von Jan Aalto

Alarm bei Industriemetall: Rendite 2012 gefährdet - die China-Hoffnung

Rohstoffpreise sinken.

Vorbei die Zeiten, in denen Schrott-Metallhändler reich wurden.

Alarm in vielen Fonds sowie bei zahlreichen Zockern am Rohstoffmarkt. Denn:

2012 droht erneut ein ungemütliches Jahr für diesen gesamten Sektor zu werden. 

Hoffnungsträger für diesen Bereich ist China. Hält der Rohstoffhunger der Asiaten an, können die Preise zumindest stabil bleiben. Ansonsten ist mit einem weiteren Preisrutsch auch bei Industriemetallen wie Aluminium zu rechnen. Aluminium hat kürzlich auf einem neuen neuen Zwei-Jahres-Tief geschlossen.

Der Kupfer-Preis fiel ebenso, andere Rohstoffnotierungen wie Platin oder Palladium unter den Edelmetallen gaben nach. 2012 ist die Lage nicht unbedingt besser. Ausschlaggebend dafür sind die Konjunkturaussichten in den westlichen Ländern.

Konjunktur: nicht "schlecht", aber auch nicht gut

Im Mittel sind die Konjunkturprognosen noch keine Crash-Werte. Nur: Optimismus verbreiten die Analysten an den Märkten derzeit nicht mehr. Im Gegenteil: die Situation sieht besonders im Euroraum vergleichsweise düster aus.

Dies bremst die Nachfrage nach Rohstoffen wie Öl, nach Edelmetallen, vor allem aber nach den genannten Industriemetallen. Andererseits gehen Beobachter inzwischen von einer paradoxen Ausgangslage aus. Demnach seien alle Szenarien schon eingepreist.

Das würde bedeuten, Aluminium oder Kupfer, Platin und Palladium oder auch nur Silber könnten schon gar nicht mehr weiter fallen - bei schlechten Nachrichten. Bewegung käme nur dann in die Sache, wen die Konjunkturdaten plötzlich doch wieder besser ausfallen als gedacht. Diese Idee geht noch etwas weiter: 

Gold und Rohöl haben angeblich von den negativen Sondersituationen 2011 schon profitiert, da die Währungen schwächer wurden (Rohöl muss bekanntlich in Dollar gezahlt werden). Daher würde eine Konjunkturerholung die Preise erneut unter Druck setzen. 

Logik? Fehlanzeige...

Daraus könnten Sie eine gewisse Logik schließen. Dies halten wir jedoch für eine Fehlanzeige. Logisch wäre diese Entwicklung, wenn auch alle anderen Marktteilnehmer so denken. Nur: rechnen Sie mit sinkenden Ölpreisen, wenn die Konjunktur wieder brummt? 

Mit anderen Worten: auf fundamentale Analysen können Sie sich derzeit am Rohstoffmarkt nur begrenzt verlassen. Die Wahrheit lautet: nur wenige Märkte sind vergleichsweise gut abgesichert.

Dazu zählen tatsächlich die Ölpreise, die von der Knappheit am Markt leben. Gold und Silber haben auch eher Aufwärtstendenzen als andere Märkte.

 

  • Aluminium hat durch seine neuen Tiefs weitere Abwärtsphantasien bei Marktteilnehmern in Gang gesetzt. Dies zeigen immer neue Analysen - und damit automatisch eine stimmungsbedingte Abwärtsgefahr.
  • Kupfer hat seinen Status als Indikator für die Weltwirtschaft verloren, den es seit jeher hatte. Sinkendes Interesse jedoch kann schnell dazu führen, dass der Preis weiter abfällt. Denn: Somit setzen auch Hedge-Fonds oder andere Kapitalsammelstellen nicht spekulativ auf diesen Wert.
  • Edelmetalle aber haben umgekehrt einen spekulativen Vorteil, wenn die Währungen weiter Vertrauen verlieren. Die nächste Euro-Krise mit dem "IWF"-Fall Griechenland ist schon da. Dies wertet die Währungen auf.

GeVestor meint: Vorsicht - das Drama an den Rohstoffmärkten kann sich fortsetzen. Die meisten befinden sich im langfristigen Abwärtstrend. Industriemetalle können die Rendite 2012 entscheidend verschlechtern, wenn China nicht stärker als bis jetzt nach Rohstoffen fragt. 

Unser Tipp: Auf Gold können Sie weiter setzen - am besten in Form von physischen Investitionen.