelne eine größere Anzahl von Stimmrechten erwerben.

Speziell für Aktionäre kann es zudem wichtig sein zu wissen, wenn zum Beispiel Vorstände oder Aufsichtsräte von AGs eigene Wertpapiere kaufen oder verkaufen und sich dadurch die Stimmrechte verändern.

Die Meldepflicht beim Aktienkauf sorgt dafür, dass diese Informationen zur Verfügung stehen.


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Das Wertpapierhandelsgesetz sorgt für Transparenz

Um Aktienkäufe und -verkäufe sowohl für Aktionäre als auch für die Aktiengesellschaften selbst transparent zu machen, wurde in Deutschland zum 1. Juli 2002 das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) eingeführt.

Als Kontrollinstanz über die Einhaltung der Pflichten und Rechte dieses Gesetzes fungiert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin.

Wann die Meldepflicht beim Aktienkauf greift

Zum einen greift die Meldepflicht immer dann, wenn durch einen Aktienkauf oder -verkauf bestimmte prozentuale Anteile an Stimmrechten über- oder unterschritten werden.

Zum anderen greift sie, wenn eine „Führungskraft“ der Aktiengesellschaft Aktien oder andere Finanzinstrument erwirbt, veräußert oder auf sonstigem Wege erhält.

Die Meldepflicht beim Aktienkauf und -verkauf allgemein

Konkret greift die Meldepflicht gemäß §21 WpHG dann, wenn durch den Kauf oder Verkauf von Aktien 3%, 5%, 10%, 15%, 20%, 25%, 30%, 50% oder 75% der Stimmrechte an einer AG erreicht, über- oder unterschritten werden.

In solch einem Fall muss der Meldepflichtige, also der (Ver-)Käufer, dies sowohl dem Emittenten als auch der BaFin innerhalb von 4 Handelstagen melden. Bei Zertifikaten ist grundsätzlich nur der Inhaber des Zertifikats von der Meldepflicht betroffen.

Die 4-Tages-Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, ab dem der (Ver-)Käufer weiß, dass er eine bestimmte Prozentgrenze erreicht, über- oder unterschritten hat. Dabei geht das WpHG allgemein von 2 Handelstagen aus.

Zudem muss die Aktiengesellschaft die entsprechenden Änderungen veröffentlichen und im Unternehmensregister speichern.

Entsprechendes gilt auch bei Erstemissionen am Markt sowie für andere Finanzinstrumente als Wertpapiere, wobei hier die Untergrenze bei 5% liegt.

Gegebenenfalls muss berücksichtigt werden, dass Stimmrechte zum Beispiel von Mutter- und Tochtergesellschaften zugerechnet werden.

Die Meldepflicht beim Aktienkauf durch Führungspersonal der Aktiengesellschaft

Sobald eine Führungskraft einer Aktiengesellschaft Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kauft oder verkauft, greift gemäß §15a WpHG die Meldepflicht. Solche Aktionen werden auch als Directors‘ Dealings bezeichnet.

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Ebenfalls davon betroffen sind Personen, die mit ihnen in einer engen Beziehung stehen; also zum Beispiel Ehepartner und Kinder eines Vorstands- oder Geschwister eines Aufsichtsratsmitgliedes.

In solch einem Fall muss die Aktiengesellschaft der BaFin die entsprechenden Änderungen innerhalb von 5 Werktagen mitteilen.

Zudem ist der Emittent verpflichtet, die Änderungen zu veröffentlichen und diese Veröffentlichung ebenfalls der BaFin mitzuteilen.

Die Meldepflicht greift jedoch nur, wenn die Gesamtsumme der Geschäfte einer Führungsperson und deren eng verbundener Personen pro Kalenderjahr bei 5.000 € oder höher liegt.

Welche Rolle die Meldepflicht beim Aktienkauf für Kleinanleger spielt

Insbesondere bei Wertpapieren und Finanzinstrumenten von großen Unternehmen sind kleine Privatanleger in der Regel nicht von der Meldepflicht betroffen. Dennoch sollten sie darüber informiert sein, um im gegebenen Fall vorbereitet zu sein.

Abgesehen davon können die aus der Meldepflicht resultierenden Informationen sowie die Veröffentlichungen der Unternehmen für Anleger aufschlussreich für eigene Wertpapiergeschäfte sein.

20. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.