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Als Vermieter mehr vom Mieter erfahren

Durch die Mieterselbstauskunft und das persönliche Gespräch mit dem Mietinteressenten können Sie sich zwar schon ein umfassendes Bild über den Mietinteressenten machen, aber Sie müssen seinen Angaben glauben.

Wenn Sie Ihrem Mietinteressenten dieses Vertrauen nicht entgegenbringen können oder möchten, so haben Sie die Möglichkeit, einige seiner Angaben zu kontrollieren.

Vorlage der letzten drei Gehaltsabrechnungen

Eine durchaus übliche Kontrolle der Angaben des Mietinteressenten zu seinem Einkommen ist, sich vor Abschluss des Mietvertrages die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate vorlegen zu lassen.

Damit haben Sie die Gewähr dafür, dass das von Ihrem Mietinteressenten angegebene Gehalt auch tatsächlich das Nettodurchschnittsgehalt ist und er Ihnen nicht ein ausnahmsweise durch Überstunden oder eine Provision erhöhtes Gehalt vorgespiegelt hat.

Darüber hinaus ermöglicht Ihnen eine Gehaltsabrechnung eine Kontrolle der Angaben zum Arbeitgeber.

Es hat schon oft genug Mietinteressenten gegeben, die behauptet haben, eine feste Anstellung zu haben und viel zu verdienen, die aber tatsächlich arbeitslos waren oder viel weniger verdient haben als angegeben und die angemietete Wohnung eigentlich gar nicht finanzieren konnten.

Einholung einer Schufa-Auskunft

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, die Zahlungsfähigkeit und die Zahlungsmoral eines Mietinteressenten zu erlangen: die Schufaselbstauskunft.

Schufa bedeutet „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ und ist ein Unternehmen mit der Aufgabe, seinen Vertragspartnern Informationen über die Kreditwürdigkeit von Kunden zu geben.

Die Vertragspartner übermitteln der Schufa bestimmte Daten aus der Geschäftsbeziehung mit ihren Privatkunden. So werden etwa bei einem Kredit Daten über Betrag und Laufzeit des Kredits gegeben.

Wenn ein Vertrag nicht ordnungsgemäß abgewickelt wird, erhält die Schufa hierüber ebenfalls Informationen.

Als Vermieter haben Sie allerdings nicht das Recht, unmittelbar auf die Schufa-Daten zurückzugreifen. Selbst wenn Sie eine Einwilligungserklärung des Mietinteressenten vorlegen, wird die Schufa Ihnen als Vermieter keine Auskunft erteilen.

Praxis-Tipp: Sie haben aber dennoch die Möglichkeit, eine Schufa-Auskunft zu erhalten.

Bitten Sie Ihren Mietinteressenten darum, bei der Schufa eine Selbstauskunft einzuholen und Ihnen zu überlassen.

Er muss in seiner Anfrage an die Schufa seinen Namen, seinen früheren Namen, sein Geburtsdatum, seinen Geburtsort und seine Adresse angeben, ein entsprechendes Formular herunterladen.

Darüber hinaus muss er einen Betrag von 7,60 € entrichten. In der Regel bekommt der Mietinteressent die Auskunft nach knapp einer Woche.

Das Einholen einer Schufa-Auskunft gehört zwar nicht zu den Nachforschungen, die man üblicherweise betreibt; wenn Sie aber aus irgendeinem Grund Zweifel an der Bonität Ihres Mietinteressenten haben, so sollten Sie sich vor Abschluss des Mietvertrages eine Schufa-Auskunft vorlegen lassen.


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Achtung: Bei folgenden Schufa-Auskünften können Sie sicher sein, dass Ihr Mietinteressent Probleme mit Geld hat oder zumindest hatte.

  • Kündigung eines Girokontos wegen missbräuchlicher Nutzung
  • Scheckkartenmissbrauch oder Scheckbetrug
  • Ablehnung eines beantragten Konsumentenkredits
  • Vertragskündigung bei verspäteter Ratenzahlung für einen Kredit
  • Gerichtliche Mahnbescheide
  • Zwangsvollstreckungsverfahren
  • Fruchtlose Pfändungen
  • Eidesstattliche Versicherungen

Sofern Sie bereits eine dieser Informationen über Ihren Mietinteressenten erhalten, empfiehlt es sich, nicht an ihn zu vermieten.

Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis

Eine weitere Möglichkeit, Auskünfte über die finanzielle Situation eines Mietinteressenten zu bekommen, ist die Einsichtnahme in das Schuldnerverzeichnis.

Das Schuldnerverzeichnis wird beim Amtsgericht geführt und enthält die Personen, die eine eidesstattliche Versicherung (Offenbarungseid) geleistet haben oder gegen die Haft angeordnet wurde.

Das heißt, Sie erfahren durch eine Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis, ob eine Person zahlungsunfähig oder zahlungsunwillig ist.

Hinweis: Sofern Sie von Ihrem Mietinteressenten bereits eine Schufa-Auskunft erhalten haben, brauchen Sie keine Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis einzuholen.

Die Schufa bezieht nämlich ihre Informationen unter anderem aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte.

Um eine Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis zu erhalten, müssen Sie einen formellen Antrag (eine Musterformulierung finden Sie am Ende des Beitrags) stellen, telefonische Auskünfte dürfen seit einigen Jahren nicht mehr gegeben werden.

Da jedes Amtsgericht sein eigenes Schuldnerverzeichnis führt, müssen Sie den Auskunftsantrag bei den Amtsgerichten stellen, in deren Bezirken Ihr Mietinteressent die letzten drei Jahre gewohnt hat.

Etwas anderes gilt nur in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hamburg, dort gibt es zentrale Schuldnerverzeichnisse. In dem Auskunftsantrag müssen Sie darlegen, dass Sie durch Ihren Antrag wirtschaftliche Nachteile von sich abwenden möchten.

Solche Nachteile können Ihnen entstehen, wenn Sie Ihre Wohnung an jemanden vermieten, der kein Geld hat und Ihnen deshalb keine Miete zahlen kann.

Welche Fragen Sie stellen dürfen

Auch wenn es Ihnen unangenehm ist, jemanden über seine finanzielle Situation auszufragen, so seien Sie bei der Suche nach Ihrem Mieter nicht zurückhaltend.

Es sind alle Fragen zulässig, die mit dem Mietverhältnis in unmittelbarem Zusammenhang stehen, insbesondere solche, die einen Rückschluss auf die Zahlungsfähigkeit des Mietinteressenten geben.

Sofern der Mietinteressent Fragen bezüglich seiner Zahlungsfähigkeit oder seines Arbeitsplatzes wahrheitswidrig beantwortet, können Sie den Mietvertrag fristlos kündigen beziehungsweise wegen arglistiger Täuschung anfechten.

Wichtig: Wenn Sie merken, dass der Mieter Sie über seine Solvenz getäuscht hat, dürfen Sie dem Mieter die Wohnung dann auf keinen Fall übergeben, sondern müssen den Mietvertrag – falls schon geschlossen – sofort anfechten.

Denn wenn die Übergabe der Wohnung bereits erfolgt ist, ist nur noch die fristlose Kündigung des Mietverhältnisses möglich, was aber an strengere Voraussetzungen gebunden ist als die Anfechtung.

Sobald die Übergabe der Wohnung erfolgt ist, genießt der Mieter den besonderen Schutz der Mieterschutzvorschriften.

Dem Interesse des Mieters am Verbleib in der Wohnung und der Fortsetzung des Mietverhältnisses wird dann ein höherer Stellenwert eingeräumt als Ihrem Vermieterinteresse an der Vertragsbeendigung.

So ist zum Beispiel eine fristlose Kündigung in einem solchen Fall nur dann möglich, wenn die Fortsetzung des Mietverhältnisses für den Vermieter unzumutbar ist.

Stellt sich nämlich im Laufe des Mietverhältnisses heraus, dass der Mieter tatsächlich in der Lage und auch gewillt ist, die Miete vollständig und pünktlich zu zahlen, kann ihm die vor Jahren gegebene falsche Antwort hinsichtlich seiner finanziellen Verhältnisses nicht mehr schaden.

Achtung: Bei der Überprüfung Ihres Mietinteressenten dürfen Sie solche Fragen nicht stellen, welche die Privatsphäre des Mietinteressenten betreffen. S

o darf der Mietinteressent etwa Fragen nach Schwangerschaft, Homosexualität, ansteckenden Krankheiten wahrheitswidrig beantworten, ohne dass er hierfür Konsequenzen zu erwarten hat.

Auch die Frage nach seiner Mitgliedschaft im Mieterverein muss er nicht wahrheitsgemäß beantworten.

21. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.