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Aktienrückkauf-Programme am Kapitalmarkt bringen meist steigende Kurse

Als Siemens Anfang August 2012 ankündigte, für bis zu 3 Milliarden Euro eigene Aktien zurückzukaufen, legte der Aktienkurs zeitweise um fast 6 Prozent zu.

Auch ein knappes halbes Jahr später notiert der Wert im Vergleich zum August deutlich im Plus.

Aktienrückkauf-Programme: Kurssteigerungen möglich

Anfang Januar 2013 teilte der Internetdienstleister United Internet mit, 15 Millionen eigene Aktien einzuziehen – auch dies honorierte die Börse mit einem deutlichen Kursplus.

Doch ein Aktienrückkauf-Programm muss nicht zwangsläufig zu steigenden Kursen führen.

Entscheidend ist, warum ein Unternehmen dies tut und was mit den eingezogenen Aktien passiert.

Grundsätzlich gilt:

Verringert ein Unternehmen durch einen Aktienrückkauf dauerhaft die Zahl seiner umlaufenden Aktien, erhöht sich deren Wert am Markt.

Auch der Gewinn pro Aktie und eine mögliche Dividende steigen, da sie auf weniger Aktien verteilt werden müssen. Diese Aussichten sorgen für zusätzliches Kurspotenzial.

Mehr zum Thema: Freude für Anleger durch Aktienrückkauf

Nutzt das Unternehmen die zurückgekauften Aktien aber, um beispielsweise Aktienoptionen im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungen zu bedienen, verknappt es seine Anteilsscheine nicht.


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Es wappnet sich lediglich für den Fall, dass Mitarbeiter ihre Option ausüben, zu einem festgelegten Zeitpunkt Aktien zu einem bestimmten Preis zu erwerben.

Diese können sie später mit Gewinn weiterverkaufen, die Zahl der handelbaren Aktien verändert sich durch den Aktienrückkauf durch das Unternehmen also nicht.

Warum Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen

Für Aktienrückkäufe gibt es verschiedene Gründe:

1. Aktienrückkäufe sind ein Instrument zur Kurspflege, wenn das Management von einer Unterbewertung der eigenen Aktie ausgeht. Oft stärken sie das Vertrauen der Anleger und sorgen für ein Kursplus.

2. Über Aktienrückkäufe lässt sich überflüssige Liquidität einmalig an die Anteilseigner ausschütten.

3. Eigene Aktien können als Akquisitionswährung beim geplanten Kauf eines anderen Unternehmens eingesetzt werden.

4. Über Aktienrückkäufe lassen sich Bezugsrechte aus Optionsprogrammen für eigene Mitarbeiter bedienen.

5. Aktienrückkäufe bieten einen gewissen Schutz vor Übernahmen: Indem das Unternehmen seine Liquiditätsreserven verringert, macht es sich für Interessenten unattraktiver.

Allerdings lässt sich hierzulande mit der maximal zulässigen Rückkaufmenge von 10 Prozent des Grundkapitals nur eine begrenzte Abwehr aufbauen.

6. Über Aktienrückkäufe lässt sich der Aktionärskreis verkleinern. Das spart Kosten, da nicht mehr so viele Geschäftsberichte oder Einladungen zur Hauptversammlung verschickt werden müssen.

Wie Aktienrückkäufe funktionieren

Die gesetzliche Grundlage zum Aktienrückkauf findet sich in § 71 Aktiengesetz, das seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) vom April 1998 den Rückkauf der eigenen Aktien in Deutschland erlaubt.

Dazu muss die Hauptversammlung eines Unternehmens ein entsprechendes Programm genehmigen.

Sie kann den Vorstand dann ermächtigen, bis zu 10 Prozent des Grundkapitals zurückzukaufen. Sobald dieser das Programm beschließt, ist es kursrelevant und damit ad hoc publizitätspflichtig.

Die eingezogenen Aktien wandern schließlich entweder in den Reißwolf, dienen als Tauschwährung für den Kauf eines anderen Unternehmens, oder aber sie bedienen Optionsprogramme.

Verschiedene Methoden: Börse oder Tender-Verfahren

Beim Aktienrückkauf über die Börse kauft das Unternehmen über einen längeren Zeitraum zum jeweils aktuellen Börsenkurs.

Für Marktteilnehmer lässt sich dann nur schwer erkennen, wann der angekündigte Aktienrückkauf tatsächlich stattfindet.

Beim Tender-Verfahren gibt der Vorstand ein bis zu einem bestimmten Zeitpunkt geltendes öffentliches Angebot an alle Aktionäre ab, eine bestimmte Anzahl Aktien zu einem festen Preis zu kaufen.

Dieser liegt über dem aktuellen Börsenkurs, um attraktiv zu sein. Sonderformen sind die holländische Auktion, bei der das Unternehmen lediglich eine Preisspanne für die Anzahl der Aktien vorgibt, die zurückgekauft werden sollen.

Am Ende der Angebotsfrist wird der Auktionspreis ermittelt.

Das Unternehmen kann an seine Aktionäre auch Verkaufsoptionen ausgeben, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeübt werden können oder gleich mit einem Großaktionär über einen sogenannten Paketerwerb verhandeln.

2. Januar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Petra Hoffknecht
Von: Petra Hoffknecht. Über den Autor

Petra Hoffknecht arbeitet als freiberufliche Wirtschafts- und Finanzjournalistin. Sie schreibt regelmäßig für das Handelsblatt, die VDI Nachrichten, Magazine des Sparkassenverlags und diverse Regionalzeitungen wie beispielsweise die Neue Osnabrücker Zeitung oder die Südwest Presse in Ulm.