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Altersarmut: Das sind die Gründe und so können Sie sich schützen

Das Risiko der Altersarmut steigt, wenn nicht genügend Rentenansprüche in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) oder durch andere Altersvorsorgeformen erworben wurden. Altersarmut ist ein Phänomen, das es heute schon gibt und das in Zukunft noch wesentlich häufiger auftreten wird.

Dabei sind die Gründe und Ursachen interessant, aber noch viel mehr die Frage, wie man sich davor schützen kann. Was können Privatanleger heute unternehmen, um private Altersvorsorge zu betreiben und so vor Altersarmut geschützt zu sein?

Was heißt eigentlich Altersarmut?

Altersarmut bedeutet, dass man nicht über genügend Geldmittel verfügt, um im Alter seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können und auf Grundsicherung durch das Sozialamt angewiesen ist. Diese gewährt allen Bedürftigen ein existenzsicherndes Einkommen. Der Bruttobedarf hängt wegen der Mieten stark vom Wohnort ab und liegt für Personen ab 65 bei durchschnittlich knapp 700 € monatlich.

5 Gründe für steigende Altersarmut

Altersarmut droht besonders dann, wenn das Einkommen im Erwerbsleben niedrig war oder überhaupt kein eigenes Einkommen erzielt wurde. Dabei gibt es folgende Gründe und Ursachen für Armut im Alter:

  • Unterbrochene Erwerbsbiografien: Wenn die Erwerbstätigkeit zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit oder die Erziehung von Kindern unterbrochen wird, werden entsprechend weniger oder auch gar keine Beiträge in die GRV eingezahlt. Dadurch verringern sich die Rentenansprüche und dies führt zu einer niedrigeren Altersrente.
  • Ein weiterer Grund ist die Zunahme der Geringverdiener von 17% in 1995 auf 23% in 2010, wobei diese Tendenz weiter anhält. Unterdurchschnittliche Einkommen in der Erwerbszeit haben aber auch entsprechend niedrige Renteneinkommen zur Folge. Diese Tatsache wird das Problem der Altersarmut vermutlich verschärfen.
  • Die Anzahl der Selbständigen ohne Mitarbeiter hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen und ist ein weiterer Grund für steigende Altersarmut. Ihre Anzahl ist seit 1993 von 1,4 Millionen auf 2,4 Millionen Personen angestiegen. Diese Selbständigen sind meist nicht rentenversicherungspflichtig und haben oft geringe Einkommen, mit denen sie keine umfassende Altersvorsorge betreiben können. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für sie groß, im Alter auf Grundsicherung angewiesen zu sein.
  • Die Zunahme der Erwerbsminderung ist noch ein weiterer Grund. In den letzten Jahren konnte ein Rückgang des durchschnittlichen Renteneintrittsalters in die Erwerbsminderungsrente beobachtet werden. Danach ist das Armutsrisiko im Alter bei dieser Personengruppe besonders hoch.
  • Ein weiterer Grund für die zunehmende Altersarmut liegt in den vergangenen Rentenreformen: So wurde ein Teil des bisher auf staatlichem Zwang beruhenden Rentensystems durch ein auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortung beruhendes privates System ersetzt. Insgesamt wurden Änderungen eingeführt, durch die die Rentenanpassungen zukünftig im Vergleich zur Lohnentwicklung geringer ausfallen. Damit werden die gesetzlichen Renten bis 2030 um 16% geringer als ohne die vorangegangenen Reformen ausfallen.

Diese Rentenlücke soll durch eine private kapitalgedeckte Altersvorsorge, die sogenannte Riester-Rente geschlossen werden. Diese wird von staatlicher Seite stark gefördert. Nehmen Arbeitnehmer diese neue Eigenverantwortung jedoch nicht wahr, besteht die Rentenlücke dauerhaft und die Gefahr, im Alter arm zu sein, steigt. So haben nur 25% der Haushalte in der untersten Einkommensgruppe einen Riester-Vertrag, während es in der höchsten Einkommensgruppe immerhin 50% sind.

Insgesamt gibt es also zahlreiche Indizien, die auf eine Zunahme der Altersarmut in der Zukunft hinweisen. Dieser kann man nur entkommen, wenn man ausreichend private Altersvorsorge betreibt.

Wie man sich vor Altersarmut schützen kann

Die Entwicklungen im System der GRV machen es erforderlich, die Initiative zu ergreifen und privat für das Alter vorzusorgen. Da die Zinsen für festverzinsliche Wertpapiere momentan im Keller sind, bieten sich vor allem Unternehmensbeteiligungen (Aktien) und Immobilien an.

Die höchste Rendite bieten dabei langfristig Aktien. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit Aktien für das Alter zusätzliches Kapital aufzubauen: Entweder man investiert in Einzelaktien oder vertraut auf einen Fonds, wo ein Fondsmanager die einzelnen Aktien auswählt und für eine gesunde Risikostreuung sorgt. Wer regelmäßig kleinere Beträge in Aktien anlegen möchte, fährt auch mit einem Fondssparplan gut.

Es ist davon auszugehen, dass das Problem der Altersarmut in Zukunft zunehmen wird. Die GRV allein wird den Lebensstandard der Rentner nicht mehr gewährleisten können. Deshalb ist private Altersvorsorge unerlässlich. Je früher man damit beginnt, desto besser.

5. August 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.