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Altersvermögensgesetz: Arbeitgeber hat Pflichten

Das Altersvermögensgesetz (AVmG) soll dem sinkenden Rentenniveau beziehungsweise der Versorgungslücke im Alter vorbeugen. Es wurde am 11. Mai 2001 im Bundesrat beschlossen und trat am 1. Januar 2002 in Kraft.

Ziel des Gesetzes ist es, die gesetzliche Rente durch eine kapitalgedeckte oder betriebliche Altersvorsorge zu ergänzen. Die Bundesrepublik honoriert unter bestimmten Voraussetzungen die private Altersvorsorge durch eine staatliche Förderung, wie beispielsweise Steuervergünstigungen.

Bei der kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge mit staatlicher Förderung werden die Riester-Rente und die Rürup-Rente als mögliche Rentenergänzungen angeboten. Bei der betrieblichen, staatlich geförderten Altersvorsorge spricht man von Entgeltumwandlung.

Die Höhe der staatlichen Förderung: Bis zu 154 € Ersparnis monatlich

Zu Beginn der Umsetzung des Altersvermögensgesetz (AVmG) in den Kalenderjahren 2002 und 2003 lag die Grundzulage bei monatlich 38 € pro Person. Je Kind gab es einen Zuschlag von 46 € und der Höchstbeitrag war auf 525 € festgelegt.

Seit dem Jahr 2008 ist der Mindestbeitrag auf 4 % gestiegen, die Grundzulage beträgt 154 € und jedes Kind erhält monatlich einen Zuschuss von 185 €. Der Höchstbeitrag liegt seitdem unverändert bei 2.100 €. Für alle ab dem 1. Januar 2008 geborenen Kinder beträgt die Kinderzulage 300 € je Kind.

Das Altersvermögensgesetz: Der Arbeitgeber und seine Pflichten

Im Rahmen des Altersvermögensgesetzes sind Arbeitgeber verpflichtet, ihren Mitarbeitern eine Entgeltumwandlung in einen Arbeitnehmerbeitrag zur eigenen Altersvorsorge zu ermöglichen.

Grundsätzlich sind laut § 1a des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) folgende Durchführungswege möglich:

  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds
  • Direktversicherung
  • Unterstützungskasse
  • Direktzusage

Der Arbeitgeber kann als Durchführungsweg die Pensionskasse und den Pensionsfonds vorgeben. Tut er dies nicht, hat der Arbeitnehmer das Recht die Durchführung über eine Direktversicherung zu verlangen. Darüber hinaus kann der Beschäftigte bei allen drei genannten Varianten verlangen, dass die Voraussetzungen für die Riester-Förderung erfüllt werden.

Entgeltumwandlung: Eine Begriffserklärung

In Deutschland haben Arbeitnehmer gemäß § 1a BetrAVG Anspruch auf Entgeltumwandlung bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung. Allerdings können Beschäftigte ihren Tariflohn nur dann umwandeln, wenn der Tarifvertrag das zulässt.

Werden diese Beiträge vom Arbeitgeber direkt vom Bruttolohn abgezogen, mindert sich dadurch das steuer- und sozialversicherungspflichtige Einkommen des Arbeitnehmers. Die Verwendung von Teilen des Gehalts für unbare Leistungen bezeichnet man als Entgeltumwandlung.

Betriebswirtschaftliche Auswirkungen beim Arbeitgeber

Die direkten Auswirkungen auf das Unternehmen des Beschäftigten und seinen Arbeitgeber hängen in erster Linie von dem Durchführungsweg ab.

Bei Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds und der Unterstützungskasse sind die Versicherungsbeiträge der Angestellten als Betriebsausgaben geltend zu machen. Die Entlastungen durch die eingesparten Sozialversicherungsbeiträge haben jedoch alle Durchführungswege gemeinsam.

Neben Pflichten und Verordnung: Der Vorteil für den Unternehmer

Den Vorteil des Arbeitgebers durch das Altersvermögensgesetz versuchen wir anhand eines kleinen Rechenbeispiels zu verdeutlichen: Ein mittelständisches Unternehmen hat 250 Mitarbeiter. Die durchschnittliche Umwandlungsquote beträgt 100 € pro Mitarbeiter und Monat.

Bei einer Teilnahmequote der Belegschaft von 80 % ergibt sich für den Unternehmer eine Lohnnebenkostenersparnis von circa 50.300 € pro Jahr.

Somit profitiert nicht nur der Arbeitnehmer von dem Altersvermögensgesetz. Der Arbeitgeber kann seinen Angestellten helfen, für ihre Zukunft vorzusorgen und spart dabei selbst noch eine beträchtliche Summe Geld.

16. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.