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Allokation von Gas – auf genaue Planung kommt es an

Das Gasmarktnetz in Deutschland ist dreistufig aufgebaut. Man spricht von sogenannten Fernleitungsnetzbetreibern, Verteilnetzbetreibern und Ausspeisenetzbetreibern. Diese Struktur ist im Energiewirtschaftsgesetz geregelt.

Spricht man von Allokation im Gasmarkt, meint man etwas ungenau die Höhe des Gasverbrauchs in verschiedenen Teilen des Netzes.

Im Grunde bedeutet Allokation die Entnahme aus dem Netz (zwecks Verbrauch) und die entsprechende Gas-Zuteilung, damit es in ausreichender Menge verfügbar ist.

Allokation von Gas im dreistufigen deutschen Markt

Fernleitungsnetzbetreiber wie zum Beispiel RWE Energy oder Wingas importieren das Gas. Sie übernehmen den Rohstoff an Grenzpunkten zu internationalen Pipelinesystemen. Außerdem betreiben sie das überregionale Verteilungsnetz in Deutschland.

Sie halten es bedarfsgerecht instand und sind verpflichtet, Gashändlern diskriminierungsfreien Zugang zu gewähren.

Die Fernleitungsnetzbetreiber geben das Gas an regionale Weiterverteiler wie Bayerngas oder Gasunion weiter. Im Fachjargon sind das die Verteilnetzbetreiber.

Diese verkaufen das Gas entweder direkt an den Endkunden oder geben es weiter an örtliche Stadtwerke und Regionalversorger, die den Endverkauf übernehmen. Letztere nennt man auch Ausspeisenetzbetreiber.


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Allokation: Gasmarkt ist in Bilanzkreise unterteilt

Das Gasnetz ist geographisch in sogenannte Bilanzkreise eingeteilt. Sie sind die kleinste Einheit des deutschen Gasmarktes und umfassen jeweils die Versorgungsgebiete mehrerer Fernleitungsnetzbetreiber.

Zahlreiche von ihnen zusammengenommen bilden ein Marktgebiet.

Gab es früher einmal 40 verschiedene Marktgebiete in Deutschland, so gibt es heute nur noch 2: Gaspool in Nord- und Ostdeutschland und NetConnect Germany in West- und Süddeutschland.

Bilanzkreisverantwortliche prüfen Allokation von Gas

Die Allokation des Gases in den einzelnen Bilanzkreisen überprüfen die Bilanzkreisverantwortlichen. Sie sind durch das sogenannte Gas-Regelwerk der Bundesnetzagentur vorgeschrieben.

Verschiedene Beteiligte des Gasmarktes, wie zum Beispiel Fernleitungsnetzbetreiber, können einen solchen Bilanzkreisverantwortlichen stellen.

Ideal ist es, wenn die Allokation der Prognose entspricht

Bilanzkreisverantwortliche sollen für Ausgeglichenheit in ihrem Bilanzkreis sorgen – also dafür, dass die eingespeiste Menge an Gas in einem bestimmten geographischen Gebiet möglichst der entnommenen Menge entspricht.

Der Ausspeisenetzbetreiber meldet die Allokation des Gases dem Bilanzkreisverantwortlichen.

Wünschenswert ist es, dass sie den Prognosen zumindest grob entspricht.

Strafzahlungen bei Allokations-Abweichungen

Wird mehr verbraucht als geplant (höhere Allokation), liefert der Verantwortliche für das Marktgebiet dem Bilanzkreisverantwortlichen zusätzliches Gas an. Wird weniger verbraucht als vorgesehen (niedrigere Allokation), nimmt der Marktgebietverantwortliche die überschüssige Menge an Gas ab.

Übersteigt diese sogenannte Ausgleichsenergie jedoch eine bestimmte Schwelle, muss der Bilanzkreisverantwortliche eine Strafzahlung leisten.

Die Höhe dieser Zahlung ist im Bilanzkreisvertrag festgehalten, den der Bilanzkreisverantwortliche mit dem Netzbetreiber schließt.

Die Allokationsdaten dienen auch dazu, künftige Prognosen zu verbessern.

Allokationen: Komplizierte Struktur verantwortlich für hohe Preise

Vereinigungen wie der Bundesverband der Deutschen Wirtschaft sagen, die komplizierte Struktur des Gasmarktes sei einer der Gründe dafür, dass deutsche Gaspreise zu den höchsten Europas zählten.

Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Durchschnittserlöse in der Gaswirtschaft zwischen 2000 und 2013 von 2,20 Cent pro kWh auf 4,25 Cent pro kWh gestiegen.

15. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.