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Aktienrückkauf: Warum Aktionäre profitieren

Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsensprache sagt man weniger brutal „einzieht“), hat das mehrerepositive Wirkungen:

1) Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmensgewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss (selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie).

2) Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die Dividenden-Rendite.

3) Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.

4) Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

Gute Gründe für ein Aktienrückkauf-Programm

Wenn ein Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm ankündigt, wird das oft als „phantasielos“ kritisiert. Der Vorwurf lautet: Ein Unternehmen hat keine Investitions- und Geschäftsideen mehr, daher kauft es als Notlösung eigene Aktien zurück. Der Vorwurf kann sogar stimmen.

Doch die Gründe, die für ein Aktienrückkaufprogramm sprechen, sind sehr vielfältig. Hier eine Auswahl der Motive:

  • Die zusätzliche Aktien-Nachfrage soll einen kurzfristigen Abwärtstrend stoppen.

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  • Der Vorstand signalisiert mit den Rückkäufen, dass er die eigene Aktie für unterbewertet hält.
  • Da Übernahmen aktuell oft zu teuer sind, kann das Geld besser in eigene Aktien investiert werden (dann entfällt die Übernahme-Prämie von rund 30%, die oft bei einer Übernahme gezahlt wird).
  • Der Großaktionär kann mit einem Aktienrückkaufprogramm seine eigene Machtstellung ausbauen, wenn Privatanleger das Angebot annehmen, der Großaktionär aber keine Aktien abgibt.
  • In extremen Niedrig-Zins-Phasen (wie aktuell) kann es sich für ein Unternehmen sogar lohnen, für einen Aktienrückkauf Fremdkapital aufzunehmen, wenn die Zinsen niedriger sind als die eingesparten Dividenden.
  • Das Geld in der Unternehmenskasse wirft keine Zinsen mehr ab. Durch Aktienrückkäufe kann das „tote“ Kapital wieder arbeiten.
  • Aktienrückkäufe können Aktionäre bei Laune halten, wenn das Unternehmen in einer Umbruchphase steckt und Umsatz und Gewinn kurzfristig nicht steigern kann.
  • In einigen Ländern werden Kursgewinne nicht so hoch besteuert wie Dividenden. In diesen Fällen kann es sich lohnen, die Dividende niedrig zu halten und den Kurs mit Aktienrückkäufen zu steigern.
  • Ein „reifes“ Unternehmen kann mit Aktienrückkäufen dafür sorgen, dass trotz Gewinnstagnation der Gewinn je Aktie steigt und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sinkt. So wird die Aktie wieder attraktiver.

Die Gründe, warum Unternehmen eigene Aktien kauft, sind in vielen Fällen positiv zu werten. Aber wie bei fast allen Instrumenten, kann auch ein Aktienrückkaufprogramm „missbraucht“ werden, oder zumindest die Risiken erhöhen.

Beispiel: So profitieren Anleger vom Aktienrückkauf

Damit Sie eine Vorstellung haben, wie ein Aktienrückkauf wirkt, hier eine einfache Musterrechnung:

Ein Unternehmen hat 100 Mio. Aktien, verdient 200 Mio. Euro (2 Euro Gewinn pro Aktie) und schüttet 50% des Gewinns als Dividende aus (1 Euro pro Aktie). Der Aktienkurs liegt bei 20 Euro. In diesem Fall liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 10 und die Dividenden-Rendite bei 5%.

Annahme: Das Unternehmen kauft 10% der eigenen Aktien zurück und vernichtet diese anschließend. Die neuen Kennzahlen lauten dann: Die 200 Mio. Euro Gewinn werden auf nur noch 90 Mio. Aktien verteilt (= 2,22 Euro Gewinn pro Aktie) und die Dividende

steigt bei einer 50%-Ausschüttung auf 1,11 Euro pro Aktie. Bleibt der Aktienkurs zunächst stabil bei 20 Euro, sinkt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 9 und die Dividenden-Rendite steigt auf 5,55%.

Aktienrückkäufe als wichtiges Auswahlkriterium

Fazit: Das KGV ist gesunken, die Dividenden-Renditegestiegen. Beide Kennzahlen sind attraktiver geworden und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit neue Aktionäre anziehen. Die höhere Aktien-Nachfrage kann den Kurs auf rund 22 Euro steigern. Die Aktionäre profitieren von den steigenden Kursen.

Beachten Sie: Ein Aktienrückkaufprogramm reicht isoliert betrachtet nicht als Kaufargument für eine Aktie. Wählen Sie daher Aktien aus, die den Spagat schaffen: Aktienrückkäufe, Dividenden und Investitionen in neue Geschäftsfelder.

14. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.