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Altersentlastungsbetrag für Rentner – So sparen Anleger Steuern

Vom Altersentlastungsbetrag für Rentner profitiert jeder, der ab dem Alter von 64 Jahren neben der Rente noch andere Einkünfte bezieht. Anleger können damit Steuern sparen, wenn sie bei ihrer Steuererklärung die Günstiger-Prüfung durch das Finanzamt wahrnehmen.

Was als Bemessungsgrundlage zählt

Der Grund für diesen Freibetrag besteht in der Gleichbehandlung unterschiedlicher Personengruppen.

Da von Beamtenpensionen ein Versorgungsfreibetrag abgezogen wird und Leibrenten lediglich mit dem Ertragsanteil zu besteuern sind, wären ältere Arbeitnehmer und selbständig Tätige ohne einen entsprechenden Freibetrag benachteiligt.

Als Bemessungsgrundlage für den Altersentlastungsbetrag zählen neben Renten bzw. Versorgungsbezügen oder den Einkommen von Selbständigen auch Einkünfte aus Vermietung oder Geldanlagen.

Hier werden zwar Gewinne mit Verlusten verrechnet, doch in der Summe müssen sie positiv sein. In die Berechnung werden auch Riester-Renten und Zahlungen aus bestimmten Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds einbezogen.

2016 beträgt der Freibetrag 22,4% der Bemessungsgrundlage, wobei der Betrag gedeckelt ist. Die Höchstsumme liegt bei 1.064 €.

Mit oder ohne Günstiger-Prüfung

Für einen Anleger mit Zinseinkünften gilt folgende Überlegung: Liegt sein Steuersatz über den 25% der Abgeltungssteuer, muss er die Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben. Liegt sein Steuersatz darunter, so muss er sie nicht deklarieren. Er kann es aber, wenn er mit einer Rückzahlung rechnet. Das Finanzamt prüft mit der „Günstiger-Prüfung“, welche Alternative besser ist.

Grundsätzlich: Auf Kapitalerträge, die bereits versteuert sind, wirkt der Altersentlastungsbetrag nicht. Sie bleiben bei der Bemessungsgrundlage außen vor. Anders jedoch, wenn etwa ein Anleger mit steuerpflichtigem Einkommen bzw. Altersbezügen und Kapitalerträgen die Günstiger-Prüfung durch das Finanzamt wahrnimmt.

Welche Vorteile das bringen kann, zeigt das Beispiel eines 64jährigen Anlegers, der 2016 steuerpflichtige Altersbezüge in Höhe von 15.000 € und zusätzlich 5.000 € Zinserträge eingestrichen hat. Auf die Zinsen wurde bereits Abgeltungssteuer gezahlt. Hier die Auswirkungen einmal mit und einmal ohne Günstiger-Prüfung.

Beispiel: ohne Antrag auf Günstiger-Prüfung (2016)
Einkommen15.000 €
Grenzsteuersatz:24,57 %
Einkommensteuer entsprechend Grundtabelle1.275 €
Plus gezahlte 25% Abgeltungsteuer auf 5.000 €1.250 €
Steuerbelastung insgesamt2.525 €
Beispiel: mit Antrag auf Günstiger-Prüfung (2016)
Einkommen mit Zinsen20.000 €
tarifliche Einkommensteuer nach Grundtabelle2.560 €
ergibt Grenzsteuersatz26,82 %
Altersentlastungsbetrag: 22,4% von 5.000 €,
aber höchstens1.064 €
zu versteuerndes Einkommen (20.000 ./. 1.064 €)18.797 €
tarifliche Einkommensteuer2.240 €
Vorteil der Günstiger-Prüfung285 €

Spareffekt nimmt jährlich ab

Der Steuerspareffekt durch den Altersentlastungsbetrag nimmt jedoch von Jahr zu Jahr ab. Hatte der Höchstbetrag zu Anfang im Jahr 2005 noch bei 1.900 € gelegen, so läuft er sukzessive bis 2040 aus. Die zunehmende Verringerung der Einsparung zeigt etwa der Vergleich des obigen Rechenbeispiels, das sich auf 2016 bezieht, mit dem Ergebnis von 2012. In dem Jahr hätte der Steuervorteil bei 323 € gelegen.

Hinweis: Bei der Altersangabe ist zu beachten, dass das 64. Lebensjahr, vor dem Kalenderjahr für die Einkommenssteuer vollendet sein muss. Der Einfachheit halber wird daher oft von Rentnern ab 64 gesprochen. Viel eher müsste man sagen: Es gilt das Jahr, in dem der Steuerpflichtige 65 wird.

17. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.