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Aktienrückkauf: Gesetz erweiterte 1998 den Spielraum für Unternehmen

Aktienrückkäufe erfreuen sich bei Unternehmen großer Beliebtheit. Auf diese Weise wird zum Beispiel überschüssiges Kapital investiert. Doch kann das Management nicht allein entscheiden, zu welchem Zeitpunkt, zu welchen Konditionen und in welchem Umfang ein Rückkauf getätigt wird.

So regelt das Gesetz, dass Aktienrückkäufe erst ausgeführt werden dürfen, wenn von den Unternehmen klar definierte Bedingungen erfüllt werden. Seit 1998 sind diese Bedingungen für viele Unternehmen einfacher zu erfüllen.

Die damals erlassene Neuregelung stieß überwiegend auf Zustimmung, da ein Aktienrückkauf eine sinnvolle Maßnahme für Unternehmen sein kann. In den vorangegangen Jahrzehnten war ein Aktienrückkauf nur in Ausnahmefällen möglich, wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt.

Die Gesetzeslage vor 1998

Im Jahr 1870 wurde der Aktienrückkauf erstmals per Gesetz geregelt. Die Aktienrechtsnovelle untersagte grundsätzlich den Rückkauf eigener Aktien durch Unternehmen. 1884 wurde dann eine umfassende Lockerung des grundsätzlichen Verbots vorgenommen. Schließlich wurde dieses Gesetz 1897 überwiegend unverändert in das Handelsgesetzbuch übernommen.

Obwohl die Rechtsgrundlage den unbeschränkten Rückkauf weiterhin ausschloss, gingen die Lockerungen des Gesetzes doch so weit, dass Rückkäufe praktisch folgenlos getätigt werden konnten.


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Als 1929 die Weltwirtschaftskrise begann und 1931 auch den deutschen Wirtschafts- und Finanzsektor hart traf, wurde von der Möglichkeit des Aktienrückkaufs umfassend Gebrauch gemacht. Experten gehen heute davon aus, dass Aktienrückkäufe missbraucht wurden, um einzelne Aktionäre zu bevorteilen und andere deutlich zu benachteiligen.

So sollen Banken und Unternehmen kurz vor der Pleite in großem Stil eigene Aktien von ausgewählten Investoren zurückgekauft haben, um das Vermögen diesen Aktionären vor dem Konkurs zukommen zu lassen. Infolgedessen wurde der Aktienrückkauf noch 1931 weitgehend verboten und war nur noch in Ausnahmefällen möglich. Diese Regelung hatte im Kern bis 1998 Bestand.

Aktienrückkauf: Liberalisierung ab 1998

1976 wurde der Aktienrückkauf durch eine EG-Kapitalrichtlinie in Europa liberalisiert. Deutschland verzichtete jedoch vorerst darauf, die Rechtslage dieser Richtlinie anzupassen. Erst 1998 wurde die Notwendigkeit erkannt, für den Aktienrückkauf ein Gesetz zu erlassen, welches den Unternehmen einen größeren Spielraum einräumt.

Dabei spielte zum Beispiel die Tatsache eine Rolle, dass die Globalisierung immer weiter voranschritt und eine Anpassung der deutschen Gesetzgebung an den globalen Wirtschafts- und Finanzmarkt nötig wurde.

Die Resonanz auf die neue Gesetzgebung war überwiegend positiv. Betrachtet man die Vor- und Nachteile des Aktienrückkaufs, ist das durchaus nachvollziehbar.

Die aktuelle Gesetzgebung im Überblick

Grundlagen für die heutige Situation sind vor allem §71 des Aktiengesetzes (AktG) und das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Demnach obliegt es nun den Aktionären auf der Hauptversammlung, den Aktienrückkauf zu genehmigen. Diese Entscheidung ist zurzeit für maximal 18 Monate gültig.

In diesem Zeitraum darf das Management des Unternehmens nun Aktien im Wert von bis zu 10% des Grundkapitals zurückkaufen. Die genannten 10% beziehen sich auf den Gesamtbestand der Aktien in Unternehmensbesitz. Auf der Hauptversammlung werden jedoch auch der Umfang des Rückkaufs sowie der Verwendungszweck geklärt.

Somit liegt es in der Hand der Aktionäre, mögliche Vor- und Nachteile abzuwägen und den richtigen Weg zu wählen, der möglicherweise zu einem Gewinn durch einen steigenden Aktienkurs führen kann.

Aktienrückkauf in der Schlussbetrachtung

Im Laufe der Geschichte hat es verschiedene Gesetzeslagen zum Umgang mit Aktienrückkäufen gegeben. Für alle Gesetze gab es gute Gründe und eine Berechtigung.

Im Hinblick auf den globalen Finanzsektor scheint auch die heutige Rechtslage ein guter Kompromiss aus Handlungsspielraum für das Unternehmen und Mitbestimmungsrecht für die Aktionäre zu sein.

19. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.