Im Normalfall beschränken sich die Empfehlungen dieser Publikation auf den deutschsprachigen Nebenwerteraum.
Investments aus anderen Regionen sind uns aufgrund der starken Fokussierung auf Deutschland nicht nur fremd, oftmals erfüllen diese bei der Berichterstattung nicht unseren Qualitätsanspruch.
Doch es gibt auch Ausnahmen. So lohnt es sich durchaus immer wieder, den Blick auf eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften der Welt zu werfen: auf China. Dazu muss man sich als Analyst nicht einmal mit dem chinesischen Aktienmarkt auseinandersetzen, denn es gibt eine Reihe von chinesischen Unternehmen, die an den deutschen Börsen notiert sind.
Das Charmante dabei ist, dass man als Aktionär solcher Unternehmen, die in der Regel ihr Geschäft im chinesischen Markt betreiben, am starken chinesischen Wachstum teilnehmen kann und dies unter dem Dach der deutschen Börsenaufsicht.
China innerhalb kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Player aufgestiegen
Man darf dabei nicht vergessen, dass Chinas BIP seit den Reformen ein durchschnittliches, jährliches Rekordwachstum von nahezu 10 % aufzeigen konnte, und damit ist das Reich der Mitte zur dritten Wirtschaftsmacht weltweit avanciert. Chinas Anteil an der Weltwirtschaft, gemessen an der Kaufkraftparität, stieg von 3,4 % 1980 auf nunmehr 16,6 % im Jahr 2010.
Als die Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 ihren Anfang nahm, verringerte sich auch Chinas Wachstumsrate. Um die Auswirkungen des Wirtschaftsabschwungs abzufedern, beschloss die Regierung, die Wirtschaft mit einem Hilfspaket in Höhe von 4 Billionen RMB (ca. 400 Mrd. Euro) zu unterstützen, um damit die Konjunktur wieder zu beleben.
Mit Erfolg, denn damit konnte im Jahr 2009 trotz der weltweiten Rezession ein Wachstum von 8,7 % erzielt werden, nach 9,6 % in 2008.
Damit erreichte das Land ein erstaunliches Wachstum, trotz erheblicher Einbußen der Exportmärkte. Ein weiterer Grund hierfür war insbesondere auch der stabile Binnenkonsum.
Durch die sinkende Nachfrage aus dem Ausland als Folge der Finanzkrise wurde der private Konsum in 2009 eine wichtige Stütze für Chinas Wirtschaft. So zog er in China deutlich an und trug einen großen Teil zu Chinas BIP bei.
Die verstärkte Binnennachfrage war unter anderem auch auf finanzielle Unterstützungen, institutionelle Reformen und konkrete Maßnahmen der Zentralregierung zurückzuführen.
Kinghero AG – Chinesisches Wachstum mit deutscher Sicherheit
Um am starken chinesischen Konsum zu partizipieren, bietet sich ein Investment in dem in Frankfurt notierten chinesischen Modeunternehmen Kinghero AG. Seit dem Börsengang im vergangenen Kalenderjahr weist die Gesellschaft einen anhaltenden Wachstumskurs auf.
Auch in den ersten 6 Monaten 2011 konnten die Umsätze nicht zuletzt aufgrund der guten Entwicklung der chinesischen Konsumgüterindustrie um nahezu +30 % gesteigert werden. Darüber hinaus hat die Gesellschaft die Mittel aus dem Börsengang gut nutzen können, um deren Bekanntheit in China zu steigern. Dies ermöglicht es der Kinghero AG, die Preise deutlich zu erhöhen.
Der höhere Umsatzanteil der eigenen Shops und die insgesamt erhöhten durchschnittlichen Verkaufspreise haben sich positiv auf die Ertragssituation ausgewirkt.
In der Konsequenz erzielte die Kinghero AG im ersten Halbjahr 2011 ein EBIT in Höhe von 12,62 Mio. Euro, was einer überproportionalen Steigerung um +43,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 26,7 % auf einen sehr guten Wert von 30,1 %.
Kinghero-Aktie sehr günstig bewertet
Trotz dieser guten operativen Entwicklung war die Kursentwicklung der Kinghero-Aktie besonders in den letzten Wochen deutlich unter Druck geraten. Diese starke fundamentale Unterbewertung der Aktie spiegelt sich auch in den Bewertungskennziffern wider. Während die Aktie bei einem KBV von knapp über 1,1 notiert, errechnet sich auf Basis unserer Prognosen ein KGV von lediglich 4,6 für 2011.
Transparenz wird bei Kinghero großgeschrieben
Ein Grund der starken Unterbewertung, trotz der überzeugenden operativen Entwicklung, ist auch in der Verunsicherung der Anleger hinsichtlich einiger Bilanzierungsskandale von im Ausland notierten chinesischen Unternehmen zu sehen.
Im Zuge dessen werden auch in Deutschland notierte Unternehmen derzeit mit hohen Abschlägen gehandelt.
Vor diesem Hintergrund ist es aus unserer Sicht sehr zu begrüßen, dass die Kinghero AG die Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt deutlich erhöht.
Dies zeigt sich nicht nur in einer merklich ausführlicheren Quartalsberichterstattung, auch der geplante Wechsel in den Prime Standard sollte dazu beitragen, das Vertrauen der Anleger zu festigen.



