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Aktienrückkäufe: Bei US-Unternehmen immer beliebter

Wenn Sie die Firmenmeldungen in Amerika verfolgen, dann dürfte es Ihnen aufgefallen sein:

In den USA übertrumpfen sich die Unternehmen inzwischen in der Ankündigung gigantischer Aktienrückkauf-Programme.

Mittlerweile gibt es von S&P Dow Jones sogar einen Index auf die interessantesten Rückkauf-Firmen.

In Deutschland hingegen kommt der Erwerb eigener Anteilscheine zur Kurspflege bislang vergleichsweise zaghaft zum Einsatz.

Bessere Kursentwicklung nach Aktienrückkäufen

Studien zeigen ganz klar einen positiven Zusammenhang zwischen Aktienrückkäufen und zukünftiger Kursentwicklung. Zumindest gilt dies auf Sicht der nächsten 12 Monate.

Laut Berechnungen der Investmentbank Morgan Stanley liegt der Renditevorsprung bei stolzen 13%.

Aber was versteht man eigentlich unter Aktienrückkäufen?


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Was hinter Aktienrückkäufen steckt

Dividenden gehören seit jeher zur Geschäftspolitik von börsennotierten Unternehmen. Aktienrückkäufe sind dagegen eine relativ junge Maßnahme, um Geld an die Aktionäre zurückfließen zu lassen.

Bei einem Aktienrückkauf kauft ein Unternehmen seine eigenen Aktien und reduziert damit die Anzahl der umlaufenden Stücke.

Die zurückgekauften Aktien verbleiben in der Regel nicht im Vermögen, sondern werden eingezogen und „vernichtet“.

Die rechtliche Grundlage hierzu wurde erst in den 1980ern geschaffen. 1982 wurde in den USA die sogenannte „Safe-Harbor-Rule“ in Kraft gesetzt, die es Unternehmen erlaubt, ihre Aktien zurückzukaufen.

Hierzu müssen gewisse Kriterien erfüllt werden. Beispielsweise dürfen maximal 25% des täglichen Handelsvolumens pro Tag zurückgekauft werden.

In Deutschland wiederum sind Rückkauf-Programme überhaupt erst seit 1998 legal.

Steuerliche Vorteile für den Anleger

Für manche Beobachter schwer nachvollziehbar, sind Aktienrückkäufe für viele Unternehmen eine sinnvolle Methode, ihre Eigentümer an den Cash-Beständen teilhaben zu lassen.

Auch steuerlich hat das Vorgehen einen entscheidenden Vorteil für den Anleger: Im Gegensatz zu Dividenden-Zahlungen fallen für den Anleger hier nämlich keine Steuern an.

Aktienrückkauf-Programm als alleiniges Auswahlkriterium wenig sinnvoll

Unbestritten ist der positive Effekt auf den Gewinnausweis bei den Unternehmen. Denn durch die eingezogenen Aktien kann sich auch der Gewinn je Aktie erhöhen, ohne dass sich das operative Geschäft positiv entwickelt.

Viele der großen Firmen generieren einen Großteil ihres Gewinnwachstums ausschließlich über Aktienrückkäufe (bspw. IBM).

Und genau hierin liegt auch das Problem: Generell sollten Firmen ihre Cash-Reserven zuerst für zukunftsträchtige Investitionen verwenden und ihre strategischen Geschäftsfelder stärken.

Im Umkehrschluss ist auch klar, dass sich ein wertsteigernder Effekt nur unter einer Bedingung einstellen kann: Das Management kauft die Aktien unter ihrem fairen Wert zurück.

Denn nur dann hat der Anleger auch wirklich einen Vorteil. Wenn ein Rückkauf-Programm zu jedem Preis durchgezogen wird, kann dies für den Endanleger sogar von erheblichem Nachteil sein.

Ein anderes Warnsignal ist es, wenn ein Unternehmen die Aktienrückkäufe aus der Substanz stemmt. Reicht der freie Cashflow nicht aus, um Dividenden und Aktienrückkäufe zu finanzieren, sollten Sie vorsichtig werden.

Denn dann müssen höhere Schulden gemacht oder Investitionen gekürzt werden. Das hingegen gefährdet die langfristige Stabilität des Geschäftsmodells.

11. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.