Die Griechenland-Rettung wird mit hoher Sicherheit auf irgendeine Weise kommen.
Nur: Auch am Wochenende wurde klar, dass die Rettung nicht schnell passiert.
Damit aber stehen jetzt wieder Versicherungen und deren Aktien unter Druck. Ganz anders, als es sich die Redaktion eines Finanzmagazins gedacht hatte, das titelte "Nach dem Sturm" und die Idee hatte, jetzt würde alles gut.
Nichts da, sagen die Griechen fast nicht überhörbar und setzen die gesamte Eurozone unter Druck. Das heißt: Versicherungen zählen zu den Hauptleidtragendenden, da sie massiv in Anleihen aus der Eurozone investiert hatten. Als Investor brauchen Sie ein klares Bild und eindeutige Schutzinvestitionen.
Fakten alarmierend
Faktisch ist Griechenland pleite, wenn die Eurozone jetzt nicht eingreift und Geld nach Athen pumpt. Das heißt:
In zwei Monaten hätten die Griechen kein Geld mehr und die hier diskutierten Versicherungen müssten ihre Forderungen weit gehend abschreiben. Die einzelnen Unternehmen haben unterschiedliche Positionen alleine mit Griechenland aufgebaut:
- Allianz hat noch Forderungen in Höhe von 129 Millionen Euro. Weltweit beträgt die Forderung 65,861 Milliarden Euro.
- Münchener Rück fordert aus Athen noch 61 Millionen Euro ein, weltweit stehen Anleihen im Wert von 35,944 Milliarden Euro aus.
- Axa hat 300 Millionen Euro Anleihen an Griechenland ausgegeben, die noch ausstehen. Dies ist im Verhältnis zu weltweit 98,768 Milliarden nicht besonders viel.
- Aber: Die Versicherungen haben auch an andere Länder Anleihe-Forderungen. Die aber werden bezogen auf den Kurs der Anleihen jetzt/bald abgewertet. Zudem können auch diese Länder weiter über die Rückzahlungshöhe verhandeln.
Denn: Die Gläubiger werden langsam nervös. Portugal steht am Rand des Abgrunds, Spanien ebenso sehr.
Spanien: 10mal so hohe Anleihe-Schulden
Die Spanier schulden den Anleihegläubiger etwa 10mal soviel wie die Griechen.Sollten auch nur die Kurse der Anleihen absacken, trifft dies die Versicherungen und deren Bilanzen heftig.
Dazu kommen Probleme mit und in Italien. Die Italiener haben noch einmal bis zu 4mal höhere Verbindlichkeiten (etwa bei Allianz). Das bedeutet: wenn die Italiener erneut in den Fokus der Finanzmärkte geraten, wird es für Versicherer schon sehr eng.
Nur ein Beispiel: Allianz hat Forderungen in Höhe von knapp 9 Milliarden Euro. Bezogen auf den oben genannten gesamten Forderungsbestand von 65 Milliarden sind dies schon etwa 15%.
GeVestor meint: Versicherungsaktien geraten angesichts der neuesten Entwicklung eher unter Druck als dass sich eine Situation "nach dem Sturm" einstellt.
Euro-Staatsanleihen sind und bleiben zu gefährlich - halten Sie keinen einzigen dieser Titel und ziehen Sie bei Versicherern am besten ein enges Stop-Loss-Limit in Ihrem Depot ein. Ähnlich wie bei Bankaktien kann es jetzt plötzlich schnell nach unten gehen.


