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Aktuelle Inflationsrate: Die Berechnung der steigenden Kosten

Nur wenig bestimmt die Lebensqualität der deutschen Bürger in der Vergangenheit so sehr wie die aktuelle Inflationsrate – also die Preisentwicklung für Güter aller Art. Die Berechnung dieser Rate ist komplexer als vermutet. Grundlage für die Berechnung der aktuellen Inflationsrate ist in den meisten Fällen der Verbraucherpreisindex. Hierbei werden die Kosten für verschiedene Warenkörbe mit Produkten von Jahr zu Jahr neu errechnet.

Aktuelle Inflationsrate: Beispiel für einen Warenkorb

Ein vereinfachtes Beispiel sähe demnach folgendermaßen aus. Familie Müller füllt 2013 in einem Supermarkt den Einkaufswagen mit Milch, Butter, 10 Brötchen, 200 Gramm Aufschnitt, einer Packung Müsli und einer Tageszeitung. Hierfür zahlt sie den runden Betrag von 10 €. 2014 tätigt die Familie den Einkauf im gleichen Laden mit den gleichen Gegenständen im Einkaufswagen. Nun bezahlt sie für ihren Einkauf jedoch 10,25 €.

Die Preissteigerung dieses kleinen Warenkorbes betrüge demnach also 2,5%. Um die Inflation wirklich berechnen zu können, werden natürlich weitaus größere Warenkörbe mit Produkten und Serviceleistungen aus verschiedensten Sektoren miteinander verglichen. Aktuell sind in diesem Warenkorb 750 Posten enthalten.

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Die Fehlerquellen der Berechnung

Wichtig hierbei ist natürlich Genauigkeit. Wird der erste Warenkorb im Supermarkt befüllt, der zweite hingegen im Discounter, würde dies das Ergebnis stark verfälschen. Ebenso müssen die Tester darauf achten, dass exakt die gleichen Produkte gekauft werden. So ergeben sich selbst bei vermeintlich kleinen Einkäufen wie einer Packung Butter Unterschiede im zweistelligen Centbereich.

Bei letzterem Punkt kann es natürlich häufig dazu kommen, dass ein Produkt im darauffolgenden Jahr schon nicht mehr erhältlich ist, entweder weil sich die Packungsgröße verändert hat oder das Produkt gänzlich aus den Regalen genommen wurde. Da die aktuelle Inflationsrate jedoch immer auf den Werten des vorhergehenden Monats oder Jahres basiert, fällt es oftmals leicht, ein Ersatzprodukt zu finden.

Wird die Butter der Marke Landmilch beispielsweise aufgrund von Insolvenz gestrichen, können die Tester auf das weiterhin erhältliche Produkt der Marke Stallbutter zurückgreifen. Im Idealfall sind die Preise und Packungsgrößen der ausgetauschten Produkte identisch. Andernfalls müssen auch die Kosten des alten Warenkorbes dem damaligen Preis des neuen Produktes angepasst werden.

Aktuelle Inflationsrate: Moderne Produkte als Problemfall

Während die Berechnung der aktuellen Inflationsrate bei Lebensmitteln also noch vergleichsweise einfach ist, wird es bei komplexeren Produkten wie Fahrzeugen oder elektronischen Produkten deutlich schwieriger. Denn hier ist beispielsweise ein Smartphone nach einem Jahr bereits veraltet und teils stark im Preis gefallen.

Da der Warenkorb jedoch mit einem „modernen Smartphone“ befüllt ist, muss ein neuer Technologieträger gefunden werden, der die Qualitätssteigerung des abgelaufenen Zeitraums berücksichtigt.

Alternativ können die fallenden Kosten auch mit dem Technologiesprung des entsprechenden Zeitraums verrechnet werden. Hierzu nutzt das Statistische Bundesamt als verantwortliche Behörde für den Verbraucherpreisindex seither die „hedonistische Preisbereinigung“, um Technologiefortschritte ebenfalls zu berücksichtigen.

Hierdurch wird der Effekt bestimmter schnelllebiger Produkte auf die Inflationsrate abgebremst. Diese Vorgehensweise steht jedoch auch in der Kritik. Produktverschlechterungen nimmt die Berechnung im Gegensatz zu den Verbesserungen nämlich nicht wahr – billige Bauteile und ähnliche Minuspunkte führen so zu einer künstlich niedrigeren Inflationsrate.

Plus und Minus im Vergleich

So wird die Berechnung der aktuellen Inflationsrate wohl auch in Zukunft weiter für Diskussionen sorgen. Die höchste Inflation fand entgegen der weitläufigen Meinung übrigens nicht in Eurozeiten statt. Ganz zu Beginn der jährlichen modernen Messungen gingen die Preise in Deutschland 1951 um 7,6 % nach oben.

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Zwei Jahre später wurde jedoch auch der niedrigste Wert gemessen. 1953 fielen die Preise um 1,7%, zusammen mit 1986 eines von nur 2 Jahren, in denen die Preise zurückgingen.

15. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.