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Aktienrückkauf: Bilanzierung 2009 erneut geändert

Jahrelang wurde über eine mögliche Modernisierung des Bilanzierungsrechts gestritten. 2009 haben sich die Abgeordneten dann schließlich auf eine Neuregelung geeinigt und beim Aktienrückkauf die Bilanzierung eigener Anteile in der Bilanz neu geregelt.

Der Bundesrat hat dieser neuen Verordnung zugestimmt und grünes Licht gegeben, so dass sie mit Wirkung zum 31. Dezember 2010 in Kraft getreten ist. Wir geben Ihnen einen Überblick darüber, was sich durch die Verordnung alles geändert hat.

Aktienrückkauf: Bilanzierung eigener Anteile auf der Passivseite

Durch die Änderungen im Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMog) in § 272 im Handelsgesetzbuch (HGB) ist der Ausweis ausstehender Einlagen auf das gezeichnete Kapital auf der Aktivseite nicht mehr zulässig. Stattdessen muss dieses Eigenkapital auf der Passivseite ausgewiesen werden. Dies betrifft insbesondere einen Aktienrückkauf. Die Bilanzierung ändert sich damit wie folgt:

Vor 2008 wurden eigene Aktien auf der Aktivseite im Umlaufvermögen ausgewiesen und durch eine Rücklage für eigene Anteile abgesichert. Diese beiden Positionen sind mit der Änderung des BilMoG zugunsten einer offenen Verrechnung hinfällig geworden.


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So funktioniert die Bilanzierung – erklärt anhand eines Beispiels

Die Muster AG hält 10.000 eigene Aktien im Nennwert von 1 € je Stück. Die Aktien wurden zum Kurs von 2 € je Stück zurückgekauft. Die Gesamtsumme von 20.000 € war bislang nach der alten Regelung im Umlaufvermögen im Posten „Eigene Anteile“ auf der Aktivseite ausgewiesen.

Parallel dazu musste eine „Rücklage für eigene Aktien“ in derselben Höhe beim Eigenkapital auf der Passivseite ausgewiesen werden.

Im Rahmen der neuen Rechtslage entfällt die Doppelausweisung. Der Nennbetrag der eigenen Aktien wird stattdessen mit dem gezeichneten Kapital verrechnet (§ 272 (1a) HGB).

Der Differenzbetrag zwischen dem Nennwert und dem eigenen Anteilswert wird mit den frei verfügbaren Gewinnrücklagen verrechnet:

Die Rücklage für eigene Anteile auf der Aktivseite wird aufgelöst und der frei werdende Betrag wird in einer der verfügbaren Rücklagen (zum Beispiel in andere Gewinnrücklagen oder in eine Kapitalrücklage) auf der Passivseite zugeführt.

Die Verrechnung der eigenen Aktien wird dann aufgehoben, wenn eigene Anteile wieder ausgegeben, verkauft oder aus der Bilanz entfernt werden. Das Kapital steigt anschließend wieder auf den vorherigen Nennwert.

Jahresabschluss soll durch Neuregelung aussagekräftiger werden

Dabei kommt insbesondere die kapitalsenkende Wirkung der eigenen Rücklagen stärker zum Tragen. Ein Grund für die neuerliche Reform des BilMoG war eine Vereinfachung der Buchführung für kleine und mittelständische Unternehmen. Damit sollte auch eine Kostensenkung für diese Betriebe einhergehen.

Durch die Neuregelung sollte die Bilanz zudem übersichtlicher werden und der Jahresabschluss insgesamt an Aussagekraft gewinnen. Gleichzeitig war dadurch eine Annährung an die Bilanzierungsregeln nach den „International Financial Reporting Standards (IFRS)“ geplant.

4. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands